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Und die Katze versteht ihren Namen doch! | BR24

© BR/IQ - Wissenschaft und Forschung

Katzen erkennen ihren Namen, japanische Raumsonde feuert auf Asteroiden und Snackbar in Pompeji entdeckt.

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Und die Katze versteht ihren Namen doch!

Miezi wird gerufen, Miezi kommt gelaufen. Zumindest, wenn sie möchte ... Für Katzenbesitzer ist längst klar, was jetzt eine Studie aus Japan beweist: Katzen verstehen ihren Namen wirklich.

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Katzen haben natürlich ihren eigenen Kopf. Aber selbst, wenn sie nicht sofort herbeischreiten, wenn man sie ruft: Auf dem Sofa liegend lassen sie sich doch dazu herab, die Ohren zu spitzen oder gar den Kopf zu heben. "Miezi versteht mich ganz genau", berichten Katzenbesitzer - und stoßen damit oft auf Ungläubigkeit bis Spott bei Nicht-Katzenbesitzern und Nicht-Katzenfreunden. Auf das leicht gelangweilte "Ja ja, schon klar ..." können sie jetzt jedoch selbstsicher antworten: "Wissenschaftlich bewiesen!"

Japanische Studie beweist: Katzen verstehen ihren Namen

Japanische Forscher liefern den Beweis dafür, dass Katzen ihren Namen erkennen. Am 4. April 2019 veröffentlichten die Forscher um Atsuko Saito von der Sophia-Universität in Tokio ihre Studie im Fachmagazin "Scientific Reports". Dabei handele es sich um den ersten experimentellen Nachweis, dass Katzen die verbalen Lautäußerungen von Menschen verstehen können.

Katzen hören ihren Namen aus anderen Wörtern heraus

Das Team um Saito nahm 78 Katzen ins Verhör. Die Wissenschaftler untersuchten, wie die Tiere reagieren, wenn sie vier allgemeine japanische Wörter vom Band hören. Nicht sonderlich verwunderlich: Die Aufmerksamkeit der Katzen nahm dabei immer weiter ab - selbst dann, wenn die Wörter ihrem Namen sehr ähnlich klangen. Anschließend bekamen die Vierbeiner tatsächlich ihren eigenen Namen zu hören. Darauf reagierten die Katzen mehrheitlich, beobachteten die Wissenschaftler. Die Tiere bewegten den Kopf oder die Ohren mehr als bei den für sie offensichtlich belanglosen Begriffen. Laut der Forscher war die Reaktion auch dann auszumachen, wenn fremde Personen das Tier ansprachen. Mit einem weiteren Experiment konnten sie zeigen, dass Katzen, die mit anderen Artgenossen in einem Haushalt leben, ihren Namen auch von den anderen Namen unterscheiden können.

Katzen registrieren, wie man sie anschaut

Diese Fähigkeit der Katzen sei aus dem täglichen Umgang mit den Menschen erlernt, schreiben die japanischen Forscher. Wie die Tiere mit ihren Haltern kommunizieren, werde allerdings erst seit Kurzem untersucht. Was man jedoch schon wisse: Katzen würden sich tatsächlich davon beeindrucken lassen, ob Herrchen oder Frauchen freundlich oder böse schaut und ihr Verhalten danach ausrichten. Und die Vierbeiner könnten es verstehen, wenn man ihnen mit dem Finger den Weg zu ihrem Fressen weist. Auch das haben viele Katzenbesitzer anhand ihrer Feldforschung beziehungsweise Wohnzimmerforschung natürlich längst geahnt.

Katzen sind schlau und lernfähig - wenn sie möchten

Der Biologe und Katzenforscher Dennis Turner, der das "Institut für angewandte Ethologie und Tierpsychologie" in der Schweiz gegründet hat, hält die Studie aus Japan für "seriös durchgeführt". Er geht davon aus, dass die Ergebnisse aus Japan auf Deutschland übertragbar sind: "Ich erwarte keine Unterschiede im Vokalverhalten oder bei der Fähigkeit, Namen zu erkennen." Überrascht ist Katzenexperte Turner von den Ergebnissen nicht: "Katzen sind sehr intelligente und lernfähige Tiere - wenn sie bereit sind mitzumachen." Allerdings würden die meisten Katzenhalter die Geduld verlieren, bevor die Stubentiger etwas gelernt haben.

Katzen könnten wahrscheinlich noch mehr lernen

Die japanischen Forscher schlagen vor, die Lernfähigkeit der Katzen zu nutzen: "Vielleicht können wir Katzen dazu bringen, zu lernen, dass sie gefährliche Gegenstände oder Orte mit bestimmten Lautäußerungen in Verbindung bringen."

Die Katze ist das beliebteste Haustier in Deutschland

Der Stubentiger ist laut Statistik unser beliebtestes Haustier, noch vor dem Hund. In Deutschland werden zur Zeit fast 14 Millionen Hauskatzen gehalten. Dem Industrieverband Heimtierverband zufolge besitzt mehr als jeder fünfte Haushalt eine Katze oder sogar mehrere. Forscher gehen davon aus, dass sich die ersten Wildkatzen den Menschen schon vor 10.000 Jahren angeschlossen haben. Aus der Zweckgemeinschaft ist Freundschaft geworden.

Uns würde interessieren: Hört Ihre Katze auf ihren Namen? Kann sie sonst noch etwas Besonderes? Schreiben Sie uns gerne einen Kommentar!

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