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TU München heimst vierten Hyperloop-Sieg in Folge ein | BR24

© BR/IQ - Aus Wissenschaft und Forschung

"IQ - Wissen schnell erzählt" zum Nachhören: Embryonen in Vogeleiern warnen sich vor Gefahr, zugespielte Lacher machen Witze besser und Studierende der TU München gewinnen erneut einen Hyperloop-Wettbewerb.

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TU München heimst vierten Hyperloop-Sieg in Folge ein

Im Januar 2017 gewann ein Team der TU München zum ersten Mal den von Elon Musk international ausgeschriebenen Design-Wettbewerb für einen Superschnellzug in einer Röhre. Nun heimste das TUM-Hyperloop-Team den vierten Sieg in Folge ein.

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Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 463,5 Stundenkilometern schnellte das Team WARR, das Hyperloop-Team der Wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft für Raketentechnik und Raumfahrt der TU München, an allen 21 Konkurrenz-Teams vorbei auf Platz eins des "SpaceX Hyperloop Pod Competition" im US-amerikanischen Los Angeles. Der TUM-Hyperloop verfehlte damit nur knapp den Weltrekord von 467 Stundenkilometern, den das Team 2018 selbst aufgestellt hatte. Bevor der sogenannte Pod, die Reisekapsel, starten durfte, musste dieser eine Zahl obligatorischer Tests bestehen. Das gelang nicht bei allen Tests beim ersten Mal, nach Angaben von Team-Manager Toni Jukic. Komponenten fielen aus, ein Teil der Software musste umgeschrieben werden. Das Team der TU München biss sich durch und legte viele Nachtschichten ein.

© TUM Hyperloop Team

Hyperloop-Team der TU München mit Pod

Vier Jahre feilen am TUM-Hyperloop

Der Pod des TUM-Teams sei das Ergebnis einer vierjährigen Evolution, sagt Teamleiter Jukic. Man habe jedes Jahr dazugelernt und die Erkenntnisse umgesetzt. Ergebnis: Der Pod wurde kürzer, leichter und schneller. Auch wenn das Team den Weltrekord dieses Jahr nicht knacken konnte, ist der vierte Sieg im vierten Rennen laut Jukic "unglaublich". Zusätzlich zum Pod erforscht ein Research Team der TU München mit 15 Studierenden das Hyperloop-Konzept auf Machbarkeit, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit. Das Research-Team baute einen weiteren Pod mit einem Röhrensystem aus ultrafestem Beton, der auch beim Wettbewerb "SpaceX Hyperloop Pod Competition" vorgestellt wurde.

Elon Musks Hyperloop-Vision

Elon Musk hatte die Idee eines Hyperloops zur Personenbeförderung 2013 vorgestellt und öffentlich dazu eingeladen, diese mittels "Crowdfunding" und "Crowdsourcing" weiterzuentwickeln. 2015 lobte der Unternehmer den internationalen Design-Wettbewerb "SpaceX Hyperloop Pod Competition" aus.

Hinter dem Konzept Hyperloop verbirgt sich die Idee, Menschen mit einer Art überdimensionierten Rohrpost bei nahezu Schallgeschwindigkeit auf Reisen zu schicken. Musks Rechenbeispiel ist die 600 Kilometer lange Wegstrecke von San Francisco nach Los Angeles. Während ein geplanter Schnellzug zwei Stunden und 38 Minuten für die Reise und ein Flugzeug eine Stunde und 15 Minuten bräuchte, soll die Hyperloop-Kapsel die Strecke in nur 35 Minuten zurücklegen können. Sie soll bis zu 30 Leute fassen. Alle 30 Sekunden soll eine neue Kapsel an einem der neuen Bahnhöfe auf die Reise gehen. Im Dezember 2019 wurde eine erste kurze Teststrecke in Los Angeles gebaut. Elon Musk, der Gründer des Bezahldienstes PayPal, der Raumfahrtfirma SpaceX und des E-Autobauers Tesla, ist kein Mitglied der Firma Hyperloop One im US-amerikanischen Los Angeles, aber ihr Ideengeber und prominentes Aushängeschild.

Verschärfte Hyperloop-Strecke und Tunnel-Wettbewerb 2020?

Am 21. Juli 2019 verkündete Elon Musk per Kurznachrichtendienst Twitter, dass er die Hyperloop-Wettbewerbsbedingungen verschärfen will. Die Fahrtstrecke soll von fünf bis sechs auf knapp zehn Kilometer verlängert werden und eine Kurve haben. Bislang ist die Teststrecke schnurgerade. Soweit die Theorie. Praktisch umgesetzt werden können diese Pläne aus logistischen Gründen wohl erst in ein paar Jahren. Zudem denkt Musk laut darüber nach, auch einen Tunnel-Wettbewerb auszuschreiben. Denn: ohne passendene Tunnel kein Hyperloop.

© BR

In eine Kapsel steigen, die dann durch eine nahezu luftleere Röhre mit Schallgeschwindigkeit geschossen wird. Was nach Science-Fiction klingt, könnte aber die Art sein, auf die wir in der Zukunft reisen. Im sogenannten Hyperloop!