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Eine von Deutschlands Schlangen: die harmlose Ringelnatter - wenn auch nicht für Frösche

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    Welttag der Schlange: Keine Angst vor Schlangen in Deutschland

    An Schlangen scheiden sich die Geister. Für den einen sind sie faszinierende Geschöpfe, anderen jagen sie Angstschauer über den Rücken. Dabei sind die Tiere ein wichtiger Bestandteil des Ökosystems und in ihrem Bestand stark gefährdet.

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    Von
    • Marlene Riederer

    Schlangen haben kein gutes Image - sie gelten als falsch und hinterhältig. Nicht umsonst ist der Ausdruck "du falsche Schlange" in der zwischenmenschlichen Kommunikation nicht gerade als Kompliment zu verstehen. Darüber hinaus scheint die Schlange für alles Elend auf Erden verantwortlich, hat sie doch Eva verführt, den Apfel vom Baum der Erkenntnis zu naschen und so für die Vertreibung aus dem Paradies gesorgt.

    Warum haben wir Angst vor Schlangen?

    Und selbst, wenn man von dieser biblischen Schandtat absehen kann, rufen Schlangen bei vielen Menschen Gefühle wie Ekel und Angst hervor - so wie es wohl sonst nur noch Spinnen schaffen.

    140.000 Menschen sterben weltweit jährlich an Schlangenbissen

    Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO werden jährlich gut sechs Millionen Menschen von Giftschlangen gebissen. Davon sterben 140.000 der Gebissenen, 400.000 Menschen tragen bleibende Schäden wie Blindheit, Amputationen oder eine posttraumatische Belastungsstörung davon. Aber Schlangenphobiker können aufatmen: Deutschland ist ein (nahezu) sicheres Land.

    Keine Angst vor heimischen Schlangen

    Zumindest in Deutschland ist die Angst vor Schlangen unbegründet. Hierzulande leben sieben Schlangenarten mit teils eng begrenzten Vorkommen: die Ringelnatter, die Glatt- oder Schlingnatter, die Würfelnatter, die Äskulapnatter, die Barren-Ringelnatter sowie die Kreuzotter und die Aspisviper. Davon sind nur die Otter und Vipern giftig. Die Aspisviper lebt ausschließlich im südlichen Schwarzwald. Die Kreuzotter ist weiter verbreitet. Sie kommt im norddeutschen Tiefland, im Mittelgebirge und in den alpinen Gegenden oberhalb der Baumgrenze vor. Wohl fühlt sie sich in Heide- und Moorlandschaften, besonders auf den Ostseeinseln Rügen und Hiddensee - und überall dort, wo sie sich aufwärmen kann.

    Biss einer Kreuzotter: für Gesunde in der Regel kein Problem

    Einem gesunden Erwachsenen können ihre Bisse kaum etwas anhaben. Aufpassen sollten allerdings Kinder, kranke und alte Menschen, für sie kann das Gift durchaus lebensgefährlich werden. Deshalb sollte man nach einem Biss, der sehr schmerzhaft sein kann, umgehend einen Arzt oder ein Krankenhaus aufsuchen. In den vergangenen 60 Jahrenfist allerdings nur ein Todesfall bekannt geworden: Eine 81-jährige Frau wurde 2004 auf Rügen gebissen und ist verstorben - allerdings an einer allergischen Reaktion. Denn Bienen- und Wespenallergiker können auch auf das Gift der Kreuzottern und Aspisvipern allergisch reagieren.

    Wenn es durch eine allergische Reaktion zu einer Schwellung der Atemwege kommt, sollte die Schwellung gekühlt werden. Eine schlechte Idee ist es, die Wunde abzubinden oder auszusaugen, wie man es aus alten Western kennt. Rufen Sie vielmehr den Rettungswagen und versuchen Sie, sich die Schlange vom Aussehen zu merken. Das verletzte Körperteil grundsätzlich tief und ruhig halten und die Wunde desinfizieren.

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    Eine Kreuzotter

    Der Biss der Aspisviper

    Das Gift der Aspisviper ähnelt dem der Kreuzotter und kann im Extremfall ebenfalls tödlich sein. Nach einem Biss der Giftschlange können Atemnot und Herzbeschwerden auftreten.

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    Eine Aspisviper

    So vertreiben Sie die Schlangen beim Spaziergang

    Zur Beruhigung: Die heimischen Schlangen beißen allenfalls zur Notwehr und verfolgen einen nicht. Wer trotzdem Sorge hat: Mit hohem Schuhwerk und langer Hose beim Wandern in besiedelten Gebieten und einem kräftigen Schritt, der die sensiblen Schlangen durch die Erschütterung verschwinden lässt, geht man auf Nummer sicher. Im Winter hausen Deutschlands Schlangen übrigens in Baumstümpfen, zwischen Felsblöcken oder in Wurzelballen. Selbstverständlich sollte daher sein, nicht in Löcher und Spalten zu fassen. (Achtung: Hunde!)

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