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Wie sicher ist Gas im Haushalt? | BR24

© picture alliance / Global Travel Images

Gasherd, Flamme, Streichholz

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    Wie sicher ist Gas im Haushalt?

    Tödliche Gasexplosionen wie zuletzt in Den Haag oder Paris beunruhigen auch hierzulande viele Bewohner. Wie sicher sind Gasleitungen oder Gasherde? Fachleute geben Entwarnung - und Tipps, auf was man als Verbraucher achten sollte.

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    Erdgas ist nach wie vor der beliebteste Heizstoff in Deutschland: Ungefähr die Hälfte aller privaten Neubauten wird mit Gasheizungen ausgestattet. Heizen mit Gas gilt als effizient und gut regulierbar. Dennoch nicht vergessen: Gas ist ein hochexplosiver Brennstoff. Achtsamkeit ist darum wichtig.

    Was passiert, wenn ich den Gasherd anlasse?

    Wer in seiner Küche einen Gasherd hat, kennt es: Ein Windstoß kann die Flamme löschen. Strömt dann das Gas einfach weiter? Nein - moderne Gasherde haben einen Fühler, der schon nach wenigen Sekunden merkt, dass die Flamme ausgegangen ist. Dann wird die Gaszufuhr automatisch abgedreht.

    Was tun, wenn es nach Gas riecht?

    Sollte der seltene Fall auftreten, dass ein Gasleck in einer Hausleitung entsteht, bekommt man es als Bewohner schnell mit: Gas riecht nach faulen Eiern oder Schwefel. Der Geruch wird schnell penetrant.

    Als erstes sollte man sofort Fenster und Türen öffnen, damit sich das Gas mit der Außenluft vermischt und die Gaskonzentration sinkt. Auf keinen Fall elektrische Geräte betätigen! Nicht einmal das Licht anmachen! Jede Art von Funken oder elektrischem Signal kann eine Explosion auslösen. Danach heißt es: das Gas abdrehen! Der Haupthahn befindet sich meist im Keller. Damit schalten Sie das Gas im ganzen Haus ab.

    Ein Anruf beim örtlichen Energieversorger ist empfehlenswert: Dieser hat oft Notfallnummern für den Fall eines Gasaustritts, die man schnell im Internet findet.

    Wie oft die Gasleitungen warten?

    Fachleute empfehlen, einmal im Jahr ein Auge auf alle relevanten Stellen der Gasleitung ein Auge zu werfen. Wie man genau diesen "Hauscheck" durchführt, das kann man auf der Seite des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches e.V. nachlesen.

    Darüber hinaus muss jede Gasleitung in privaten Häusern mindestens alle zwölf Jahre von einem Fachunternehmen auf Dichtheit geprüft werden. Der Kaminkehrer misst übrigens nur die Werte der Gasheizung, er ist nicht für die Wartung zuständig.

    Auch die öffentlichen Gasleitungen werden in Deutschland sehr streng kontrolliert, mindestens alle sechs Jahre. Bei Großveranstaltungen wie dem Oktoberfest in München werden die Leitungen sogar jedes Jahr genau überprüft.

    Gasexplosionen sind sehr unwahrscheinlich

    Für Experten wie Heizungsbaumeister Eduard Kröll von der Sanitär- und Heizungstechnik SHK Innung München sind gefährliche Explosionen wie in Den Haag oder in Paris hierzulande eher unwahrscheinlich:

    "Das Regelwerk ist so exakt und genau, dass alle Tätigkeiten - wer verantwortlich ist, wer zuständig ist - relativ gut geordnet und zugeteilt sind. Da kann ich mir nicht vorstellen, dass bei normalem Verhalten und Nutzung irgendetwas passieren kann." Eduard Kröll, Heizungsbaumeister

    Als Nutzer einer Gasheizung braucht man also nicht ständig ein mulmiges Gefühl haben: Gas ist sicher, solange man die nötige Sorgfalt walten lässt.

    Von
    • Johannes Reichart
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