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Über 28.000 bedrohte Arten auf der Roten Liste | BR24

© Bayerischer Rundfunk / IQ - Wissenschaft und Forschung

Die Weltnaturschutzunion IUCN führt zahlreiche neue Arten auf ihrer Roten Liste. Über 28.000 Arten werden als bedroht eingestuft. Geigenrochen sind akut vom Aussterben bedroht. Auch für sieben Primatenarten ist die Bedrohung gestiegen.

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Über 28.000 bedrohte Arten auf der Roten Liste

Die Weltnaturschutzunion IUCN führt zahlreiche neue Arten auf ihrer Roten Liste. Über 28.000 Arten werden als bedroht eingestuft. Geigenrochen sind akut vom Aussterben bedroht. Auch für sieben Primatenarten ist die Bedrohung gestiegen.

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Die Weltnaturschutzunion IUCN hat am Donnerstag auf aktuell bedrohte Tier- und Pflanzenarten hingewiesen. 28.338 Arten gelten als gefährdet, stark gefährdet bzw. vom Aussterben bedroht. Bei keiner Art hat sich der Status so verbessert, dass sie in eine Kategorie niedrigerer Gefährdung eingestuft werden konnte. Insgesamt hat die Organisation inzwischen 105.732 Arten im Blick.

Primatenarten kurz vor dem Aussterben

Für sieben Primatenarten hat sich die Situation laut IUCN massiv verschlechtert. Sechs der betroffenen Affenarten leben in Westafrika. Grund für die akute Bedrohung sei zum einen die Jagd auf die Affen, da das Fleisch der Wildtiere, "Bushmeat", stark nachgefragt ist. Außerdem führe die Abholzung der Wälder dort zum Verlust ihres natürlichen Lebensraums. Inzwischen seien 40 Prozent aller Primatenarten in Zentral- und Westafrika vom Aussterben bedroht.

Von der Roloway-Meerkatze gebe es in Ghana und der Elfenbeinküste nur noch 2.000 Exemplare in freier Wildbahn. Damit zählt die Art jetzt zur Kategorie "critically endangered", eine Stufe vor dem tatsächlichen Aussterben.

Überfischung bedroht Rochen

15 Arten von Geigenrochen wurden neu als vom Aussterben bedroht eingestuft. Sie leben im seichten Wasser - im Indischen Ozean, dem Westpazifik, im Ostatlantik und im Mittelmeer. Laut IUCN werden sie durch zunehmend intensive und im Wesentlichen nicht regulierte Fischerei gefährdet. Ihre Flossen werden in vielen Ländern teuer als Haifischflossen verkauft.

"Die Natur geht so schnell zurück wie noch nie zuvor in der Geschichte der Menschheit. Nationaler und internationaler Handel tragen zum Rückgang von Arten in den Ozeanen, im Süßwasser und auf dem Land bei. Es braucht in großem Umfang entschiedenes Handeln, um diesen Rückgang aufzuhalten." Biodiversitätsexpertin Jane Smart, IUCN.
© dpa-Bildfunk/Moazzam Khan

Geigenrochen wurden auf der Roten Liste als vom Aussterben bedroht eingestuft. Hier zu sehen ist ein Rundkopf-Geigenrochen.

Gefährdete Tiefsee- und Süßwasserfische

Neu auf der Roten Liste sind unter anderem um die 500 Tiefseefische und Mollusken - Weichtiere, die in über 1.000 Metern Tiefe vorkommen können. Das Bohren nach Erdöl und Erdgas am Grund der Ozeane und die Tiefseefischerei spielen hier eine entscheidende Rolle. Außerdem berichtet die IUCN über den weltweit besorgniserregenden Zustand von Süßwasserfischen. In Japan seien mehr als die Hälfte der Süßwasserfischarten vom Aussterben bedroht, in Mexiko mehr als ein Drittel.

Rote Liste warnt vor Gefährdung der Arten

Die Weltnaturschutzunion IUCN (International Union for Conservation of Nature) veröffentlichte erstmals im Jahr 1966 ihre internationale Rote Liste. Die Liste wird ständig aktualisiert und dient als Grundlage auf Artenschutz-Kongressen. Die Aufnahme von Arten zieht aber weder Gesetze noch Schutzmaßnahmen nach sich.