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Wie organisierte Umweltkriminalität gefährdete Arten bedroht | BR24

© dpa/BR

Schuppentier

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    Wie organisierte Umweltkriminalität gefährdete Arten bedroht

    Ab morgen trifft sich die Weltgemeinschaft in Südafrika, um darüber zu verhandeln, welche Tiere und Pflanzen künftig besonders geschützt werden sollen. Die Liste der Arten für die der Handel eingeschränkt oder verboten ist, soll erweitert werden.

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    Auf bis zu 23 Milliarden Euro pro Jahr schätzt Interpol den Wert von illegal gehandelten Arten. Die organisierte Umweltkriminalität wirft ähnlich viel Gewinn ab, wie Drogen- oder Waffenschmuggel. Die Strafverfolgungsbehörden stehen dabei allerdings oft machtlos da. Wenn es um Umweltkriminalität geht, sind sie längst nicht so gut ausgestattet wie im Bereich Drogen- und Waffenschmuggel. Das Risiko für Kriminelle bei Artenschutzverstößen erwischt zu werden ist geringer.

    Schlechte Aussichten für das Schuppentier

    Die Rote Liste der vom Aussterben bedrohten Arten wird so immer länger. Potentielle Kandidaten dafür, jetzt auch in die Artenschutzliste aufgenommen zu werden, sind Schuppentiere. Die Säuger leben in Afrika und Asien und sehen mit ihrer spitzen Schnauze und einer Art Schuppenpanzer aus wie eine Mischung aus Ameisenbär und Tannenzapfen.

    Schuppentierfleisch im Suppentopf

    Ihr Problem: Schuppentiere gelten in manchen Ländern als Luxusartikel. Ihre Schuppen sind zum Beispiel in China als Medizin gegen Hautkrankheiten beliebt. Schuppentierfleisch wird als teure Delikatesse gehandelt. Sie sind die am meisten gewilderte und geschmuggelte Art weltweit.

    Letzte Rettung: strenger Artenschutz

    Alle acht Schuppentier-Arten stehen nun auf der Vorschlagsliste für ein totales Handelsverbot unter der Washingtoner Artenschutz-Konvention. Möglicherweise die letzte Chance, die Tiere vor dem Aussterben zu bewahren. Ein totales Handelsverbot erleichtert die Arbeit der Behörden, weil klare Regeln gesetzt werden. Und die sind offenbar nötig, wenn es darum geht, Arten vor dem Aussterben zu bewahren.