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Welthunger-Index 2018: Lage trotz Verbesserungen ernst | BR24

© Stefanie Glinski/Deutsche Welthungerhilfe e.V./obs/dpa-bildfunk

Welthunger-Index 2018: Im Südsudan ist eine Frau unterwegs, um Wasser von der Quelle und Lebensmittel von der Welthungerhilfe zu holen.

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    Welthunger-Index 2018: Lage trotz Verbesserungen ernst

    821 Millionen Menschen hungern weltweit. Und obwohl seit dem Jahr 2000 Erfolge zu verzeichnen sind, drohen bewaffnete Konflikte und Klimawandel diese zunichte zu machen.

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    Ein Entwicklungsziel lautet: Den Hunger in der Welt bis zum Jahr 2030 zu beenden. Und tatsächlich kann die Welthungerhilfe bei der Veröffentlichung des Welthunger-Index 2018 in Berlin auf Erfolge verweisen. Die Werte zur Hungersituation seien seit der Jahrtausendwende weltweit insgesamt um 28 Prozent gefallen. Doch die Zahl der Hungernden steige jüngst wieder an, auf insgesamt 821 Millionen Menschen, und das zeige, dass im weltweiten Kampf gegen den Hunger ein Rückschlag drohe.

    Hungersituation von "ernst" bis "gravierend"

    Der Welthunger-Index (WHI) bewertet die Lage in insgesamt 119 Ländern der Erde. Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass die Lage in 51 Ländern als "ernst" oder "sehr ernst" einzustufen ist. Schlusslicht in dem Index ist die Zentralafrikanische Republik. Dort sei die Situation gar als "gravierend" zu bezeichnen. Ein Bürgerkrieg im Jahr 2012, der nur schwer befriedet werden konnte, und erneute Kämpfe 2017 sind Ursache für die ernstzunehmende Lage vor Ort.

    Südasien und Zentralafrika besonders betroffen

    Die höchsten Hungerwerte gibt es in den Regionen Südasiens und Afrikas südlich der Sahara. "In beiden Regionen sind die Werte für Unterernährung, Wachstumsverzögerungen bei Kindern, Auszehrung bei Kindern und Kindersterblichkeit unannehmbar hoch", heißt es in dem Bericht der Welthungerhilfe. Fortschritte gebe es dagegen in den Ländern Angola, Ruanda, Äthiopien und Myanmar. Diese Länder gehören zu den Vorreitern mit einer Verbesserung des WHI-Wertes um mehr als 45 Prozent.

    Hunger sowohl Ursache als auch Folge von Flucht

    Die Gründe für den Hunger sind vielfältig. Gewaltsame Konflikte und der Klimawandel sind nach dem Bericht der Welthungerhilfe entscheidend für Flucht und Vertreibung der Menschen. Hunger kann daher sowohl Folge als auch Ursache von beidem sein, das möchte der diesjährige Bericht zeigen. Mehr als 68 Millionen Menschen sind derzeit weltweit auf der Flucht, so viele wie nie zuvor.

    "Ohne politische Lösungen wird dieser Kampf nicht zu gewinnen sein." Bärbel Dieckmann, Präsidentin der Welthungerhilfe

    Auch der Chef des UN-Welternährungsprogramms (WFP), David Beasley, ruft in diesem Zusammenhang zu mehr internationaler Anstrengung auf. Der Krieg in Syrien und die Massenflucht von Zivilisten zeigten deutlich, welcher Preis für eine Vernachlässigung des Hungerproblems zu zahlen sei.