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Viren in Lebensmitteln – eine unterschätzte Gefahr | BR24

© dpa picture-alliance

Hepatitis E kann über Lebensmittel von infizierten Schweinen und Wildtieren übertragen werden.

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    Viren in Lebensmitteln – eine unterschätzte Gefahr

    Noroviren in Tiefkühlbeeren und Hepatitis-E-Viren in Mettbrötchen – kleinste Mikroorganismen können lebensmittelbedingte Erkrankungen auslösen. Jedes Jahr verursachen sie mehr als 100.000 Erkrankungen in Deutschland – Tendenz steigend.

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    Viren sind Krankheitserreger mit denen wir uns im direkten Kontakt anstecken können, beispielsweise bei einem Schnupfen. Doch wir können uns auch indirekt über Lebensmittel mit Viren infizieren. Das Bundesinstitut für Risikobewertung BfR in Berlin untersucht und bewertet, welche Virusinfektionen durch den Verzehr verschiedener Lebensmittel entstehen können.

    Zahl der Hepatitis-E-Infektionen steigt sprunghaft

    Die Zahl lebensmittelbedingter Krankheiten, die durch Viren verursacht werden, nimmt nach Angaben des BfR stetig zu. So wird immer häufiger Hepatitis E über Lebensmittel von infizierten Schweinen und Wildtieren übertragen. Auch die Fälle lebensmittelbedingter Infektionen mit Noro- und Hepatitis-A-Viren steigen.

    Durch Viren verursachte Lebensmittelerkrankungen äußern sich zumeist in Magen-Darm-Infektionen, die durch Noroviren verursacht werden. Aber auch Erkrankungen anderer Organe, wie beispielsweise eine Leberentzündung, können durch Viren in Lebensmitteln ausgelöst werden. Hierbei spielen insbesondere das Hepatitis-A-Virus und das Hepatitis-E-Virus eine Rolle.

    Gute Küchenhygiene minimiert das Risiko

    Bereits geringste Mengen an Erregern sind ausreichend, um einen Menschen zu infizieren. Viren sind äußerst stabil und bleiben lange in Lebensmitteln, Wasser und auf Oberflächen wie Türklinken, Lichtschaltern, Arbeitsplatten infektiös. Bei mangelnder Hygiene werden die Erreger dann sehr leicht auf Personen übertragen. Im Gegensatz zu Bakterien und Pilzen können Viren sich aber nicht selbst vermehren. Sie brauchen dazu die Zelle eines Lebewesens, die sogenannte Wirtszelle.

    Rohe Speisen bergen höhere Infektionsgefahr

    Das BfR gibt mit Blick auf lebensmittelbedingte Krankheiten keine Entwarnung für Deutschland. Weiterhin verursachten Lebensmittel mehr als 100.000 gemeldete Infektionen pro Jahr - Tendenz steigend, teilte die Bundesbehörde auf einem Symposium im November 2018 in Berlin mit. Um Risiken zu minimieren, empfiehlt das Institut daher, auf den Verzehr von rohem Schweine- und Wildschweinfleisch, auf Austern und andere ungekochte Muscheln sowie auf nicht genügend erhitzte Tiefkühlbeeren zu verzichten.

    Nicht in jedem dieser Lebensmittel lauerten Keime, betonte Reimar Johne von der Fachgruppe für Lebensmittelhygiene. Aber die Wahrscheinlichkeit, zum Beispiel heftige Magen-Darm-Probleme zu bekommen, liegt nach jahrelanger Beobachtung des Instituts eindeutig höher. Verzicht sei aber immer eine individuelle Abwägung.