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Bei Schnee und Eis: Sicher Radeln im Winter

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Winterwetter, Eis und Schnee: Sicher unterwegs auf dem Fahrrad

Autofahrer kennen das: Steht der Wagen nachts im Freien, kann zu frostig-früher Morgenstunde bereits das Spiel mit dem Anlasser zur Geduldsprobe ausarten. Radfahrer haben da gut lachen - wenn sie auf den Winter vorbereitet sind.

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Von
  • Marlene Riederer

Auf den ersten Kilometern verbraucht ein kalter Motor weitaus mehr Kraftstoff als auf einer längern Strecke. Das ist teuer und schlecht für die Umwelt. Gerade Kurzstrecken sind daher eigentlich ideal zum Fahrradfahren. Und wenn Sie Ihr Augenmerk auf folgende Tipps richten, dann klappt das auch im Winter:

Die Bereifung des Fahrrads

Schneeketten fürs Fahrrad: Hört sich gut an, hat sich aber nicht bewährt - die Gefahr ist zu groß, dass die Kette sich im Bremsgummi verhakt. Auch das ständige Flattern der Ketten am Reifen zehrt nach kurzer Zeit an den Nerven. Eine Alternative besteht darin, den Luftdruck des Reifens geringfügig zu reduzieren: Die Reifenoberfläche wird größer, der Reifen passt sich besser ans Gelände an. Manche Radler schwören auf Winterreifen, die haben nämlich Spikes. Das sind ganz kleine Zylinder, die leicht abgeflacht sind, damit hat man mehr Grip beim Fahren. Mit den Spike-Reifen kann man auf dünner Schneedecke relativ gut fahren, doch wenn die Spurrillen vereisen, wird es schwierig, dann nützen auch die Spike-Reifen wenig.

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Spike-Reifen können mehr Sicherheit bieten

Das Bremsen im Winter

Im Winter ist der Bremsweg länger, da durch die Minusgrade das Kondenswasser in den Bremszügen eingefrieren kann. Im schlimmsten Fall funktionieren die Bremsen gar nicht mehr. Eine regelmäßige Kontrolle ist daher das A und O. Bei Glatteis sollte nur vorsichtig gebremst werden, und auch nur dann, wenn es wirklich notwendig ist. Übrigens: Wer den Sattel etwas tiefer stellt, ist mit den Füßen schneller am Boden und kann beim Bremsen notfalls nachhelfen.

Ärgerlich und möglicherweise im Straßenverkehr auch nicht ungefährlich ist es zudem, wenn das Innenleben der Zahnkränze am Hinterrad einfriert, weil Feuchtigkeit in den Teil der Radnabe eingedrungen ist, in dem sich die sogenannten Sperrklinken für den Rückwärts-Freilauf befinden. Sitzen sie fest, kann man nach einer kurzen Rückwärtsbewegung der Pedale plötzlich auch nach vorn ohne Widerstand durchtreten. Da hilft es nur, Ruhe zu bewahren, bis die Sperrklinken wieder greifen und man wieder Tritt hat - und das Rad künftig möglichst nicht draußen in Schnee und Regen und in der Kälte stehen zu lassen.

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Keine gute Idee: Räder sollten geschützt aufbewahrt werden

Warmes Hinterteil

Ein Schaffell-Überzug oder ein anderer wärmender Überzug mit Gummizug für den Sattel ist eine lohnende Anschaffung. Man sitzt bequem, warm und trocken, und nach der Radtour nimmt man den Bezug einfach mit ins Warme.

Ein weiterer Tipp: Übernehmen Sie sich nicht. Wer vor lauter Neuschnee kein Land mehr sieht, sollte vielleicht doch auf öffentliche Verkehrsmittel oder Schusters Rappen umsteigen - oder sein Glück mit der Autozündung versuchen.

Die winterfeste Kleidung

Warme Kleidung ist beim Radfahren ein Muss: Schon eine lange Unterhose kann wahre Wunder wirken. Feste Winterschuhe, zwei bis drei Paar Strümpfe, Mütze, Helm und Handschuhe runden das Outfit ab. Eine Schutzbrille empfiehlt sich, wenn Wind und Schnee Tränen in die Augen treiben. Problematisch ist oft die Wahl der Handschuhe: Fäustlinge sind meist zu ungelenk, Fingerlinge zu kalt. Spezielle Zwei-Finger-Handschuhe aus dem Fahrradladen sorgen für Wärme und einen festen Griff.

Pflege für die Haut

Neben warmer Kleidung und Schutzbrille ist auch eine extra Portion Pflege für die Haut wichtig. Damit der Fahrtwind und die Kälte die Haut nicht schädigen können, ist eine Fettcreme sinnvoll.

Radeln im Winter: Darauf sollten Sie achten

  • Radweg: In Deutschland gibt es eine "Radwegbenutzungspflicht", das heißt: Ist ein Radweg vorhanden und mit dem blauen Radwegschild gekennzeichnet, muss er auch benutzt werden. Diese Pflicht entfällt allerdings, wenn es nicht zumutbar ist, auf dem Radweg zu fahren, weil zum Beispiel Schnee liegt.
  • Beleuchtung: Seit 2017 müssen Fahrräder nicht mit einem Dynamo für die Lampe ausgestattet sein. Ein Dynamo hat aber Vorteile, denn Leuchten zum Anstecken können vergessen oder gestohlen werden oder leere Akkus haben. Besser als ein Seitenläufer-Dynamo ist ein Nabendynamo, der ins Vorderrad integriert ist, denn er läuft viel leichter und fällt seltener aus.
  • Kleidung: Reflexstreifen auf der Kleidung sorgen dafür, dass man auch im Dunkeln besser gesehen wird. Auch gutes Schuhwerk ist wichtig. Es verhindert, dass man von den Pedalen abrutscht oder beim Anhalten im Schnee ins Straucheln gerät.
  • Sattel: Im Winter benutzt man besser keine Fahrradsättel mit Gel. Bei Minustemperaturen werden die sehr schnell steinhart. Lieber einen wärmenden Überzug mit Gummizug verwenden.
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Ist Radfahren in Ihrer Stadt Stress? Werden die Radwege im Winter geräumt? Können Kinder gefahrlos Rad fahren? Der ADFC wollte von über 170.000 Radfahrern wissen, wie fahrradfreundlich bzw. -unfreundlich ihre Städte sind.

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