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Urlaub in Zeiten von Corona: Gesundheits-Tipps fürs Reisen | BR24

© picture alliance/Bildagentur-online

Bank mit Blick auf Meerbucht

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    Urlaub in Zeiten von Corona: Gesundheits-Tipps fürs Reisen

    Mit dem Flugzeug oder doch besser mit dem Zug oder dem eigenen Auto? Wie kann man in Zeiten der Corona-Pandemie seine Gesundheit schützen - und trotzdem Urlaub machen? Tipps für den Sommerurlaub.

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    Reisen in Corona-Zeiten: Was sind die größten Risiken? Wie kann man sich vor einer Infektion mit Covid-19 schützen? Und wie sollte man sich verhalten, wenn man vermutet, sich in den Ferien infiziert zu haben? "Gesundheit!" hat Tipps für den Sommerurlaub.

    • Urlaub in Corona-Zeiten: Tipps und Infos finden Sie hier.

    Reisewarnungen für viele Länder

    Wochenlang waren die Grenzen in vielen Ländern geschlossen. Mittlerweile hat sich die Lage entspannt - zumindest in einigen Ländern in Europa.

    Für viele Länder gelten allerdings noch Reisewarnungen. Die Einreisebestimmungen unterscheiden sich deutlich. So besteht zum Beispiel für Reisende, die nach Irland wollen, die Pflicht zu einer zweiwöchigen Selbstisolation nach der Einreise. Auch Rückkehrer nach Deutschland müssen mit der Einreisequarantäne rechnen, zum Beispiel wenn sie aus Schweden zurückkommen. Details zu den jeweiligen Ländern sind auf der Homepage des Auswärtigen Amts zu finden.

    Dort können sich Reisende auch die App "Sicher Reisen" herunterladen, um sich über aktuelle Änderungen zu informieren.

    In die Krisenvorsorgeliste eintragen

    Eine weltweite Rückholaktion wie noch im März und April soll es laut der Bundesregierung kein zweites Mal geben. Urlauber können sich aber auf der Homepage des Auswärtigen Amts in die Krisenvorsorgeliste (ELEFAND) eintragen.

    Die Auslandsvertretungen im Reiseland sollen dadurch in Ausnahmesituationen schneller mit den Registrierten Kontakt aufnehmen können.

    Anreise mit dem Flugzeug, Zug oder Auto?

    Doch wie groß ist die Gefahr, sich auf dem Weg in den Urlaub mit Covid-19 zu infizieren – zum Beispiel bei der Anreise mit dem Zug oder dem Flugzeug?

    Am Flughafen und in Zügen gilt selbstverständlich die Maskenpflicht – am Flughafen München bekommen Reisende Masken neuerdings auch am Maskenautomaten. Die Maske gehört über den Mund und die Nase! Wer den Mund-Nasenschutz nur über den Mund, nicht aber über die Nase zieht, muss mit Strafen rechnen. Und gefährdet außerdem sich selbst und Mitreisende. Denn: Das Infektionsrisiko zum Beispiel in Großraumwägen oder der Abflughalle ist groß, sagt Reise- und Tropenmediziner Dr. Markus Frühwein.

    "Aerosole machen wahrscheinlich einen Großteil der Übertragungsproblematik aus. In Räumen, in denen sich viele Leute aufhalten und die nicht gut belüftet werden können, ist das ein größeres Thema", sagt Dr. Frühwein. Deswegen sei das Infektionsrisiko in Großraumabteilen im Zug oder in der Abflughalle sehr schwer einschätzbar. Im Flugzeug gäbe es hingegen sehr gute Belüftungsanlagen mit sehr guten Filtern. "Wenn man Abstand zu seinem Nachbarn hat, dann halte ich das Infektionsrisiko dort für gering. Aus meiner Sicht ist es trotzdem nicht gut, dass wir überall Abstandsregeln haben und diese im Flugzeug nicht eingehalten werden", so der Mediziner. Es sei zwar nicht rentabel, aber man könnte ja den Mittelplatz freilassen und hätte dann einen gewissen Sicherheitsabstand.

    Test auf Covid-19 am Flughafen

    Neu am Flughafen München ist, dass Mitarbeitende die Gepäckwagen nach jeder Nutzung desinfizieren. Fiebermessen vor dem Abflug ist hingegen nicht vorgesehen.

    Ein Test auf Covid-19 ist seit neuestem aber am Flughafen möglich. Die Kosten: 190 Euro. Das Ergebnis kommt innerhalb von vier Stunden. Elmar Simon leitet das medizinische Zentrum am Flughafen. Die PCR-Tests seien für einreisende Fluggäste gedacht, die durch diesen Test die Einreise-Quarantäne von 14 Tagen auflösen können. Und ausreisende Fluggäste könnten damit mögliche Einreisebestimmungen anderer Länder erfüllen, so die Geschäftsführerin vom Medizinisches Zentrum.

