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Warum der FRM II noch immer mit Bombenmaterial läuft | BR24

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Warum der FRM II noch immer mit Bombenmaterial läuft

Schon 2010 hätte der Forschungsreaktor im Norden von München auf niedrig angereichertes Uran umgerüstet werden sollen. Doch das verzögert sich immer weiter. Von Frank Grotelüschen

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Im Garchinger Reaktor werden Neutronen hergestellt. Das sind winzige Teilchen, mit denen man alle möglichen Materialien durchleuchten kann: Metalle, Kunststoffe oder Biomoleküle.

Das Problem: Der Reaktor arbeitet dafür mit hoch angereichertem Uran – waffenfähigem Uran. Seit langem soll er umgerüstet werden. Doch das gestaltet sich ziemlich schwierig. Denn wenn das Uran nicht mehr hoch angereichert ist, muss es im Brennstoff dichter gepackt werden. Sonst produziert der Reaktor weniger Neutronen.

Umrüstung ist schwierig

Doch je dichter das Uran gepackt wird, desto mehr Probleme macht es:

„Es schwillt, unter anderem entstehen Edelgase. Die können nicht gelöst werden und dann blähen sie den Brennstoff auf.“ Winfried Petry, wissenschaftlicher Direktor FRM II

Erste Prototypen platzten sogar. Bis 2010 war die Umrüstung nicht zu schaffen, doch für die nähere Zukunft sind die Forscher zuversichtlich. Eine spezielle Legierung aus Uran und Molybdän scheint besser zu funktionieren.

Lösung mittelangereichertes Uran?

Dennoch wird in Garching noch jahrelang bombenfähiges Material verfeuert werden. Alexander Glaser, Experte für nukleare Sicherheit an der Princeton Universität in den USA, empfiehlt darum, dass in Garching übergangsweise mittelangereichertes Uran verwendet wird.

Für Winfried Petry ist das aber keine Alternative, denn dann liefert der Reaktor weniger Neutronen.

„Entweder wir haben ein Spitzenprodukt oder wir sind nicht konkurrenzfähig.“ Winfried Petry