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© ARD / Marcus Schuler
Bildrechte: picture alliance/AP Photo | Robyn Beck

TU München gewinnt Bohrwettbewerb in Las Vegas

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TU-München gewinnt Bohr-Wettbewerb von Elon Musk

Insgesamt hatten sich 400 Teams bei "The Boring Company" von Elon Musk darum beworben, bei einem Tunnelbohr-Wettbewerb teilzunehmen. Das Team der TU-München hat den Wettbewerb für sich entschieden und bohrte als einziges einen 20-Meter Tunnel.

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Von
  • Marcus Schuler
  • Dominik Einzel

Die Aufgabe lautete: Es muss im Wüstensand von Las Vegas ein 30 Meter langer Tunnel mit einem halben Meter Durchmesser gebohrt werden. Den 60 Studierenden der TU-München gelang es, als einzigem Team, einen 20 Meter langen Tunnel zu bohren. Die restlichen sieben Teams waren bei 40 Grad in der Wüste von Las Vegas entweder an den strengen Sicherheitsvorschriften gescheitert oder konnten ihre Bohrmaschinen nicht rechtzeitig zusammenbauen.

Zwei Teams aus Deutschland traten an

"Wir sind nicht ganz angekommen. Wir haben einen etwa 20 Meter langen Tunnel gebohrt. Wir waren das einzige Team, das überhaupt einen Tunnel fertigstellen konnte. Darauf sind wir sehr stolz", sagte Projektleiter Elias Schmid vom Siegerteam der TU München. Das Team war nahezu in Vollbesetzung angereist. 50 Studierende waren dabei, die meisten aus den Fachbereichen Geologie, Maschinenbau, BWL, Elektrotechnik, aber auch Luft und Raumfahrttechnik.

Das zweite Team Deutschland von der Dualen Hochschule im baden-württembergischen Mosbach scheiterte, wie die meisten anderen Uni-Teams an den strengen Sicherheitschecks. Die elfköpfige Mannschaft aus dem Odenwald konnte zwar ihren Bohrer aufbauen, durften ihn aber nicht starten. Die Enttäuschung war entsprechend groß.

Bohrer kam per Schiff in die USA

Die Bohrmaschine der TU wiegt 22 Tonnen. Sie war in zwei Schiffscontainern in die USA transportiert worden und entwickelt eine Vorschub-Kraft von gut 100 Tonnen. Für den Bohrvorgang benötigt man Stahlröhren, die in den Boden gerammt werden und die Tunnelwand bilden. Gleichzeitig schiebt sich die Bohrmaschine, die vor den Rohren sitzt, nach vorne. Jedes der 8,50m langen Rohre bringt allein zwei Tonnen auf die Wage. Gut fünf Stunden brauchte das Team der TU München bis ihre 22 Tonnen schwere Bohrmaschine einen gut 20 Meter langen Tunnel mit einem halben Meter Durchmesser gebohrt hatte.

Ruhm und Ehre statt Preisgeld

Einen sechsstelligen Betrag haben die Münchner für ihr Equipment ausgegeben. Das meiste steuerten Sponsoren bei. Die Studierenden der TU haben nicht nur den Hauptpreis gewonnen, sondern bekamen auch eine Auszeichnung für das beste Navigationssystem.

Ein richtiges Preisgeld gibt es von der Musk Firma aber nicht. Auch lief die Preisverleihung ohne den berühmten Tesla-Chef ab. Der schrieb den Münchnern ein paar Stunden später auf Twitter - "Nice work", gute Arbeit.

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