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WHO warnt: An Tuberkulose sterben mehr Menschen als an Aids | BR24

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Von Tuberkulose befallene Lunge

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    WHO warnt: An Tuberkulose sterben mehr Menschen als an Aids

    1,6 Millionen Menschen starben 2017 an der Lungenkrankheit Tuberkulose, so der aktuelle Jahresreport der Weltgesundheitsorganisation WHO. Tuberkulose ist also nach wie vor die Infektionskrankheit, die weltweit die meisten Todesopfer fordert.

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    Von
    • Veronika Bräse

    An den Folgen der Immunschwächekrankheit Aids starben nach UN-Angaben rund 940.000 Menschen im vergangenen Jahr. Fast doppelt so viele erlagen ihrem Tuberkulose-Leiden.

    Tuberkulose als globale Herausforderung

    Bei Tuberkulose wie auch bei HIV sind die Zahlen der Infizierten zwar seit Jahren rückläufig, was aber nicht für arme Länder gilt. Deshalb erklärt die WHO Tuberkulose als „globale Katastrophe“ und ruft zu Gegenmaßnahmen auf.

    Tuberkulose als Krankheit der Armen

    An TBC erkranken vor allem Menschen in strukturschwachen Regionen in Afrika, Osteuropa und Zentralasien. Zwei Drittel der Neuinfektionen wurden vergangenes Jahr in Indien, Indonesien, China, Pakistan, Bangladesch, Nigeria, Südafrika und auf den Philippinen registriert.

    Tuberkulose und Aids: ein tödliches Duo

    HIV-Infizierte erkranken besonders oft an Tuberkulose, weil ihr Immunsystem geschwächt ist. Andererseits kann eine Tuberkulose-Infektion bewirken, dass Aids schneller ausbricht. Die Krankheiten verstärken sich also gegenseitig und gelten als tödliches Duo.

    Heilungschancen bei Tuberkulose

    Anders als Aids ist Tuberkulose mit Antibiotika heilbar, sofern die Krankheit rechtzeitig erkannt wird und Patienten die Medikamente konsequent einnehmen. Rund 64 Prozent der Erkrankten erhalten, laut WHO-Bericht, eine medizinische Behandlung, was nicht ausreicht, um die Krankheit einzudämmen. Betroffen sind viele Kinder in armen Ländern, deren Immunsystem nicht stabil genug ist.

    Resistente Tuberkulose-Erreger

    Problematisch ist auch, dass sich Tuberkulose-Bakterien verbreiten, die gegen Antibiotika resistent geworden sind. Die WHO fordert die Gesundheitsminister der Länder dazu auf, mit mehr Geld und Engagement den Kampf gegen Infektionskrankheiten aufzunehmen.