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Das Zika-Virus führt zu schweren Missbildungen bei Kindern
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BR24 Redaktion
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Das Zika-Virus führt zu schweren Missbildungen bei Kindern

Bis vor wenigen Jahren war das Zika-Virus in Europa unbekannt. Es wurde allerdings schon 1947 bei einem Affen aus dem Zikawald in Uganda entdeckt und tauchte anschließend vereinzelt auch in Asien auf. Inzwischen kommen Zika-Virus-Infektionen weltweit in mehr als 80 Ländern vor - insbesondere in den Tropen und Subtropen. Zika-Viren werden vor allem von der Ägyptischen Tigermücke verbreitet - eine sexuelle Übertragung ist ebenfalls möglich.

Zwei Zika-Fälle in Bayern

Dem Landesamt für Gesundheit wurden in diesem Jahr den Angaben nach bis zum 3. Dezember zwei Infektionen mit dem Zika-Virus gemeldet. Beide Patienten waren in einem Risikogebiet, auf den Philippinen und Kuba, gewesen. Im Vergleichszeitraum 2017 gab es 15 Fälle.

Da ein Großteil der Infektionen symptomlos oder nur mit milden Symptomen verläuft, ist die Dunkelziffer nicht gemeldeter Zika-Infektionen wohl hoch. Die Symptome der Krankheit fallen unterschiedlich aus: Fieber, Ausschlag, Gelenkschmerzen und rote Augen. Manche Infizierte spüren auch gar nichts.

Schwere Folgen für Ungeborene

Wesentlich bedrohlicher ist das Virus für Ungeborene. Denn es steht fest, dass es für Mikrozephalie beim Fötus verantwortlich ist. Infizierte Kinder werden mit einem sehr kleinen Kopf geboren und leiden an einer Hirnfehlbildung. Forscher haben außerdem Belege dafür gefunden, dass das Zika-Virus auch das Guillan-Barré-Syndrom (GBS) auslösen kann. Das GBS ist eine Lähmungserkrankung, die zum Tod führen kann. Noch gibt es weder ein Medikament, noch einen Impfstoff gegen das Zika-Virus.

Reisewarnung für schwangere Reisende

Trotz sinkender Zahlen von Zika-Virus-Infektionen in Deutschland warnt die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) davor, die Gefahr zu unterschätzen. "Gerade Schwangere und Frauen, die schwanger werden wollen, sollten deshalb auf Empfehlung des Auswärtigen Amtes keine Reisen in Zika-Virus-Ausbruchsgebiete unternehmen", sagte sie. Und weiter: "Reisende in tropische Länder sollten sich über den aktuellen Stand der Zika-Virus-Infektionen in der jeweiligen Region informieren und von einem Tropen- oder Reisemediziner beraten lassen. Bei unvermeidbaren Reisen in Risikoländer sollten konsequent Schutzmaßnamen zur Vermeidung von Mückenstichen getroffen werden."