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Die Erde - von Mondmission Apollo 8 an Weihnachten 1968 aus gesehen
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Iris Tsakiridis
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Die Erde - von Mondmission Apollo 8 an Weihnachten 1968 aus gesehen

Kurz vor Weihnachten nochmal eine Atempause einlegen und sich mit kosmischen Welten beschäftigen - das taten gestern Abend der Physikprofessor Harald Lesch und der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm in der Münchner Lukaskirche.

Allerdings ging es dabei vornehmlich nicht um den Stern von Bethlehem, sondern vor allem um Mond und Erde - denn an Heiligabend vor 50 Jahren gelang den Astronauten der Apollo 8-Mondmission ein besonderer Schnappschuss.

Weihnachten vor 50 Jahren: Die Welt staunt

Es war der der 24. Dezember 1968, die Apollo 8 ist im Weltall unterwegs. Drei Astronauten sitzen in dem ersten bemannten Flug zum Mond, allerdings noch ohne auf ihm zu landen. Dabei gelingt dem Astronauten William Anders ein sensationelles Foto. Das erste Farbbild der Erde aus dem Weltall. Zu sehen ist: Eine kleine blaue Murmel in Schwarz getaucht.

"Die größte Überraschung war für alle drei der Erdaufgang. Von Mond aus zu sehen, wir die Erde aufgeht, vor diesem total schwarzen dunklen Universum." Astrophysiker Harald Lesch

Dabei ist etwas entstanden, was man später dann den "Overview Effekt" nennt. Alle Astronauten, die draußen sind berichten, dass sie zutiefst beeindruckt sind von den hauchdünnen atmosphärischen Schichten. Ein Weihnachtsgeschenk der besonderen Art. Das fasziniert auch den evangelischen Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, der sich am Freitag Abend zusammen mit Harald Lesch in kosmische Welten begibt.

"Und wenn man dann das Staunen neu lernt, und sieht, wie wunderbar die Erde ist, so wie die Astronauten, von denen Sie berichtet haben, das erfahren haben, dann merkt man eigentlich, dass das das Entscheidende ist." Heinrich Bedford-Strohm, evangelischer Landesbischof

Mahnung an die Menschen, die Erde zu bewahren

Ein Bild mit großer Wirkung. Die neue Perspektive auf die Erde macht die Schönheit und Verletzlichkeit des blauen Planeten besonders deutlich. Daran hat vor wenigen Tagen auch der Astronaut Alexander Gerst in einer emotionalen Botschaft erinnert. Er entschuldigte sich etwa bei seinen zukünftigen Enkeln dafür, dass seine Generation den Planeten "nicht im besten Zustand" hinterlassen werde.

Wenn Naturwissenschaftler solche Sätze sagten, wenn sie die Menschen an ihre Verantwortung erinnerten, dann freue ihn das sehr, so Bedford-Strohm. Die Kirchen hätten seit vielen Jahrzehnten gemahnt, dass man mit der Natur, die wir ja als Schöpfung Gottes sehen, sorgsam umgehen müsse.

Beide eint die Hoffnung

Seit einem halben Jahrhundert darf der Mensch aus der Vogelperspektive das Wunderwerk Erde betrachten. Und erst langsam scheint er zu begreifen, dass er seine eigenen Lebensgrundlagen zerstört. Eigentlich frustrierend. Doch der Astrophysiker und der Landesbischof sind zuversichtlich.

"Drei Tage vor Weihnachten einen solchen Abend zu machen und nicht nur über Verantwortung, sondern auch Hoffnung zu sprechen, dass ist etwas, was der Seele sehr gut tut. Wir werden diesen Planeten bewahren." Harald Lesch und Heinrich Bedford-Strohm

Die Erde 1968 von der Apollo 8 aus gesehen.

Die Erde 1968 von der Apollo 8 aus gesehen.