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Vorlesen - Wann Kinder bei Geschichten mitfiebern | BR24

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Wann fiebern Kinder bei Geschichten mit, wann schalten sie ab? Das wollen Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik in Frankfurt herausfinden und untersuchen die Gefühle, die Kinder beim Vorlesen erleben.

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Vorlesen - Wann Kinder bei Geschichten mitfiebern

Wann fiebern Kinder bei Geschichten mit, wann schalten sie ab? Das wollen Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik in Frankfurt herausfinden und untersuchen die Gefühle, die Kinder beim Vorlesen erleben.

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Forscher aus Frankfurt wollen in einer Studie herausfinden, was Kinder beim Vorlesen erleben. Für einen Test laden sie rund zweihundert Kinder und ihre Eltern ein. Mit dabei: Der neunjährige Kiyan und seine Mutter Soraya. Bei dem Test untersucht die Psychologin Ines Schindler die emotionale Wirkung von Kindergeschichten. Wo geht der Puls beim Zuhören nach oben? Wann wird gelacht? Wo fangen die Kinderhände an zu schwitzen? Ein klares Zeichen für Aufregung.

Kabelsalat am Kind beim Zuhören

Zwei Elektroden auf den Kinder-Backen überwachen den Lachmuskel. Zwei andere kleben auf dem Stirnrunzel-Muskel. Ein Fingersensor misst, ob die Hände schwitzen. Etwas gewöhnungsbedürftig für die Kinder, aber der Kabelsalat ist beim Vorlesen schnell vergessen. Erste Ergebnisse der Studie: Viele Kinder waren an den gleichen Stellen des Märchens aufgeregt. Und sie bevorzugten meist ein gutes Ende, dann gefiel ihnen die Geschichte. Im Gegensatz zu Erwachsene, die auch mit einem offenen Ende leben können. Traurige Geschichten hören Kinder eher nicht so gern.

Fördern Geschichten Sprachkompetenz?

Die Forscher wollen aber noch mehr wissen. Sie interessieren sich dafür, ob Geschichten sprachliche Kompetenz fördern.

"Worauf ich am gespanntesten bin, ist der Blick in die zukünftige Forschung, weil wir hier die Maße, die wir entwickeln, nicht nur um das jetzt entwickelt zu haben machen, sondern ich möchte damit auch verstehen, warum Geschichten so wirken wie sie wirken. Es werden ja nicht nur Geschichten ganz viel positive Wirkungen nachgesagt, sondern es ist empirisch schon belegt, dass zum Beispiel Kinder, denen viel vorgelesen wird, auch mehr Lust am eigenen Lesen entwickeln und leichter lesen lernen oder dass Geschichten auch helfen, emotionale und soziale Kompetenzen zu entwickeln. Ich denke, dass das sehr stark über die Gefühle zu erklären ist, die während der Geschichte erlebt werden." Dr. Ines Schindler, Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik