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Welt-Schuppentier-Tag: Der seltene Tannenzapfen auf vier Beinen | BR24

© picture alliance / AP Photo

Der Welt-Schuppentier-Tag erinnert daran, dass die Tannenzapfentiere (auch: Pangoline) vom Aussterben bedroht sind.

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    Welt-Schuppentier-Tag: Der seltene Tannenzapfen auf vier Beinen

    Das Schuppentier ist vielleicht das niedlichste Tier der Welt, von dem Sie noch nie gehört haben. Und leider auch das meistgeschmuggelte! Der Welt-Schuppentier-Tag am 15. Februar macht auf die außergewöhnliche, vom Aussterben bedrohte Art aufmerksam.

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    Schuppentiere sind die einzigen Säugetiere, die rundum mit Hornschuppen besetzt sind. Das lässt sie ein wenig wie Tannenzapfen auf vier Beinen aussehen. Deswegen werden sie auch Tannenzapfentiere genannt. Allerdings handelt es sich dabei um ganz schön mächtige Tannenzapfen: Schuppentiere werden so groß wie eine Katze und rund 35 Kilogramm schwer. Weil sie sich bei Gefahr einrollen, heißen sie auch "Pangoline". Der Name geht auf das malayische Wort "pengguling" zurück, was so viel bedeutet wie "etwas, das sich aufrollt".

    Auch in Deutschland gibt es Schuppentiere

    Insgesamt gibt es in Asien und Afrika acht Arten von Schuppentieren. Aber auch in Deutschland findet man vier Tannenzapfentiere: Tou Feng, Quesan, Chuan-Qiong und Shui-Li sind im Zoo Leipzig zuhause. Als einzige Schuppentier-Heimat in Europa möchte der Zoo sie auch züchten, bislang hat sich allerdings noch kein Nachwuchs angekündigt.

    Schuppentier-Bestand um 90 Prozent geschrumpft

    Pangoline sind scheu, nachtaktiv und ernähren sich von Insekten. Ihre Leibspeisen sind Ameisen und Termiten. An Nahrung fehlt es den Tieren also nicht, dank ihrer Schuppen sind sie auch vor gefräßigen Angreifern geschützt - trotzdem sind alle acht Arten vom Aussterben bedroht und stehen auf der Roten Liste der bedrohten Arten der Weltnaturschutzunion (IUCN). In den vergangenen 20 Jahren ist die Zahl der Tannenzapfentiere um rund 90 Prozent zurückgegangen.

    Größter Feind der Tannenzapfentiere: der Mensch

    Ihre größte Bedrohung ist der Mensch: Weil sie vor allem in China und Vietnam als Delikatesse gelten und ihren Schuppen magische Kräfte zugeschrieben werden, werden sie gejagt. Und den Wilderern macht es gerade der Schutzmechanismus der Schuppentiere einfach: Wenn sie sich bei Gefahr zu einer regungslosen Kugel einrollen, lassen sie sich einfach aufheben und mitnehmen.

    Kein Tier wird so häufig illegal gehandelt wie das Schuppentier

    Nach Einschätzung von Experten ist kein anderes Tier bei Wilderern und Schmugglern so beliebt wie das Schuppentier. Laut der Weltnaturschutzunion IUCN wurden zwischen 2004 und 2014 mehr als eine Million Tannenzapfentiere illegal gehandelt. Jährlich wird laut WWF Schmuggelware von etwa 20.000 Tieren entdeckt, die tatsächliche Zahl geschmuggelter Tiere könnte viermal so hoch sein.

    Zahl der beschlagnahmten Schmuggelware steigt immer weiter an

    Wieviele Schuppentiere tatsächlich Jahr für Jahr durch den Menschen umkommen, lässt sich nicht feststellen. Nur die Menge an beschlagnahmter Schmuggelware gibt darauf Hinweise. Und die steigt in den vergangenen Jahren immer weiter an. Nach Angaben der Wildlife Justice Commission wurden allein in den Jahren 2016 bis 2019 über 200 Tonnen Pangolin-Schuppen beschlagnahmt. Da jedes einzelnen Tier nur wenige Kilogramm an Schuppen liefert, sind wohl allein für diese entdeckte Schmuggelware zigtausende Tiere getötet worden.

    Tannenzapfentiere sind streng geschützt

    Dabei wurden alle acht Arten von Schuppentieren vor rund zwei Jahren in die höchste Schutzstufe des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES) aufgenommen. Der internationale kommerzielle Handel ist seitdem vollständig verboten und steht unter Strafe. Eigentlich. "Der illegale Handel mit den Tieren reißt nicht ab. Das ist eine kriminelle Lieferkette, die sich um den Globus spannt", sagt Arnulf Köhncke, Artenschutzexperte bei der Umweltschutzorganisation WWF. Laut Köhncke ist die Nachfrage noch immer zu hoch und der Handel mit den Tannenzapfentieren zu lukrativ.

    Nägel kauen statt Schuppentiere morden

    Helfen könnte es, wenn strengere Kontrollen und härtere Strafen eingeführt werden. Und, wenn die öffentliche Aufmerksamkeit verstärkt auf die Bedrohung der Pangoline gelenkt wird. "Sie könnten aussterben, bevor die meisten Menschen überhaupt von ihnen gehört haben", sagt WWF-Artenschutzexperte Arnulf Köhncke. Am Welt-Schuppentier-Tag kann man deshalb ruhig noch einmal betonen, dass die Schuppen des Tannenzapfentieres auch nur aus Keratin bestehen. Wer da an Zauberkräfte glaubt, könnte auch einfach an seinen Fingernägeln kauen.