    Für das geringste Infektionsrisiko empfiehlt Reisemediziner Dr. Frühwein aber: am besten mit dem Auto in den Urlaub fahren.

    So groß ist das Risiko am Strand und am Hotelbuffet

    Was ist dann im Urlaub selbst möglich? Wie groß ist das Infektionsrisiko am Strand oder am Buffet im Hotel?

    Für den Strandtag gibt Dr. Markus Frühwein Entwarnung: An der frischen Luft ist die Aerosolbildung wohl nicht so relevant für eine Übertragung von Covid-19. Wichtig ist aber auch hier: unbedingt die geltenden Abstandsregeln einhalten. Dann ist die Gefahr einer Tröpcheninfektion geringer. Auch am Strand gilt: im Zweifel eine Maske tragen.

    Wie groß die Gefahr ist, sich im Hotel mit Covid-19 zu infizieren, hängt stark von den Sicherheitsvorkehrungen des jeweiligen Hotels ab. Am Buffet sollten Urlauber darauf achten, Handschuhe zu tragen. Außerdem wichtig: eine gute Belüftung der Räume. Und: Abstand halten.

    "Wenn man am Buffet mit der Hand in eine Schüssel hineingreift und der nächste dann auch, das ist suboptimal. Auf der anderen Seite ist das Risiko durch eine Schmierinfektion wahrscheinlich sehr gering. Da weiß man aber noch zu wenig." Dr. Markus Frühwein, Reise-und Tropenmediziner, München

    Covid-19 im Urlaub

    Wer vermutet, sich im Urlaub mit Covid-19 infiziert zu haben, sollte unbedingt vor Ort so schnell wie möglich einen Test machen. Bei einem positiven Test oder wenn der Urlaubsort zum Corona-Hotspot wird, gelten die jeweiligen Quarantäne-Regelungen des Urlaubslandes. Der Umgang mit positiv Getesteten sei dabei sehr unterschiedlich, sagt Dr. Frühwein.

    Es mache Sinn, sich vorher beim Auswärtigen Amt darüber zu informieren, wie die Situation im Einreiseland sei, worauf zu achten ist und was potentiell auf einen zukommen könne. Entscheidend ist, Rücksicht auf andere zu nehmen und niemanden anzustecken. Also beim Verdacht auf Covid-19 nicht zurückreisen, sondern sich im Urlaub in Quarantäne begeben, bis man nicht mehr infektiös ist.

    Auslandskrankenversicherung abschließen

    Unbedingt abschließen sollten Urlauber vor der Reise eine Auslandskrankenversicherung. Die übernimmt die Arztkosten im Ausland - auch bei Covid-19. Aber nur, wenn Pandemien in der Versicherung nicht ausgeschlossen sind, erklärt Marion-Maxi Hartung vom ADAC. Viele Auslandskrankenversicherungen hätten tatsächlich eine Pandemie ausgeschlossen, wenn eine Reisewarnung besteht. Ansonsten trete bei Covid-19 der Auslandskrankenschutz in Leistung und bezahlt die Arzt- und Krankenhauskosten.

    "Wenn ich jetzt ganz schwer erkranke und zum Beispiel nach Deutschland zurückgebracht werden muss, um dort weiter behandelt zu werden, dann muss man schauen, ob man transportfähig ist. Wenn es zu gefährlich ist, den Patienten zu bewegen, was bei einer schweren Corona-Erkrankung durchaus der Fall sein kann, dann sieht man natürlich von einem Transport ab", so Hartung.

    Wer mit dem Auto in Urlaub fahren möchte, für den gibt es eine gute Nachricht: Die Pannenhilfe kommt auch in Länder, für die eine Reisewarnung besteht. Die Ausnahme bilden hier Länder, die sich im Krieg befinden.

    Urlaub zuhause: FSME-Impfung

    Wer sich in diesem Jahr für den Urlaub zuhause entscheidet, für den hat Dr. Frühwein noch einen Tipp: Die Impfung gegen FSME, Frühsommer-Meningoenzephalitis. Dieses Jahr gebe es ein besonderes Zeckenrisiko. "Wir haben sehr viele erwachsene Zecken im Vergleich zu den vorherigen Jahren und damit ein besonderes Erkrankungsrisiko für FSME", sagt der Mediziner. Vor diesem Hintergrund glaube er, dass eine Impfung für Erwachsene und Kinder sehr sinnvoll ist.

    Mit diesen Tipps kann der Sommer 2020 dann hoffentlich halbwegs entspannt werden.

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