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Verbraucherschützer: Mineralöl in Milchpulver für Babys gefunden | BR24

© dpa/Christin Klose

Drei von vier Milchpulver-Produkten, die "Foodwatch" getestet hat, waren mit Mineralöl belastet.

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    Verbraucherschützer: Mineralöl in Milchpulver für Babys gefunden

    Beunruhigende Test-Ergebnisse für junge Eltern: Bei Untersuchungen von "Foodwatch" wurden in Säuglingsmilch-Produkten potentiell gefährliche Mineralöl-Rückstände gefunden. Die Verbraucherschützer fordern nun schnelles Handeln.

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    Die Verbraucherschutzorganisation "Foodwatch" hat bei Labortests Rückstände von Mineralölen in mehreren Säuglings-Milchpulvern entdeckt. Jetzt fordert sie Hersteller und Einzelhändler dazu auf, das Produkt aus dem Verkehr zu ziehen.

    Gefunden wurden bei den Untersuchungen von drei unabhängig voneinander agierenden Laboren sogenannte aromatische Mineralöle. "Die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA beschreibt besonders die 'aromatischen Mineralöle‘ (MOAH) als potenziell krebserregend und erbgutschädigend", wie "Foodwatch" angibt. Die Verbraucherschützer beziehen sich hierbei wohl auf eine EFSA-Untersuchung von 2012, wo dies tatsächlich so konstatiert wird.

    Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gibt mit Stand 2017 zu aromatischen Mineralölen an, dass diese durchaus krebserzeugende Substanzen enthalten könnten. Allerdings sei eine gesundheitliche Bewertung aufgrund fehlender Daten nicht möglich. Die Kontamination von Lebensmitteln mit aromatischen Mineralölen ist laut BfR dennoch grundsätzlich unerwünscht.

    Drei von vier Produkten im Test betroffen

    Insgesamt hat "Foodwatch" vier in Deutschland gekaufte Produkte getestet. Drei von ihnen wiesen Mineralölrückstände auf. Folgende Milchpulver-Produkte sind betroffen.

    • "Nestlé Beba Optipro Pre, 800 g. von Geburt an"
    • "Nestlé Beba Optipro 1, 800 g"
    • "Novalac Säuglingsmilchnahrung Pre, 400g"

    Das Novalac-Produkt wird in Apotheken vertrieben. Frei von Rückstanden war dagegen "Nestlé Beba Optipro 3, 800g, ab dem 10. Monat".

    Sofortiger Rückruf gefordert

    Die Verbraucherschützer fordern nun tiefgreifende Konsequenzen: Die Hersteller sollen das Produkt zurückrufen und davor warnen, Einzelhändler und Apotheken sollen den Verkauf stoppen.

    Martin Rücker, Geschäftsführer von "Foodwatch" Deutschland:

    "Jeder weitere Tag, an dem Hersteller wie Nestlé ihre mit krebsverdächtigen Mineralölen verunreinigte Babymilch in den Verkaufsregalen stehen lassen, erhöht das Risiko für Neugeborene."

    Auch an die Politik formuliert die Organisation eine Forderung: Sie solle gesetzliche Grenzwerte für Mineralöl in Lebensmitteln festlegen. Diese gebe es bisher nicht. "Bei den besonders kritischen aromatischen Mineralölen (MOAH) muss eine Null-Toleranz gelten“, so "Foodwatch".

    Verpackung als mögliche Ursache

    In Lebensmittel gelangen die Stoffe laut "Foodwatch" meist bei der Ernte, Verarbeitung oder durch die Verpackung. Dort werden Mineralöle eingesetzt. Im Fall der Milchpulver könnten laut "Foodwatch" die Weißblechdosen, die als Verpackung der Milchpulver dient, die Quelle der Rückstände sein.

    Bei deren Produktion komme teils Mineralöl zum Einsatz. "Foodwatch" rät daher Eltern zunächst davon ab, Säuglingsmilchprodukte aus solchen Dosen zu benutzen.