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Europaweit werden viel zu wenig Akkus und Batterien recycelt, obwohl sie wertvolle Rohstoffe enthalten. Vor allem die Rückgewinnung von Lithium wird künftig wichtiger - dabei lauern gerade hier enorme Risiken im Recycling.

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Warum wir mehr Batterien recyceln sollten

Europaweit werden viel zu wenig Akkus und Batterien recycelt, obwohl sie wertvolle Rohstoffe enthalten. Vor allem die Rückgewinnung von Lithium wird künftig wichtiger – dabei lauern gerade hier enorme Risiken im Recycling.

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Batterien und Akkus: Ohne die kleinen Stromquellen für unterwegs wären wir oft aufgeschmissen. Das geht schon morgens los mit Zahnbürste und Rasierer, dann vielleicht weiter mit dem Küchenradio und nicht zuletzt mit dem Handy, das fast jeder von uns ständig dabei hat. Aber was passiert mit diesen Batterien eigentlich nach Gebrauch? Und was könnte man vielleicht verbessern?

Europaweit werden viel zu wenig Batterien recycelt. Viele würden einfach im Hausmüll landen, sagt Matthias Buchert, der sich am Öko-Institut in Darmstadt mit dem Recycling von Batterien beschäftigt. Nur gut die Hälfte von ihnen wird in Deutschland wieder eingesammelt, das zeigen die neuesten Zahlen des Umweltbundesamts.

Bei Akkus aus größeren Geräten, vom Radio bis zum Laptop, sieht es nicht besser aus. "Zum Teil gibt es da große Defizite auch bei den Elektroschrott-Aufbereitern, die diese Batterien nicht ambitioniert genug entnehmen", sagt Buchert. Das Problem sei die Sammlung und Entnahme und nicht etwa fehlende Technologien, die Batterien zu recyceln.

Welche Batteriearten es gibt

Es gibt so viele verschiedene Techniken, wie es Batterien und Akkus gibt. Von Zink-Luft-Batterien – dazu gehören etwa Knopfzellen – bis zum Nickel-Metallhydrid-Akku aus dem Mobilteil des Telefons. Batterien enthalten Metalle, die sich gut recyceln lassen, etwa Blei oder Zink, teilweise auch teurere Stoffe wie Nickel oder giftige wie Cadmium.

Müsste man also einfach mehr Batterien und Akkus einsammeln? Das wäre sehr wichtig, reicht aber nicht. Es hängt von der Art des Stromspeichers ab. Denn es gibt eine von ihnen, die ist alles andere als recyclingfreundlich: die Lithium-Ionen-Akkus. Das geht schon mal damit los, dass bei ihnen eine brennbare Flüssigkeit drin ist. "Jeder Transport von einer Lithium-Ionen-Batterie ist ein Gefahrguttransport. Völlig unabhängig davon, ob die Batterie beschädigt ist oder nicht", sagt Frank Treffer, der bei der Firma Umicore in Hanau für das Batterierecycling zuständig ist.

Probleme beim Recycling von Lithium-Ionen-Akkus

Lithium-Ionen-Akkus stecken in Handys und Laptops, sie treiben E-Bikes, E-Scooter und Elektroautos an. Sie sind extrem kompliziert aufgebaut: Alu- und Kupferfolie sind zigfach umeinandergewickelt, jeweils mit einer anderen Paste beschichtet, und das Ganze ist dann auch noch in einem mehrlagigen Gehäuse untergebracht.

Zuerst muss der Akku also zerlegt werden, aber: Keine dieser Batterie gleicht der anderen. "Das bedingt also die Notwendigkeit, hier flexibel zu sein. Und die einzige flexible Weise, diese Batterien zu demontieren, ist eben die händische Demontage", sagt Frank Treffer.

Etwa eine Stunde ist ein Mitarbeitender damit beschäftigt, für jeden einzelnen Akku. Wären sie standardisiert, ließe sich das teilweise automatisieren. Beim Zerlegen fällt dann jede Menge Plastik vom Gehäuse an, Kupferkabel, Platinen und so weiter – zum Glück für die Recycler. Sie müssen nämlich nach einer EU-Vorschrift die Hälfte der Masse von einem Akku zurückgewinnen, und das schaffen sie damit schon zu einem guten Teil.

Rückgewinnung von Lithium wird künftig wichtiger

Auch einige Metalle können leicht wiedergewonnen werden, zum Beispiel die knappen Elemente Kobalt und Nickel. Nicht aber Lithium. "Es ist ganz wichtig, dass auch Lithium in Zukunft stärker und besser zurückgewonnen wird", sagt Matthias Buchert vom Öko-Institut. Doch das sei eine Herausforderung. Es entwickele sich aber gerade ein neuer Hightech-Zweig der Recyclingindustrie beim Recycling der Lithium-Ionen-Akkus. "Wir müssen uns vor Augen führen, dass das europaweit in den nächsten Jahren von einigen tausend Tonnen, die wir im Moment pro Jahr im Recycling haben, auf viele hunderttausend Tonnen ansteigen wird", sagt Buchert.

Das ist der zweite glückliche Umstand für die Recyclingbetriebe: Noch werden gar nicht allzu viele Lithium-Ionen-Akkus zurückgegeben. Sozusagen eine Atempause für die Forschung, denn mit dem Aufkommen der Elektromobilität wird sich das drastisch ändern.

Die EU zieht derweil die Daumenschrauben an: Zurzeit wird dort eine entsprechende Richtlinie überarbeitet. "Das ist auch dringend notwendig, die ist über zehn Jahre alt", sagt Matthias Buchert vom Öko-Institut. Bei den Gerätebatterien müsse es zu höheren Sammelquoten kommen. Im Moment liegt die Vorgabe europaweit bei 45 Prozent für die Mitgliedsstaaten. Das heißt im Umkehrschluss: Gut die Hälfte kann verschwinden, und das tut sie auch vielfach. "Und das ist natürlich ein Zustand, der nicht haltbar ist", sagt Buchert.

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