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Universität Würzburg: Herzinfarkt bald besser zu behandeln? | BR24

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Forschern der Uni Würzburg ist es gelungen, Herzmuskelzellen aus Stammzellen zu züchten. Mit ihren neuen Forschungsergebnissen erhoffen sich die Mediziner, Herzinfarkte schon bald besser behandeln zu können.

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Universität Würzburg: Herzinfarkt bald besser zu behandeln?

Forschern der Uni Würzburg ist es gelungen, Herzmuskelzellen aus Stammzellen zu züchten. Mit ihren neuen Forschungsergebnissen erhoffen sich die Mediziner, Herzinfarkte schon bald besser behandeln zu können.

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Herzinfarkt ist immer noch eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Nach den aktuellsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes starben im Jahr 2015 49.000 Menschen an den Folgen eines Infarkts.

Bei Herzinfarkt wird Herzmuskelgewebe zerstört

Dank verbesserter Prävention, Therapie und Rehabilitation ist die Sterblichkeit nach einem Herzinfarkt nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) seit Mitte der 1990er-Jahre zwar schon um mehr als die Hälfte zurückgegangen, Ärzte suchen aber immer weiter nach neuen, besseren Behandlungsmöglichkeiten. Ihr Forschungsansatz: das Herzmuskelgewebe. Der Grund: Bei einem Herzinfarkt stirbt auch immer ein Teil des Herzmuskelgewebes ab. Versuche, das zerstörte Gewebe mithilfe von Stammzellen zu ersetzen und dadurch wieder einen gut funktionierenden Herzmuskel herzustellen, waren bisher erfolglos.

Entdeckung neuer Stammzellen in den Blutgefäßen

Die Forschungsergebnisse von Wissenschaftlern der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, die Ende August in der Fachzeitschrift Circulation Research veröffentlicht wurden, könnten jetzt eine neue Hoffnung für Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein. Das Team um Professor Süleyman Ergün, Leiter des Instituts für Anatomie und Zellbiologie der JMU, hat bei seinen Studien eine spezielle Form von Stammzellen in den Wänden von Blutgefäßen entdeckt.

"Wir konnten erstmalig zeigen, dass in der Wand menschlicher Blutgefäße spezielle Stammzellen sitzen, die die Fähigkeit besitzen, sich unter Kulturbedingungen zu schlagenden Herzmuskelzellen zu entwickeln", kommentiert Süleyman Ergün das Ergebnis der Studie.

Die Forscher konnten außerdem nachweisen, dass diese speziellen Stammzellen auch in den sogenannten Koronargefäßen zu finden sind. Diese Entdeckung in der Nähe des Herzens ist für die Forscher besonders interessant.

Narbengewebe verhindert Funktion der Stammzellen

Der Nachteil der Studie: Das Narbengewebe, das bei einem Herzinfarkt entsteht, verhindert, dass funktionierende Stammzellen entstehen. "In unseren Studien hat sich gezeigt, dass diese Zellen in das Narbengewebe integriert werden und damit ihre Fähigkeit verlieren, sich in Herzmuskelzellen umzuwandeln“, beschreibt Süleyman Ergün, Leiter der Studie, das Problem.

Die Wissenschaftler müssen nun also Wege finden, die Stammzellen so zu verändern, dass sie neues Herzmuskelgewebe entstehen lassen können.

Noch beschränken sich die Erkenntnisse der Wissenschaftler auf Studien an Versuchstieren und im Labor. Bis sie beim Menschen zum Einsatz kommen können, bedarf es laut der Mediziner noch weiterer Studien, in denen die gewonnenen Erkenntnisse vertieft werden müssen.