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Darstellung eines Gehirns

Bildrechte: picture alliance / Zoonar | Stanislav Rishnyak
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Wissen kompakt - Gehirn wärmer als gedacht

Das menschliche Gehirn ist wärmer als bisher angenommen. Forscher an der Uni Cambridge haben das mittels Magnetresonanzspektroskopie herausgefunden. Im Durchschnitt gibt es große Temperaturschwankungen. Bis zu 40 Grad warm kann es im Inneren sein.

Von
Johannes RoßteuscherJohannes RoßteuscherRegina WallnerRegina Wallner
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Es gibt erstaunliche Erkenntnisse über das Gehirn. Es ist nämlich wesentlich heißer unter unserer Schädeldecke als wir bislang gedacht haben. Im Schnitt waren es im Gehirn 38,5 Grad Celsius. Die Spannweite der Temperaturen im Gehirn lag zwischen 36,1 und 40,9. Dabei war es ganz innen ungefähr zweieinhalb Grad wärmer als in den kühlsten Regionen. Herausgefunden hat das Nina Rzechorzek, klinische Hirnforscherin an der Uni Cambridge mithilfe hochmoderner Magnetresonanzspektroskopie.

Gehirn produziert viel Wärme

Das Gehirn hat einen hoch-aktiven Stoffwechsel. Es macht nur zwei Prozent unserer Körpermasse aus, verbraucht aber 20 bis 25 Prozent unserer Energie. Es ist ein hungriges Organ und produziert dadurch viel Wärme.

Erstaunlich ist, dass das Gehirn die hohen Temperaturen einfach so wegsteckt. Es gebe keinerlei Anzeichen, dass es dem Gehirn schadet, erzählt Rzechorzek. Auch Gehirnzellen in der Petrischale halten die Werte aus. Bei manchen Menschen schwanken diese Hirn-Innentemperaturen sehr stark, bei manchen kaum. Beide Gruppen können offenbar damit leben. Aber Menschen mit Hirnverletzungen, die mit stärkeren Schwankungen leben, haben die besseren Heilaussichten. Warum das so ist, konnte bislang nicht geklärt werden. Allerdings sind diese Schwankungen wahrscheinlich ein normaler Teil und sehr wichtiger Teil der gesunden Gehirnfunktion.

Frauen haben wärmere Gehirne

Die Daten zeigen überdies, dass die Gehirne von Frauen im Mittel 0,4 Grad Celsius wärmer sind als die Gehirne von Männern. Dieser Unterschied kommt laut den Autoren wahrscheinlich durch den weiblichen Menstruationszyklus zustande. Bei Probandinnen, die kurz nach ihrem Eisprung untersucht wurden, war das Gehirn im Durchschnitt 0,4 Grad Celsius wärmer als bei Frauen, die sich vor dem Eisprung befanden.

Hirntemperatur steigt im Alter

Auch das Alter beeinflusst die Hirntemperatur des Menschen. Vor allem in tieferen Hirnregionen nimmt die Temperatur mit steigendem Alter zu. Über die Spannbreite von 20 Jahren lag diese durchschnittlich um 0,6 Grad Celsius höher. Laut den Autoren spricht diese Beobachtung dafür, dass die Fähigkeit zur Abkühlung im Alter abnimmt. Die Forscher vermuten, dass die höhere Temperatur auch mit der Entwicklung altersbedingter Hirnleistungsstörungen in Verbindung stehen kann.

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