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Würzburg: Neue Gebäude für Universität und Uniklinik | BR24

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Über gleich drei neue Gebäude dürfen sich Universität und Uniklinik freuen. Deshalb ist Bayerns Wissenschaftsminister nach Würzburg gereist - zu einem Spatenstich, einer Grundsteinlegung und der Eröffnung eines Zentrums für Bewegungsforschung.

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Würzburg: Neue Gebäude für Universität und Uniklinik

Über gleich drei neue Gebäude dürfen sich Universität und Uniklinik freuen. Deshalb ist Bayerns Wissenschaftsminister nach Würzburg gereist – zu einem Spatenstich, einer Grundsteinlegung und der Eröffnung eines Zentrums für Bewegungsforschung.

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Der Freistaat Bayern investiert massiv in den Wissenschafts- und Medizinstandort Würzburg, das betonte Wissenschaftsminister Bernd Sibler heute bei seinem Besuch in Unterfranken. Sibler war zu drei verschiedenen Terminen angereist: Er führte den Spatenstich eines neuen Gebäudes an der Klinik für Strahlentherapie durch, war bei der Grundsteinlegung des Instituts für Topologische Isolatoren und eröffnete das Bernhard-Heine-Zentrum für Bewegungsforschung.

Strahlenklinik bekommt neues Gebäude

Am Freitagmorgen war Sibler zunächst zu Gast an der Klinik für Strahlentherapie des Uniklinikums Würzburg. Sie bekommt ein neues Gebäude. Durch den Neubau werden die bislang auf verschiedene Standorte verteilten Bereiche zur Strahlenbehandlung des Würzburger Universitätsklinikums an einem Ort gebündelt. Der Klinikneubau entsteht auf dem alten Uniklinik-Campus unterhalb der Frauenklink. Der Freistaat Bayern investiert rund 59 Millionen Euro. Die Fertigstellung ist für das Jahr 2023 geplant.

Laut Professor Georg Ertl, dem Ärztlichen Direktor des Uniklinikums Würzburg, wird die neue Klinik dazu beitragen, schwer kranke Patienten noch besser behandeln können.

Institut für Topologische Isolatoren

Auch an der Universität Würzburg war Sibler zu Gast. Dort startete heute der Bau des Instituts für Topologische Isolatoren (ITI). An dem neuen Institut wollen die Wissenschaftler sogenannte Topologische Isolatoren genauer erforschen. Dabei handelt es sich um Kristalle mit ungewöhnlichen Eigenschaften. Einerseits leiten sie im Inneren keinen Strom, andererseits ist ihre Oberfläche umso leitfähiger. Solche Isolatoren könnten Grundlage werden für die Entwicklung von Quantencomputern: Diese könnten schneller und effizienter als bisherige Computerprozessoren ein Vielfaches an Daten verarbeiten.

Da topologische Elektronik, im Gegensatz zu heutiger Siliciumtechnik, weniger Energie verbraucht und kaum Abwärme erzeugt, könnten Computerchips noch kleiner und leistungsfähiger werden.

"Ein herkömmliches Smartphone hat einen Akku, der vielleicht einen halben Tag hält. Wenn man statt Silicium topologische Isolatoren als Halbleiterbasis einsetzt, würde der Akku fünf Tage lang halten. Das bringt schon einiges!" Professor Laurens Molenkamp, Leiter des ITI

Der Würzburger Physiker Laurens Molenkamp gilt als einer der Pioniere bei der Erforschung topologischer Isolatoren. Er wird das ITI an der Universität Würzburg leiten. Der gebürtige Niederländer war 2007 weltweit der erste, der die Kristalle in seinem Labor herstellen konnte und ihre Eigenschaften auch experimentell untersuchte.

Am Institut werden drei Nachwuchsforschergruppen arbeiten. Die Baukosten belaufen sich auf rund 12,6 Millionen Euro. Dazu kommen weitere 3,4 Millionen Euro für Forschungsgeräte.

Eröffnung: Zentrum für Bewegungsforschung

Am Mittag war Sibler außerdem zu Gast bei der Eröffnung des Bernhard-Heine-Zentrums für Bewegungsforschung. Dort wollen Universität, Uniklinik und Bezirk Unterfranken daran arbeiten neue Technologien zur Prävention und Therapie degenerativer Erkrankungen von Muskeln, Knochen und Gelenken zu entwickeln. Das Bernhard-Heine-Centrum soll als Forschungseinrichtung einen Beitrag dazu leisten, Bewegungsforschung interdisziplinär aufzustellen, so Sibler.