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Ein Techniker arbeitet am CERN, der Europäischen Organisation für Kernforschung, an dem Teilchenbeschleuniger LHC bei Genf.

Doch eine Panne im Kühlsystem legte die "Urknallmaschine" schon neun Tage später wieder lahm. Erst ein Jahr später, am 20. November 2009, konnte der Teilchenbeschleuniger neu gestartet werden.

Ziel des LHC: Atomteilchen zertrümmern

Seitdem ist der Large Hadron Collider (LHC) in seinem ringförmigen, rund 27 Kilometer Tunnel mit einigen Unterbrechungen auf einer wichtigen Mission: Mehr als Tausend Magnete beschleunigen Protonen oder Blei-Ionen nahezu auf Lichtgeschwindigkeit und lassen sie dann mit gewaltiger Energie zusammenstoßen. Beim Aufprall werden die Teilchen zertrümmert und es entstehen neue.

Großer Erfolg: die Entdeckung des Higgs-Teilchens

Die CERN-Forscher wollen bei diesen Kollisionen Elementarteilchen beobachten, die bisher nur in ihren Theorien existieren. Das gelang ihnen zum Beispiel 2012 beim Higgs-Teilchen, das der Materie Masse verleiht. Seine Existenz hatten knapp ein halbes Jahrhundert zuvor der Brite Peter Higgs und der Belgier François Englert vorausgesagt. Nachdem ihre Theorie am CERN bewiesen werden konnte, erhielten sie 2013 den Physik-Nobelpreis.

"Wir haben eine Entdeckung: Wir haben ein Teilchen gefunden, das konsistent mit dem Higgs-Boson ist", verkündete CERN-Generaldirektor Rolf Heuer am 4. Juli 2012 im Auditorium des Forschungszentrums in Genf.

"Weltmaschine" soll leistungsfähiger werden

Doch die weltgrößte Forschungsmaschine stößt an ihre Grenzen. Von Februar 2013 bis Juni 2015 hatte der LHC Pause, weil er aufgerüstet wurde: Er bekam neue und stärkere Magnete, die die Teilchenpakete auf noch höhere Geschwindigkeiten bringen. Im Dezember 2018 wird der Beschleuniger für eine zweijährige Routine-Wartung abgeschaltet. Von 2021 bis 2023 arbeitet er dann noch einmal im bisherigen Modus. Um die Leistung des LHC weiter zu steigern, sind deutlich leistungsstärkere Magnete notwendig und neue Tunnelstücke, die angebaut werden müssen. Ab 2025 sollen alle neuen Kabel, Magnete und Messinstrumente installiert sein. Dann ist der erweiterte Super-Beschleuniger bereit für neue Quantensprünge in der Forschung.