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Wie Robert Koch die Medizin revolutionierte | BR24

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Anfangs war der Mediziner Robert Koch ein Star, es gab sogar Sammeltassen von ihm. Dann verliebte sich der verheiratete Mann in seine Vorleserin Hedwig Freiberg. Seine Zeitgenossen nahmen es ihm übel, heute werden seine Errungenschaften gefeiert.

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Wie Robert Koch die Medizin revolutionierte

Sein ganzes Leben lang war er auf der Jagd nach Krankheitserregern, konnte die Ursache für Tuberkulose, Milzbrand und Cholera finden und so Millionen Menschenleben retten. Robert Koch, der vor 175 Jahren geboren wurde, hatte aber auch Misserfolge.

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Robert Koch war zweifellos ein großer Mediziner. Schließlich entdeckte er die gefährlichen Erreger, die Tuberkulose, Milzbrand oder Cholera auslösten. Mit seiner Entdeckung war der Arzt und Forscher, der am 11. Dezember 1843 in Clausthal im Harz geboren wurde, aber zugleich auch Pionier, Revolutionär und Lebensretter.

Pionier, weil er mit seinen Erkenntnissen erstmals beweisen konnte, dass für die Übertragung von Infektionskrankheiten allein Bakterien verantwortlich sind. Das war neu und für die Medizin eine Revolution, glaubte die Wissenschaft - unter ihnen namhafte Forscher wie Max von Pettenkofer - doch noch bis Mitte des 19. Jahrhunderts daran, Infektionskrankheiten würden von giftigen Dämpfen aus dem Erdreich übertragen werden. Mit den Erkenntnissen Kochs wurden Infektionskrankheiten heilbar. Millionen von Menschen rettete er so das Leben.

Koch entdeckte die Erreger von Milzbrand, Tuberkulose und Cholera

Robert Koch war ein rastloser Forscher. Sein ganzes Leben lang war er auf der Suche nach den Erregern zahlreicher Krankheiten. 1876 gelang es ihm, den Erreger des Milzbrands (Bacillus anthracis) außerhalb des Organismus zu kultivieren und seinen Lebenszyklus zu beschreiben. Damit konnte erstmals lückenlos die Rolle eines Krankheitserregers beschrieben werden. 1882 entdeckte Koch dann den Erreger der Tuberkulose. Nur ein Jahr später, 1883, konnte er auf einer Forschungsreise nach Ägypten und Indien, wo in dieser Zeit Cholera-Epidemien wüteten, auch den Cholera-Erreger nachweisen.

Impfung gegen Tuberkulose misslang

Doch nicht alles gelang Koch. 1890, als er auf dem 10. Internationalen Mediziner-Kongress in Berlin einen Impfstoff gegen Tuberkulose vorstellte und Tausende Tuberkulose-Kranke aus ganz Europa herbeiströmten, konnte Koch die Erwartungen nicht erfüllen. Der Impfstoff Tuberkulin hielt nicht, was Koch versprach. Probanden starben. Koch musste das Mittel wieder zurückziehen.

Robert Koch: Nobelpreis krönte seinen Werdegang

Robert Koch absolvierte sein Studium im Blitztempo. Bereits mit 22 Jahren war er promovierter Arzt, mit 23 Jahren heiratete er seine Jugendfreundin Emmy und fand eine erste Anstellung als Landarzt bei Hannover. Es folgten die Arbeiten in einer wenig einträglichen eigenen Praxis, als Lazarettarzt im Deutsch-Französischen-Krieg und eine Anstellung als Amtsarzt im heutigen Polen. Von 1891 bis 1904 leitete er die erste eigene Abteilung zur Erforschung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten im neu gegründeten Königlich Preußischen Institut. Bis heute trägt die Einrichtung seinen Namen: Robert-Koch-Institut. 1905 erhielt Koch für seine Forschungsergebnisse den Nobelpreis für Medizin. Er starb 1910 in Baden-Baden an einer Infektion, mit der er sich auf einer Reise in den Tropen angesteckt hatte.