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Welt-Aids-Konferenz: Fortschritte bei der Behandlung von HIV | BR24

© picture alliance / ZB

Tabletten eines an Aids erkrankten Menschen liegen in Tagesrationen und in Blistern sowie einer Dose auf einem Tisch.

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    Welt-Aids-Konferenz: Fortschritte bei der Behandlung von HIV

    Auf der Welt-Aids-Konferenz stellten Forscher eine Behandlungsmethode vor, um HIV-Infektionen besser vorzubeugen. Außerdem soll ein HIV-Patient erstmals ohne Knochenmarktransplantation geheilt worden sein.

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    Von
    • Sophie Timmermann

    Im Rahmen der diese Woche gestarteten Welt-Aids-Konferenz gibt es Hoffnung zur Heilung von HIV-Infektionen und der Immunschwäche AIDS, die daraus resultieren kann. Die 23. Welt-Aids-Konferenz sollte eigentlich in San Francisco beginnen, doch findet aufgrund der Corona-Pandemie nur virtuell statt.

    Alternative zur täglichen Einnahme von Tabletten

    Ein internationales Forscherteam hat am Dienstagabend auf der Konferenz eine Studie vorgestellt, die neue Erfolge zur Verhinderung einer HIV-Infektion verspricht. Dabei setzt das Team auf das lang wirkende HIV-Arzneimittel Cabotegravirl. Die Studie wurde vom National Institute for Allergies und Infectious Diseases, einem US-Forschungszentrum, durchgeführt.

    Momentan wird bei der Vorbeugung einer HIV-Infektion (Pre-Exposure Prophylaxis) vor allem auf die tägliche Einnahme der Truvada-Tablette gesetzt. Das von den Forschern vorgestellte Mittel muss nur alle zwei Monate gespritzt werden, und soll dabei wirksamer sein als die tägliche Tabletten-Einnahme. Beide Mittel sind jedoch effektiv zur Verhinderung einer HIV-Infektion.

    Möglicherweise HIV-Heilung ohne Knochenmarktransplantation

    Ebenfalls vorgestellt wurden die Ergebnisse eines brasilianischen Forschers, wobei ein brasilianischer HIV-Patient womöglich erstmals ohne Stammzellen-Transplantation geheilt worden ist. Der Patient, der 2012 mit dem HIV-Virus diagnostiziert wurde, soll seit etwa einem Jahr keine Viren im Körper mehr aufweisen. Zuvor wurden ihm starke antivirale Medikamente verabreicht.

    Der Mann wäre damit erst der dritte Mensch, der jemals von HIV geheilt wurde. Die beiden ersten Patienten wurden jeweils mit einer Knochenmarktransplantation behandelt, die jedoch weitaus teuer und komplexer ist. Die neuen Ergebnisse müssen jedoch mit Vorsicht betrachtet werden. Die Studie ist laut Experten nicht unbedingt repräsentativ.

    Forschung nach einem Impfstoff geht weiter

    Schon seit Jahrzehnten sind Forscher auf der Suche nach einem Impfstoff gegen AIDS. Das Ziel, Aids bis 2030 zu besiegen, befindet sich auch wegen der Corona-Krise in Gefahr.

    Laut den Vereinten Nationen und ihrem Anti-HIV-Programm UNAIDS leben 38 Millionen Menschen mit HIV, davon erhielten knapp 25 Millionen eine Behandlung. Weltweit gab es letztes Jahr 690.000 AIDS-bedingte Todesfälle und 1.7 Millionen Neuinfektionen. Das Ziel, die AIDS-Todesrate und die Zahl der HIV-Neuinfektionen jeweils auf weniger als 500.000 zu reduzieren, wurde nicht erreicht.

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