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Wie weit fliegen Wildbienen? | BR24

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Münchner Forscher ermitteln Flugweite von Wildbienen

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    Wie weit fliegen Wildbienen?

    Wildbienen gehen anders auf Futtersuche als Honigbienen: Münchner Forscher haben jetzt herausgefunden, wie weit die verschiedenen Arten bei ihrer Nahrungssuche fliegen.

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    Münchner Wissenschaftler haben untersucht, wie Wildbienen ihre Nahrung suchen. Knapp 2.700 einzelne Bienen haben die Forscher von der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) und der Botanischen Staatssammlung in München markiert. Auf den Rücken der Wildbienen kamen farbige, nummerierte Plättchen und ungiftiger Farblack. Die markierten Bienen wurden dann während ihrer Futtersuche im Botanischen Garten München-Nymphenburg gesucht. Auch Besucher konnten eine markierte Biene per Foto melden.

    Wildbienen flogen zwischen 73 und 122 Meter weit

    Mit den Daten wurden berechnet, wie weit sich die Bienen von ihrem Nest entfernten. "Die sechs untersuchten Bienenarten haben eine Körperlänge von sechs Millimeter bis 1,5 Zentimeter. Insgesamt betrugen die mittleren Flugdistanzen der Weibchen auf Futtersuche zwischen 73 und 121 Meter – die kleineren Bienenarten flogen dabei wie erwartet weniger weit als die größeren", so Susanne Renner von der LMU. Mit der Studie ist jetzt auch klar, wie weit Nisthilfen für Wildbienen von deren Nahrungsplätzen entfernt sein dürfen. Idealerweise sollte sich also in nicht mehr als circa 150 Meter Entfernung einer Insektennisthilfe eine Fläche mit den passenden heimischen Wildpflanzen befinden.

    Wildbienen suchen anders als Honigbienen

    Anders als bei den Honigbienen sind die allermeisten der circa 580 heimischen Wildbienen sogenannte Solitärbienen. Das heißt, ein einzelnes Weibchen versorgt ganz alleine ihren Nachwuchs: Nestbau, Futtersuche, Pollensammeln, Verproviantierung und Eierlegen – bei den meisten Wildbienenarten ist dies ein "One-Woman-Business". Deswegen muss die Wildbiene abwägen: je länger sie ihr Nest unbewacht lassen muss, desto größer die Gefahr, dass das Nest durch Fressfeinde, Nesträuber oder Parasiten befallen wird.

    Wissenschaftler fordern mehr Lebensräume für Wildbienen

    "Wildbienen brauchen in ihrem Lebensraum zum einen Nistplätze, etwa Totholz oder offene Bodenstellen, zum anderen die passenden Nahrungspflanzen, an denen sie Pollen und Nektar für sich und ihre Nachkommen sammeln können. Beides wird leider in unserer aus- und aufgeräumten Landschaft immer weniger", so der Vorsitzende der Bayerischen Botanischen Gesellschaft, Andreas Fleischmann, der die Studie zusammen mit Renner leitete. Die deutschen Imker wollen an diesem Wochenende beim "Tag der deutschen Imkerei" auf die Probleme aufmerksam machen, die der Klimawandel für die Bienenarten verursacht. Die Verlängerung der Vegetationsperiode führt zum Beispiel zu deutlichen Veränderungen in der zeitlichen Entwicklung von Pflanzen. Das spüren insbesondere die auf bestimmte Pflanzenarten angewiesenen Wildbienenarten, die durch die fehlende zeitliche Synchronisation von Biene und Pflanze existenziell bedroht sind.

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