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Wie Spaten, Scheren und Schaufeln überwintern: Tipps vom Profi | BR24

© Sylvia Bentele/BR

Eine Schubkarre mit Gartenwerkzeug in einem Garten.

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    Wie Spaten, Scheren und Schaufeln überwintern: Tipps vom Profi

    Die Gartensaison neigt sich dem Ende entgegen, und es wird Zeit, Gartengeräte wie Schaufel oder Spaten auf den "Winterschlaf" vorzubereiten. Ein Experte gibt Tipps, wie man dabei am besten vorgeht - damit sie zum Beispiel keinen Rost ansetzen.

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    Peter Menzel, Antiquitätenhändler und Werkzeugliebhaber, sammelt, restauriert und verkauft historisches Gartenwerkzeug. Unzähligen Garagen- und Gartenschuppenfunden hat Menzel schon zu neuem Glanz und einem zweiten Leben verholfen. Er erklärt, wie man Gartenwerkzeuge am Besten während der Wintermonate einlagert.

    Reinigung der Werkzeuge: Mit Holzspachtel

    Menzel befreit die Werkzeuge mit einer Spachtel vom Schmutz: "Damit schabt man erstmal alles, was noch an Dreckklumpen dranhängt weg. Dann nimmt man eine Wanne, einen Eimer oder die Regentonne und geht mit der harten Bürste im Wasser drüber und macht die richtig sauber." Spaten, Schaufel und Hacke werden gründlich im Wasser geschrubbt.

    Geräte mit Gelenken, wie etwa die Rosenschere oder die Gärtnerhippe, reinigt Menzel nicht mit Wasser, sondern mit Ballistolöl. Denn: "Das Öl unterkriecht den Dreck und löst das Harz ein bisschen." Einölen sollte man die Werkzeuge am Tag zuvor, um Vorarbeit zu leisten - so habe man nur noch "die halbe Arbeit".

    Wenn Scheren nicht von Zeit zu Zeit gesäubert werden, ist ein glatter Schnitt bald Vergangenheit. Die wachsende Dreckschicht drückt nämlich allmählich die Klingen auseinander, dann rupft und zerrt die Schere an den Zweigen, statt sauber durch das Holz zu gleiten.

    Tipp: Stark verschmutzte Scheren zum Reinigen zerlegen

    Stark verdreckte Scheren werden zum Putzen zerlegt. Wer unsicher ist, fotografiert die einzelnen Zerlegeschritte mit dem Handy. So kann nichts schiefgehen. "Aber es gibt auch Werkzeuge, da kann man die Schere relativ gut sauber machen, ohne sie zu zerlegen", meint Menzel. "Wir haben da einen Hartmetallschärfer, das ist ein fingerlanges Stück und da ist vorne ein kurzes Stück Hartmetall mit dran. Und das ist so scharf, dass man damit nicht nur schärfen kann, sondern eben auch den ganzen Dreck und das Harz entfernen. Das kratzt man dann richtig runter."

    Schaufel mit Drahtbürste reinigen

    Spaten, Schaufel und Hacke setzen gerne mal Rost an. Zuerst wird das Gröbste mit der Drahtbürste abgetragen, dann mit Schleifpapier oder Stahlwolle mit verschiedenen Körnungen nachgearbeitet. Menzel nimmt "eine Doppelnull", das ist eine sehr feine Stahlwolle. Damit könne man die letzten Roststellen ausmerzen.

    Teure Bonsaischeren und manche Spezialmesser haben schwarz beschichtete Klingen. "Das ist so eine Schutzschicht, die auch vor weiterem Rost schützt", erklärt Menzel. "Also man soll sie nicht ganz blank machen, sondern das Schwarze was drauf ist, das darf gern draufbleiben. Sauber, aber nicht ganz blank."

    Nach der Reinigung: Schärfen per Hand

    Nach dem Saubermachen kommt das Scharfmachen. Beim Spaten geht das fix. Man zieht mit der Eisenfeile ein paar Mal über die Innenkante und trägt anschließend mit flachen Strichen den Grat auf der Rückseite ab. Ein bisserl scharf genügt vollauf.

    "Sobald sie auf einen kleinen Stein kommen, kriegt der wieder eine Scharte und das heißt stellt sich ohnehin wieder so eine gewisse Grundstumpfheit nach zwei, drei Stichen ein", so Menzel.

    Anders bei Messer- und Scherenklingen. Hier lohnt es sich, Zeit und Sorgfalt ins Schärfen zu investieren. Peter Menzel rät, unbedingt mit der Hand zu arbeiten. Die rotierenden Schleifscheiben einer Maschine könnten den Klingenstahl überhitzen. "Wenn Sie mit der Maschine rangehen, ist die Gefahr, dass der Stahl zu heiß wird und ausbrennt viel zu groß, und dann ist die ganze Schärfe weg." Geduld und einen gründlich gewässerten Wetzstein, mehr braucht es zum Scherenschleifen nicht.

    Einölen gegen Rost

    Ist alles hübsch sauber und ordentlich scharf, dann geht es ans Einölen. Mit einem Lappen auf dem Metall verteilt, schützt das Öl vor schädlichem Rost. "Man sollte nicht vergessen auch einen Tropfen Öl ins Gelenk von oben und von unten in die Schere zu tun", sagt Menzel. "Und vor allem auch über die Feder."

    Salatölreste aus der Küche sind für Federn und Gelenke ungeeignet. Pflanzenöle neigen nämlich zum Verharzen, sie werden klebrig, und das macht Scheren und Messer schwergängig.

    Auch Stiele brauchen Pflege

    Nicht nur Schneiden, Klingen und Schaufelblätter, auch die Stiele wollen gepflegt sein. Wackelnde Exemplare nicht ins Wasser stellen, das hilft nur kurz und nach dem Trocknen ist das Gewackel schlimmer als vorher. Manchmal genügt es schon, einen vorhandenen Keil tiefer ins Holz zu treiben. Manchmal ist ein neuer Keil nötig. Keile aus Holz, oder Metall gibts im Fachhandel. "Wenn Holzkeile drin sind, machen sie wieder einen Holzkeil rein", so Menzel. "Das heißt mit dem Stemmeisen einen kurzen Schlag rein, dass Sie einen Bereich haben, wo sie einen Holzkeil einsetzen können, dann einen Tropfen Holzleim drauf und dann den Holzkeil rein und dann ist es wieder fest."

    Raue Stellen am Holz glättet Menzel mit feinem Schleifpapier oder Schleifvlies. Zum Abschluss des Rundum-Werkzeugverwöhnprogramms wird der Stiel noch mit Biomöbelöl oder Bienenwachsemulsion eingelassen. Jetzt kann der Winterschlaf kommen.

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