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Weltbienentag: Was die Biene für die Natur bedeutet | BR24

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Ohne Bienen könnte die Menschheit einpacken. Ein Drittel von allem was wir essen, gäbe es ohne sie nicht. Sie sind als Bestäuber für das Leben elementar. Die Vereinten Nationen haben daher den 20. Mai zum World Bee Day, zum Weltbienentag, erklärt.

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Weltbienentag: Was die Biene für die Natur bedeutet

Die Vereinten Nationen haben den 20. Mai zum Weltbienentag auserkoren - damit unterstreicht die Weltgemeinschaft die Erkenntnis über den Rückgang der weltweiten Bienenpopulation und den dringenden Schutz der Bienen.

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Die Bedeutung von Bienen als Bestäuber für Biodiversität und Ernährungssicherheit ist elementar für die Menschheit. Nach Angaben des Deutschen Imkerbunds sind 80 Prozent unserer heimischen Nutz- und Wildpflanzen auf die Bestäubung durch Bienen angewiesen. Und wiederum mindestens 30 Prozent der menschlichen Nahrung stamme von bienenbestäubten Pflanzen, teilt das niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit mit.

Zahlen und Daten zur Biene

Als Nutztier steht die Honigbiene laut Deutschem Imkerbund auf Platz drei der wichtigsten Nutztiere in Deutschland - nach Rind und Schwein. Im Jahr 2018 wurden in Deutschland durchschnittlich rund 1,09 Kilogramm Honig pro Kopf verbraucht. Mit diesem Pro-Kopf-Verbrauch im Jahr liegen die Deutschen an der Weltspitze.

Für ein halbes Kilo Honig müsste eine Biene 120.000 Kilometer zurücklegen. Das entspricht einer dreifachen Erdumrundung. Durch die Bestäubung erbringen Bienen in Deutschland jedes Jahr einen volkswirtschaftlichen Nutzen von zwei Milliarden Euro. Im Schnitt werden rund 90.000 Tonnen Honig jedes Jahr nach Deutschland importiert. Denn die Nachfrage nach Honig kann von den deutschen Imkern allein nicht gedeckt werden. Sie produzieren alljährlich ungefähr 26.000 Tonnen Bienenhonig. Auffallend ist laut Honig-Verband, dass der durchschnittliche Wert des importierten Honigs bei rund zwei Euro pro Kilogramm liegt und der Wert des exportierten Honigs bei etwa fünf Euro pro Kilogramm.

Wildbienenarten vom Aussterben bedroht

Ein Bienenvolk umfasst im Sommer 30.000 bis 50.000 Tiere. Seit den frühen 2000er-Jahren sind Millionen Bienen einfach verschwunden, ganze Völker ausgerottet. Und mit ihnen verschwinden auch immer mehr andere Insekten. Und das hat Folgen: Expertenschätzungen zufolge beläuft sich der wirtschaftliche Nutzen bestäubender Insekten weltweit auf bis zu 500 Milliarden Euro jährlich. Laut TU München hängt über die Hälfte der Lebensmittelproduktion direkt oder indirekt davon ab. Stark bedroht ist die Wildbiene, die westliche Honigbiene ist neueren Studien zufolge nicht vom Aussterben bedroht. Es gibt rund 580 Wildbienen-Arten, etwa die Hälfte steht auf der Roten Liste der bedrohten Arten.

Denn anders als die Honigbiene haben Wildbienen keine Lobby. Um die Honigbiene kümmern sich viele Klein- und Hobbyimker. Imkerei boomt in Deutschland.

Bienen und Insekten finden keine Nahrung

Zu viele Monokulturen wie Mais verringern das Nahrungsangebot für Bienen. Sie bräuchten kleine Felder oder Wildblumenstreifen, um vielfältigere Blütennahrung zu finden. Insekten finden weniger Nistplätze, weil zu viel gemäht wird. Unter Verdacht stehen auch Spritzmittel der intensiven Landwirtschaft. Wissenschaftler erforschen die Auswirkung von Pestiziden auf Bienen und Insekten. Was sich abzeichnet: Nur ein Umdenken in der Landwirtschaft kann das große Insektensterben stoppen.

Insektenfreundlicher Garten ohne Insektenhotel

Jeder Einzelne kann auch zu Hause etwas für Wildbienen und andere Insekten tun, egal wie klein Garten oder Balkon sind. Ein paar Dinge gilt es aber zu beachten: Eine bunte Blütenpracht ist nicht automatisch auch ein reich gedeckter Tisch für Wildbienen. Auch viele sogenannte Insektenhotels sind für Wildbienen, Schmetterlinge und Co. eher ungeeignet.

War das Volksbegehren "Rettet die Bienen" erfolgreich?

"Rettet die Bienen" sorgte dafür, dass die Notwendigkeit dieser Insekten in den Focus der Öffentlichkeit geriet und das Bayerische Naturschutzgesetz geändert wurde.

Eine der umstrittensten Forderungen des Volksbegehrens stand gleich am Anfang: Der Ökoanbau soll stark steigen – auf mindestens 20 Prozent bis 2025 und mindestens 30 Prozent bis 2030. Heute sind es unter zehn Prozent.

Zahlreiche weitere Änderungsvorschläge betreffen ebenfalls die Landwirtschaft. So soll es verboten werden, Dauergrünland in Ackerflächen umzuwandeln, Feldgehölze und natürliche Totholzsammlungen zu zerstören oder (ab 2022) auf Dauergrünland Pflanzenschutzmittel einzusetzen. Weitere Regelungen schreiben vor, ab ein Hektar Agrarfläche nur noch von innen nach außen zu mähen (um verborgenen Tieren die Flucht zu ermöglichen), den Biotopanteil auf zehn Prozent der unbebauten Fläche (bis 2023) und 13 Prozent (bis 2027) zu steigern sowie bei der Bewirtschaftung fünf Meter Abstand von Gewässern zu halten. Das alles soll die Bildung von „Blühwiesen" unterstützen, um so die Insektenvielfalt zu fördern.

Noch ist es Fachleuten zufolge, ist es schwierig abzuschätzen, was genau das Volkbegehren tatsächlich gebracht hat.

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Ohne Bienen könnte die Menschheit einpacken. Ein Drittel von allem was wir essen, gäbe es ohne sie nicht. Sie sind als Bestäuber für das Leben elementar. Die Vereinten Nationen haben daher den 20. Mai zum World Bee Day, zum Weltbienentag, erklärt.

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