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Weihnachtsbrauch: Wie die Tanne zum Christbaum wurde! | BR24

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Warum haben wir einen Weihnachtsbaum?

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Weihnachtsbrauch: Wie die Tanne zum Christbaum wurde!

Jetzt wird es aber Zeit: Heiligabend steht vor der Tür und der Weihnachtsbaum ist bereit, um geschmückt zu werden. Aber woher kommt dieser Brauch eigentlich und wie hat man lange Freude an seinem Christbaum?

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Woher kommt die Tradition?

Schon die Römer haben in der Winterzeit ihre Häuser mit immergrünen Pflanzen geschmückt und sich so Symbole der Lebenskraft und Vitalität in ihre Behausungen geholt. Vor 500 Jahren entwickelte sich der Brauch, einen Nadelbaum zu Weihnachten ins Haus zu stellen. Diese Tradition geht auf die Germanen zurück, die ihr Vieh an immergrünen Zweigen vorbei trieben, weil das in ihrer Vorstellung Glück brachte. Der Weihnachtsbaum in heutiger Form verbreitete sich im 19. Jahrhundert aus Deutschland kommend in der ganzen Welt.

© picture-alliance / akg-images

Weihnachtspostkarte von 1901

Welche Tanne ist die beste?

Der Verkaufsschlager ist seit Jahren die Nordmanntanne, der Großteil der Weihnachtsbaumkäufer entscheidet sich dafür. Doch die meisten Nordmanntannen wachsen in ökologisch schädlichen Monokulturen auf und haben eine weite Reise - meist aus Dänemark oder Skandinavien - hinter sich. Das ist schlecht für die Umwelt und den Baum. Grün im doppelten Sinne sind Weihnachtsbäume aus ökologischer Waldwirtschaft. Ökobäume sind nach wie vor eine Nische – vor allem jene aus dem Wald, wo laut Umweltorganisationen nur 5 bis 15 Prozent der Weihnachtsbäume wachsen oder gezogen werden. Doch dank verschiedener Label kann man zwischen einem Baum von der Stange und einem ökologisch gezogenen unterscheiden.

© picture-alliance/dpa

Welche Christbäume sind ökologisch ok? Und was spricht gegen die Billigbäume aus dem Ausland? Der BAYERN 1 Umweltkommissar erklärt, wie und wo wir mit gutem Gewissen Christbäume kaufen können.

Wie erkennt man, ob ein Baum frisch ist?

Aus ökologischen Gründen ist der Christbaum der Wahl eine Rotfichte oder Waldkiefer. Aber egal, welche Art es dann ist, am längsten lebt der Baum, je länger er im Boden bleiben konnte. Doch wie kontrolliert man das? Die Qualität eines geschnittenen Christbaums kann man leicht an der Schnittstelle ablesen. Schimmert sie feucht, ist der Baum frisch geschlagen. Eine alte Schnittstelle hingegen ist ausgetrocknet und schlimmstenfalls schon eingerissen. Oft hilft es auch, einfach beherzt am Baum zu rütteln. Fallen Nadeln, sollte man sich lieber nach einem anderen Baum umsehen.

Ein Tipp: Machen Sie einen winterlichen Ausflug zu einem vertrauenswürdigen Anbieter in Ihrer Nähe - viele erlauben, dass man selbst die Axt oder Säge anlegt. Das hat gleich zwei Vorteile: Sie wissen, dass ihr Baum wirklich frisch ist - und die Kinder sind nach dem Ausflug müde.

© BR | Karin Greiner

Auf den Anschnitt achten!

Wie bleibt der Baum lange frisch?

Nach dem Kauf tun Sie gut daran, wenn Sie Ihren Baum vom Händler frisch anschneiden lassen. So werden die Leitungsbahnen im Holz wieder frei und der Baum kann sich selbst von unten mit Wasser versorgen. Dazu ist es natürlich notwendig, stets für einen ausreichenden Wasservorrat im Christbaumständer zu sorgen. Pro Tag kann eine Nordmanntanne durchaus ein bis zwei Liter Wasser verdunsten, das immer wieder nachgefüllt werden muss. Und wer seinen Baum wirklich liebt, der besprüht seine Nadeln täglich mit einem Wasserzerstäuber. Dies ist natürlich nur zu empfehlen, wenn keine elektrische Beleuchtung angebracht ist.

Wie transportiert man den Weihnachtsbaum?

Der Baum darf auf keinen Fall seitlich über das Auto hinausragen. Sollte er mehr als einen Meter über das Heck stehen, dann müssen Sie ein rotes Tuch an das Stammende binden. Wenn Sie ihn aufs Dach schnallen wollen, dann zurren Sie ihn ordentlich fest - sonst droht eine Geldbuße wegen "mangelhaft gesicherter Ladung". Und noch eins: Beim Transport auf dem Auto-Dach wird dem Baum durch den Fahrtwind Feuchtigkeit entzogen! Das kann eine Folie verhindern.

Wie bewahrt man den Baum bis zum Fest auf?

Auch wenn sich der Weihnachtsbaum im Topf in den vergangenen Jahren zunehmender Beliebtheit erfreut: Im Regelfall ist die Weihnachtszeit das Todesurteil für Tannenbäume, denn die Wärme des heimischen Wohnzimmers stört ihre Winterruhe. Länger Freude an seinem Weihnachtsbaum hat, wer folgende Tipps beachtet: Möglichst spät kaufen und wenn nötig, an einem windgeschützten Ort, etwa auf den Balkon oder der Terrasse, in einem Eimer mit Wasser zwischenlagern. Zuvor bitte das Transportnetz entfernen. Bevor es ins Warme geht, sollte der Baum in einem unbeheizten Raum - am besten in der Garage oder im Keller - Gelegenheit zum Akklimatisieren haben.

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Lichterglanz mit gutem Gewissen? Rund vier Millionen Christbäume werden auch heuer wieder in Bayern verkauft. Hier kommen drei Vorschläge für einen nachhaltigen Baum.

Welcher Christbaum-Ständer eignet sich?

Auf dem neuesten Stand der Technik sind Weihnachtsbaumständer mit Seilzugtechnik. Dessen Erfinder, Klaus Krinner, verkauft sein Patent mittlerweile in die ganze Welt. Und danach ist wichtig: Regelmäßig Wasser nachfüllen.

© BR

Christbaumständer mit Seilzugtechnik

Welcher Christbaum-Schmuck hat Tradition?

Die Liebhaber der klassischen Baumdeko haben die Tradition auf ihrer Seite: Der älteste Bericht über einen geschmückten Weihnachtsbaum stammt aus dem Jahr 1419: Die Zunft der Bäckerknechte stellte einen mit Äpfeln, Oblaten, Nüssen und Lebkuchen geschmückten Baum in Freiburg im Breisgau auf. In den folgenden Jahren wurde dieser Schmuck durch Papierblumen oder Zuckerstangen ergänzt und durfte von den Kindern geplündert werden. Auch heute noch gewinnt man nicht nur Kinderherzen mit essbarem Baumschmuck, man tut auch was für die Umwelt.

Heutzutage muss man nicht jedes Jahr den neusten Trends folgen. Christbaumschmuck kann auch klassisch und wiederverwendbar oder aber natürlich und essbar sein. Plätzchen mit roten oder weißen Bändern machen sich am Weihnachtsbaum gut. Schöner, essbarer oder wiederverwendbarer Schmuck sind auch Blumen, Äpfel und Nüsse, Stoffbänder, Tannenzapfen, Strohsterne, Figuren aus Holz, Ton, Salzteig oder Wachs.

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Strohstern statt Lametta - der Umwelt zuliebe!