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Das Coronavirus ist laut Experten der Weltgesundheitsorganisation WHO wohl ausgehend von Fledermäusen über ein weiteres Tier auf den Menschen übergesprungen. "Extrem unwahrscheinlich" ist demnach, dass das Virus aus einem Labor entwichen sein könnte.

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Fledermaus und Zwischenwirt laut WHO Überträger des Coronavirus

Das Coronavirus ist laut Experten der Weltgesundheitsorganisation WHO wohl ausgehend von Fledermäusen über ein weiteres Tier auf den Menschen übergesprungen. "Extrem unwahrscheinlich" ist demnach, dass das Virus aus einem Labor entwichen sein könnte.

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Von
  • BR24 Redaktion
  • Rüdiger Hennl

Die Übertragung über einen tierischen Zwischenwirt auf den Menschen sei das wahrscheinlichste Szenario, heißt es in einem Entwurf des lange erwarteten Expertenberichts. Ob es an dem Bericht vor seiner Veröffentlichung noch Veränderungen geben wird, war unklar. Der Leiter der WHO-Delegation in Wuhan, Peter Ben Embarek, hatte am Freitag erklärt, der Bericht sei abgeschlossen und stehe vor der Veröffentlichung.

Viele Fragen noch offen

Die These einer Übertragung von Fledermäusen über einen Zwischenwirt auf den Menschen kursierte bereits seit Beginn der Pandemie. Insofern entsprechen die Erkenntnisse der Studie weitgehend den Erwartungen, lassen aber gleichzeitig viele Fragen offen.

Andere Übertragungswege nicht ausgeschlossen

Die Forscher führen in dem Text nämlich vier Szenarien in der Reihenfolge von deren Wahrscheinlichkeit auf. Sie kamen demnach zu dem Schluss, dass eine Übertragung über eine zweite Tierart, "wahrscheinlich" bis "sehr wahrscheinlich" sei.

Eine direkte Übertragung von Fledermäusen auf Menschen stuften sie als "immer noch wahrscheinlich" ein, eine Übertragung über gefrorene oder gekühlte Nahrungsmittel hielten sie für "möglich", aber "nicht wahrscheinlich". Das Expertenteam schlägt weitere Untersuchungen zu diesen Übertragungsvarianten vor, nicht jedoch zu der "unwahrscheinlichen" Hypothese eines Ausbruchs aus einem Labor.

Schuppentier, Nerz und Katze mögliche Zwischenwirte

Ein Virus, das SARS-CoV-2 sehr ähnlich ist, wurde dem Bericht zufolge in Fledermäusen gefunden. Doch die "evolutionäre Distanz zwischen diesen Fledermaus-Viren und SARS-CoV-2 beträgt Schätzungen zufolge mehrere Jahrzehnte, was eine fehlende Verbindung nahelegt", heißt es in der Studie. Sehr ähnliche Viren wurden auch im Schuppentier, dem Pangolin, gefunden, aber auch Nerze und Katzen könnten Zwischenwirte gewesen sein.

Genauer Ursprungsort bleibt unklar

Darüber, ob die Corona-Pandemie tatsächlich an einem Markt in der Stadt Wuhan ihren Anfang nahm, konnten die Experten kein abschließendes Urteil fällen. Es seien aber auch Fälle vor dem großen Ausbruch auf dem Markt festgestellt worden, was die Experten davon ausgehen lasse, dass die Pandemie anderswo begonnen habe. Möglicherweise habe es mildere Verläufe der durch das Virus ausgelösten Krankheit Covid-19 gegeben, die dann zu Infektionen auf dem Markt geführt hätten, heißt es in dem Bericht.

Streitigkeiten mit China

Experten der Weltgesundheitsorganisation waren Anfang des Jahres in Wuhan, von wo die Pandemie ihren Ausgang nahm. Ihr Bericht hat sich mehrfach verzögert und ist Gegenstand diplomatischer Streitigkeiten geworden. China stand im Verdacht, Einfluss auf die Schlussfolgerungen der Experten nehmen zu wollen um zu verhindern, dass dem Land eine Schuld für die Pandemie zugewiesen werden könnte.

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