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WHO: Eine Million sexuell übertragbare Infektionen am Tag | BR24

© dpa-Bildfunk/PD Dr. Annette Moter

Treponema pallidum, der Erreger der Syphilis

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    WHO: Eine Million sexuell übertragbare Infektionen am Tag

    Trichomonaden, Chlamydien, Gonokokken und Syphilis: Mit diesen sexuell übertragbaren Krankheiten stecken sich nach einem Bericht der WHO weltweit pro Tag mehr als eine Million Menschen an. Es handle sich um eine "stille und gefährliche Epidemie".

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    Weltweit stecken sich mehr als eine Million Menschen pro Tag mit sexuell übertragbaren Krankheiten an. Nach einem Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es jedes Jahr unter den 15- bis 49-Jährigen schätzungsweise 376 Millionen neue Infektionen mit Trichomonaden, Chlamydien, Gonokokken oder Syphilis. Oft infiziere sich ein Mensch mit mehreren Erregern gleichzeitig oder mehrfach im Jahr. Die Gesamtzahl gilt für 2016 und liegt gut fünf Prozent höher als bei der vorherigen Schätzung für 2012.

    Syphilis zweithäufigste Todesursache für Babys

    Die vier Krankheiten könnten schwerwiegende Folgen haben, darunter Eileiterschwangerschaften, Totgeburten, Unfruchtbarkeit, Herz-Kreislauferkrankungen sowie Arthritis, warnen die Autoren. Allein 2016 seien rund 200.000 Babys von mit Syphilis infizierten Müttern kurz vor oder kurz nach der Geburt gestorben. Damit sei Syphilis nach Malaria die zweithäufigste Todesursache für Babys.

    "Stille und gefährliche Epidemie"

    "Dies ist eine stille und gefährliche Epidemie", sagte eine der Autorinnen, Melanie Taylor. Jeder vierte Erdbewohner sei mit einer der Krankheiten infiziert. Dies sei ein Weckruf, so Peter Salama, WHO-Direktor für flächendeckende Gesundheitsversorgung. "Wir brauchen gemeinsame Anstrengungen, damit jeder Mensch überall Dienste in Anspruch nehmen kann, um diesen beeinträchtigenden Krankheiten vorzubeugen und sie zu behandeln." Denn die Krankheiten seien heilbar. Die WHO empfiehlt mehr Tests und bezahlbare Medikamente sowie Aufklärung zur Vorbeugung.

    Trichomonaden-Infektionen besonders häufig

    Mit Abstand am häufigsten sind nach dieser Untersuchung Infektionen mit Trichomonaden. Sie machen mehr als 40 Prozent aller Fälle aus und betreffen 156 Millionen Menschen pro Jahr. Bei der Infektion führen die einzelligen Parasiten zu einer Entzündung der Geschlechtsorgane und Harnwege. Am zweithäufigsten sind Erkrankungen durch Chlamydien, die 127,2 Millionen Menschen betreffen. Beschwerden wie Ausfluss oder Brennen beim Wasserlassen treten oft nicht oder erst spät auf. Mit Gonokokken - Gonorrhö oder umgangssprachlich Tripper genannt - infizieren sich weltweit jedes Jahr 86,9 Millionen Menschen. Angegriffen sind meist die Schleimhäute der Harnwege und Geschlechtsorgane. An Syphilis erkranken 6,3 Millionen Menschen. Auch hier dringen Erreger über die Schleimhaut oder Hautrisse in den Körper ein. Betroffene können ein Geschwür bekommen sowie Hautausschläge und Fieber.

    Chlamydien in Europa am weitesten verbreitet

    In der Europa-Region, die bis Tadschikistan an der chinesischen Grenze reicht, sind von den vier Krankheiten Chlamydien am weitesten verbreitet: bei 3,2 Prozent der Frauen und 2,2 Prozent der Männer.

    Zusätzlich sind nach Angaben der WHO weltweit Hunderte Millionen Menschen von Herpes- oder Humanen Papillomviren (HPV) betroffen, die ebenfalls bei Sexualverkehr übertragen werden. Infektionen mit Viren wie HIV wurden in der WHO-Studie nicht berücksichtigt.