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Winter-Sonnenwende: Warum die Tage jetzt wieder länger werden | BR24

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Mehr Tageslicht auch für diesen Löwen am Starnberger See.

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    Winter-Sonnenwende: Warum die Tage jetzt wieder länger werden

    Gute Nachricht für alle, die das Licht vermissen: Das Schlimmste ist überstanden, ab 21. Dezember werden die Tage wieder länger. Doch was sind die Gründe? Eine astronomische Spurensuche.

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    Von
    • Christian Eisele
    • BR24 Redaktion

    Der kürzeste Tag des Jahres dauert in München gerade mal acht Stunden und 19 Minuten - am 21. Juni nächsten Jahres gibt es zur Sonnenwende dafür 16 Stunden Tageslicht. Dass die Tage unterschiedlich lang sind, merken wir alle – aber den Grund dafür kann kaum einer erklären.

    Schieflage der Erde für Phänomen verantwortlich

    Die Erde kreist in einem Jahr um die Sonne – und innerhalb eines Tages um die eigene Achse. Der wichtigste Grund für die unterschiedlichen Tageslängen ist die Schieflage der Erde. Denn die Erde kreist nicht aufrecht um die Sonne, sondern leicht gekippt, um rund 23,5 Grad geneigt. Deshalb wird übrigens auch ein Globus leicht gekippt aufgestellt.

    Durch diese Schräglage bekommen wir zu verschiedenen Jahreszeiten unterschiedlich viel Sonne ab - und je weiter wir uns vom Äquator entfernen, umso ausgeprägter wird dieser Effekt.

    Nur sehr langsam kommt mehr Tageslicht

    Die Sonnwend-Tage im Winter und Sommer sind die beiden Extrempunkte dieser Bewegung. Um die Sache noch ein wenig komplizierter zu machen, verläuft die Entwicklung nicht gleichmäßig. So gewinnen wir in den ersten Wochen nach der Wintersonnenwende nur sehr langsam an Tageslicht - im Schnitt nur zehn Minuten pro Woche. Im März dagegen geht es rasant, dann werden die Tage in einer Woche um 25 Minuten länger.

    Um das zu erklären, muss der Astrophysiker Prof. Til Birnstiel von der LMU in München ein wenig weiter ausholen: "Weil wir auf der Erde sind, müssen wir das von unserem Standpunkt aus sehen. Und von der Erde aus wirkt es so, als ob die Sonne einmal nach oben und dann nach unten wandern würde, wie ein Pendel. Sie schwingt nach oben und nach unten." Die Winter- und Sommersonnenwende sind somit die höchsten Ausschläge, die Momente der Umkehr.

    Das Spiel wiederholt sich in der zweiten Jahreshälfte

    Von da an nimmt das Pendel (also die Sonne) langsam Fahrt auf (Januar), wird immer schneller (März, April) und bremst zur Sommersonnenwende (Juni) wieder ab; in der zweiten Jahreshälfte wiederholt sich das Spiel.

    Wem das jetzt ein wenig zu kompliziert ist, der sei getröstet. "Der Wechsel des Standpunktes macht die Sache schon ein wenig knifflig", räumt selbst Prof. Birnstiel ein.

    Warum die Erde "herumeiert"

    Und doch sei das noch lange nicht alles. Der Wechsel der Jahreszeiten und Tageslängen wird astronomisch noch von diversen anderen Faktoren beeinflusst. So ist die Bahn der Erde um die Sonne kein perfekter Kreis, sondern eine leichte Ellipse. Und auch die Schieflage der Erde ist kein konstanter Wert.

    Dafür wählt Prof. Birnstiel das Bild des Kreisels. Und die Erde, so der Astrophysiker, "verliert wie ein Kreisel bei der Rotation manchmal ein wenig an Schwung und eiere etwas herum". Die Zeitskala für diese Veränderung sei aber 23.000 Jahre.

    Wir können also gelassen bleiben beim Warten auf den nächsten Sommer, während die Tage wieder länger werden.

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