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Bildrechte: picture alliance / dpa

Vor 60 Jahren Juri Gagarin erster Mensch im All

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Vor 60 Jahren: Juri Gagarin als erster Mensch im All

Russland erinnert in diesen Tagen mit viel Pathos an Juri Gagarin, der vor 60 Jahren Raumfahrtgeschichte schrieb. Gagarin startete als erster Kosmonaut ins All, er war damit auch der erste Mensch, der den Planeten von oben sah.

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Von
  • Stephan Laack
  • Fabio Taormina

Es fällt schwer, sich das Gefühl vorzustellen, kurz bevor man im Begriff ist, als erster Mensch überhaupt eine Reise ins All zu unternehmen. Am 12. April 1961 wagte Juri Gagarin diesen Schritt und schrieb damit Geschichte.

Die letzten Anweisungen unmittelbar vor Gagarins Start gab der Konstrukteur des Raumschiffs Koroljow höchstpersönlich: "Den Schlüssel auf zwölf Uhr! Zündung! Ich wünsche Ihnen einen guten Flug!"

Gagarin startete ins Ungewisse, denn es war keineswegs sicher, dass alles glattgehen würde. Deshalb fand der Flug auch unter größter Geheimhaltung statt. Zu groß wäre die Blamage für die Sowjetunion beim Wettlauf im All mit den USA gewesen.

"Das Risiko war hoch"

Der Co-Konstrukteur Tschertok sagte viele Jahre später: "Wir haben damals einen Menschen in eine neue, bis dahin unbekannte und unzugängliche Dimension geschickt. Deswegen lag eine gewaltige Verantwortung auf uns. Das Risiko war sehr hoch. Wenn ich heute den Flug unter solchen Bedingungen genehmigen müsste, würde ich das nicht unterschreiben."

In 108 Minuten kreiste Gagarin einmal um die Erde. Kurz nach dem Eintritt in die Erdumlaufbahn konnte er Funkkontakt zur Bodenstation herstellen und beschrieb seine Eindrücke: "Ich kann Täler, Wälder, Flüsse und Wolken sehen"

Rückreise mit Hindernissen

Die Rückkehr zum blauen Planeten lief etwas anders als geplant. Aufgrund falscher Berechnungen landete er im Wolgagebiet bei Saratow. Der Legende nach waren eine erschrockene Waldarbeiterin und deren Enkelin Zeuginnen des historischen Moments. Gagarin, der sich mit einem Schleudersitz aus der Kapsel befreit hatte, soll ihnen zugerufen haben: "Ich bin Sowjetbürger, ich bin einer von euch!"

Die geglückte Rückkehr wurde von der Sowjetunion propagandistisch ausgeschlachtet. Nach dem ersten Satelliten hatte man nun zum zweiten Mal mit dem ersten Menschen im All die Nase vorn vor den USA. Von Zehntausenden begeisterten Landsleuten wurde der Weltraum-Held auf dem Roten Platz empfangen. Der damalige Kremlchef Chruschtschow gratulierte Gagarin mit den Worten "Das sowjetische Volk werde sich jahrhundertelang an diese Heldentat erinnern." Und bis heute wird Gagarin in Russland verehrt. Große Plätze und Straßen sind nach ihm benannt. Anlässlich des 60 Jahrestags trug die Sojus-Rakete, die ab Freitag zur ISS gestartet war, seinen Namen. Sein Portrait zierte zudem die Außenhülle der Kapsel.

Gagarin wird bis heute in Russland verehrt

Am 12. April wird in Russland der Tag der Kosmonauten gefeiert. Russlands Präsident Putin will zur Feier des Tages zu dem Ort fahren, an dem Gagarin einst landete. Am Moskauer Kosmonauten-Museum ist man sich sicher, dass Gagarin auch in Zukunft seinen festen Platz in der Geschichte haben wird. Wie die Kosmonauten selber sagen, habe Gagarin sie alle ins Weltall gerufen. In den 70er- und 80er-Jahren war es unter Kosmonauten üblich, auf die Frage nach dem Berufsziel zu antworten: "Wir möchten Gagariner werden."

Ein Foto von Juri Gagarin auf der Internationalen Raumstation ISS erinnert an den Weltraumpionier. Gagarin selbst konnte seinen Ruhm nur wenige Jahre genießen. 1968 kam er bei einem Routineflug mit einem Militärflugzeug ums Leben.

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