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Vogelschutzbericht 2019: Rückgang bei Brutvögeln | BR24

© picture alliance / Bildagentur-online

Feldvögel wie der Kiebitz sind in ihrem Bestand drastisch zurückgegangen.

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    Vogelschutzbericht 2019: Rückgang bei Brutvögeln

    Bei einem Drittel der Brutvogelarten ist der Bestand in den letzten 12 Jahren stärker zurückgegangen als zuvor. Es gibt aber auch positive Nachrichten im Vogelschutzbericht 2019, zum Beispiel für einige Großvogelarten wie den Schwarzstorch.

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    Der Nationale Vogelschutzbericht 2019, veröffentlicht von Bundesumweltministerium und Bundesamt für Naturschutz, zeigt gemischte Ergebnisse für den Bestand der Vogelarten in Deutschland. Der Bericht umfasst über 20.000 Einzeldaten mit aktuellen Angaben zur Entwicklung der Vogelbestände und der Verbreitung der Brutvögel.

    Rückgang bei Kiebitz und Rebhuhn

    In den letzten 12 Jahren sind etwa bei einem Drittel der Brutvogelarten die Bestände zurückgegangen. Hier sind besonders die sogenannten Arten der Agrarlandschaft, die Feldvögel, betroffen, beispielsweise Kiebitz und Rebhuhn. Diese haben in den letzten 36 Jahren sogar über 90 Prozent der Bestände eingebüßt. Laut Vogelschutzbericht ist dieser Rückgang im Wesentlichen auf die Intensivierung der Landwirtschaft zurückzuführen: Der Verlust und die Verschlechterung des Zustandes von Weiden und Wiesen als Lebensraum ist hier besonders gravierend. Auch der Insektenrückgang hat für die insektenfressenden Vogelarten negative Folgen.

    Schlechter Langzeittrend für Brutvögel

    In den letzten 36 Jahren, im Bericht "Langzeittrend" genannt, hat der Bestand an Brutvogelarten um ein Viertel abgenommen. Da aber im Kurzzeittrend, den letzten 12 Jahren, dieser Bestand sogar um ein Drittel abgenommen hat, ist hier der Rückgang deutlich höher. Der Druck auf die Vogelbestände hat demnach zugenommen. Zwar wurden laut Bundesamt für Naturschutz im aktuellen Berichtszeitraum weitere Erhaltungsmaßnahmen beschlossen und umgesetzt. Die Anstrengungen müssten aber noch deutlich intensiviert werden.

    Erfolg bei Schutzmaßnahmen

    Es gibt aber auch Erfolge zu verzeichnen: Ein Drittel der Brutvogelarten konnte in den letzten 12 Jahren Zuwachs melden. Das betrifft zum Beispiel einige Großvogelarten wie Seeadler, Uhu und Schwarzstorch. Hier haben sich gezielte Schutzbemühungen ausgezahlt. Sichere Horste und Ruhebereiche rund um die Brutplätze haben beispielsweise dem Schwarzstorch geholfen.

    © picture alliance / blickwinkel / A. Hartl

    Beim Schwarzstorch haben die Bestände in den letzten 12 Jahren zugenommen.

    Leicht bessere Situation bei überwinternden Vogelarten

    Bei etwa 43 Prozent der Vogelarten, die in Deutschland überwintern, hat sich im Kurzzeittrend die Zahl der Tiere erhöht. Das gilt für viele Enten- und Gänsearten wie zum Beispiel die Löffelente. Grund dafür sind auch die milderen Winter in Mitteleuropa. Trotzdem haben auch bei den überwinternden Arten insgesamt die Bestände in den letzten 12 Jahren im Vergleich zum Zeitraum der letzten 36 Jahre schneller abgenommen. Besonders schlimm trifft es die Waldsaatgans, die überwiegend in Russland brütet und in Norddeutschland den Winter verbringt. Ihre Zahl hat sich in den letzten 12 Jahren um 70 Prozent verringert.

    Europaweiter Bericht über den Zustand der Natur

    Der Vogelschutzbericht enthält Angaben zu 251 Brutvogelarten, 68 überwinternden und 34 durchziehenden Vogelarten. Die Daten beruhen auf dem bundesweiten Monitoring, in das Zahlen von behördlichem und ehrenamtlichem Naturschutz einfließen. Alle sechs Jahre wird dieser Bericht an die EU-Kommission übermittelt. Aus den Vogelschutzberichten der EU-Mitgliedsstaaten erstellt die Europäische Kommission einen europaweiten Bericht über den Zustand der Natur. Der nächste europaweite Bericht wird voraussichtlich im Herbst 2020 veröffentlicht.