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Welthundetag: Warnung vor Kauf von Welpen aus dem Internet | BR24

© Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) e. V./ G. Metz

Tierschutzbund mahnt zum Welthundetag, Welpen nicht auf der Straße oder online zu kaufen.

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    Welthundetag: Warnung vor Kauf von Welpen aus dem Internet

    Wer nicht unterstützen will, dass Welpen unter katastrophalen, tierschutzwidrigen Bedingungen aufwachsen, sollte seinen Hund nicht online oder auf der Straße kaufen. Darauf weist die Arbeitsgemeinschaft Welpenhandel anlässlich des Welthundetages hin.

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    Viele der Welpen, die online oder auf der Straße gekauft würden, stammten zumeist "aus illegalen Vermehrzuchten im Ausland", so die Arbeitsgemeinschaft Welpenhandel. Dort würden die Tiere unter miserablen Bedingungen gehalten.

    "Das illegale Geschäft mit den Welpen geht auf Kosten der Tiere", erklärt auch Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Er appelliert, kein Tier über das Internet oder dubiose Anzeigen zu kaufen. "Die Wahrscheinlichkeit, dass illegaler Tierhandel dahintersteckt, ist sehr hoch", so Schröder.

    Immer mehr Hunde in illegalen Tiertransporten

    Allein im vergangenen Jahr beschlagnahmten die Behörden laut einer Statistik des Deutschen Tierschutzbundes 628 Hunde aus illegalen Tiertransporten. 2016 waren es noch 495 gewesen. Zählt man andere bei solchen Transporten entdeckte Tiere wie Vögel, Mäuse und Meerschweinchen hinzu, fiel der Anstieg noch viel größer aus – von gut 1.100 auf knapp 11.000 Tiere.

    Die Tierschützer gehen davon aus, dass die aufgeflogenen illegalen Transporte nur die Spitze des Eisberges sind, da es laut Polizei kaum gezielte Kontrollen gibt. Vor allem in grenznahen Regionen werden immer wieder Tier-Großtransporte gestoppt. Dabei stelle sich heraus, dass die meisten Welpen aus Osteuropa stammen.

    Viel zu junge Welpen kommen krank in den Verkauf

    Die Mutterhündinnen leben dort nach Angaben der Tierschützer in kleinen Verschlägen ohne menschliche Zuwendung und würden nur gehalten, damit sie Welpen "produzieren". Der Nachwuchs würde oft viel zu früh von ihren Müttern getrennt – meist schon im Alter von vier bis sieben Wochen. Die frühe Trennung hat zur Folge, dass das Immunsystem der Jungtiere noch nicht voll ausgebildet ist. Zusätzlich werde oft an lebenswichtigen Impfungen gespart. Deshalb werden viele der Welpen krank oder sterben.

    Die Tierschutzinitiative AG Welpenhandel verweist darauf, dass für diese Tiere notwendige Papiere oft gefälscht oder erst gar nicht ausgestellt werden. So gelangten die Welpen auch nach Deutschland, wobei der Verkauf in erster Linie über das Internet läuft. "Immer mehr skrupellose Händler arbeiten aber auch mit vermeintlichen Züchtern zusammen, die die Welpen als eigene Tiere ausgeben", so der Tierschutzbund weiter.

    Tierheim statt Internet oder Straßenkauf

    Wer tatsächlich an einem Hund interessiert ist, dem gibt Tierschutzbund-Präsident Thomas Schröder den Tipp, sich lieber erst einmal an ein Tierheim zu wenden: "Dort warten tolle Hunde auf eine zweite Chance."

    Wer ist die AG Welpenhandel?

    Die Arbeitsgemeinschaft Welpenhandel wurde 2011 gegründet. Die AG ist eine gemeinsame Initiative von VIER PFOTEN - Stiftung für Tierschutz, TASSO e.V., dem Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH), dem Bund gegen Missbrauch der Tiere (bmt), der Gesellschaft für Tierverhaltensmedizin und -therapie, der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz sowie dem Deutschen Tierschutzbund.

    Die Tierschutzorganisationen fordern: eine EU-weite Chip- und Registrierungspflicht für alle Hunde, rechtsverbindliche Mindeststandards für die Zucht und Haltung von Hunden sowie verstärkte und konsequente Verkehrskontrollen, um dem illegalen Treiben Einhalt zu gebieten.