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Fußgänger überqueren eine Straße auf einem Zebrastreifen.
© picture alliance / imageBROKER/ Fotograf: Jochen Tack
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Fußgänger überqueren eine Straße auf einem Zebrastreifen.

Nach wie vor ist der Fußmarsch die wichtigste Verkehrsart, zumindest wenn wir uns zum Auto hin- oder vom Auto wegbewegen. Und dennoch ist das viel zu wenig - findet das Umweltbundesamt (UBA). Vor allem für die Umwelt und natürlich auch für unsere Gesundheit.

Fußgängerfeindliche Städte

Seit vielen Jahren gehen die Fußweganteile in den Städten zurück. Das belegen Zahlen, die Experten des Umweltbundesamtes für ihre Studie "Geh doch!" zusammengetragen und jetzt auf dem zweiten Fußverkehrskongress in Berlin vorgestellt haben. Das liegt aber nicht nur an der Bequemlichkeit der Menschen. Hohe Bordsteine, dunkle Unterführungen, zugeparkte Gehwege, Treppen und andere Unannehmlichkeiten machen es Fußgängern oft schwer. Von den Abgasen, denen Nicht-Autofahrer ausgesetzt sind, ganz zu schweigen.

Ziele und Forderungen bis 2030: Mehr Fußgänger, weniger Autos

Bis 2030 soll sich die Zahl der Wege, die jeder Bürger zu Fuß zurücklegt, um 50 Prozent erhöhen, so die Forderung der Autoren der Studie. Schließlich spare das Geld, sei gut für die Gesundheit, schone die Umwelt und mache Deutschlands Städte lebenswerter.

Laut der UBA-Präsidentin Maria Krautzberger gehe es um den Rückbau der "autogerechten Stadt". Vorrang soll es nun geben für Fußgänger, Radfahrer sowie Busse und Bahnen.

"Es muss gelingen, den öffentlichen Raum endlich wieder zurückzuerobern." Maria Krautzberger, Präsidentin des Umweltbundesamtes

Forderungen des Umweltbundesamtes für fußgängerfreundliche Städte

Um mehr Fußgänger auf die Straßen zu locken, fordert das Umweltbundesamt (UBA), Wartezeiten an Ampeln zu verkürzen, 2,50 Meter breite Gehwege als Standard einzuführen und mehr Zebrastreifen anzulegen. Außerdem soll die "Fußläufige Erreichbarkeit" im Baurecht als Entwurfs- oder Erschließungskriterium verankert werden.

Jede zehnte Autofahrt kürzer als ein Kilometer

Mit ihren Forderungen wollen die Autoren der Studie eine konkrete Trendwende erreichen. Städter legen heute 27 Prozent ihrer Wege zu Fuß zurück, heißt es in der Untersuchung. Bis 2030 soll dieser Anteil auf 41 Prozent steigen. Auf dem Land streben die Autoren eine Steigerung von 23 auf 35 Prozent an. Nach Studien sei jede zehnte Autofahrt kürzer als ein Kilometer. "Fußverkehr und Radverkehr brauchen beide mehr Platz - unabhängig voneinander und zu Lasten des Autos", war auch vonseiten des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs auf dem Fußverkehrskongress zu hören.