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Das Rätsel um das massenhafte Bachforellen-Sterben haben Münchner Forscher jetzt gelöst.

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    TU München: Geheimnis um Bachforellen-Sterben gelüftet

    Das Rätsel um das massenhafte Sterben von Bachforellen in Alpenflüssen Süddeutschlands, Österreichs und der Schweiz ist gelöst: Wie Münchner Forscher jetzt entdeckten, wird das "Bachforellen-Sterben" durch ein bisher unbekanntes Virus ausgelöst.

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    Von
    • Sylvaine von Liebe

    Jeden Sommer gehen in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz massenhaft Bachforellen zugrunde. In zehnjähriger Detektivarbeit haben Forscher der Technischen Universität München (TUM) jetzt den Erreger für das "Proliverative Darkening Syndrom", kurz PDS, entdeckt, das den mysteriösen Tod der Fische verursacht.

    Fische in der Iller führten Forscher auf die Spur

    Für ihre Arbeit hat das Forscherteam der TU München um Ralph Kühn zwei Versuchsstationen an der Iller aufgebaut: An einer, im Oberlauf des Flusses, in der Nähe von Oberstdorf, war noch nie eine Fischkrankheit beobachtet worden. An der zweiten, im Unterlauf der Iller, nahe Kempten, waren jeden Sommer massenhaft Bachforellen verendet. Gewebeproben der Fische wurden tiefgekühlt und zur Analyse ins Labor der TU München geschickt.

    Fischkrankheit verläuft in drei Phasen

    Bei ihren Untersuchungen konnten die Forscher feststellen, dass die PDS-Krankheit, die zum Tod der Fische führt, in drei Phasen verläuft: Anfangs wirken die Fische noch völlig gesund, in der zweiten Phase der Erkrankung sind dann bereits Veränderungen der inneren Organe wie Leber und Nieren zu erkennen, in der dritten und letzten Phase der Krankheit färbt sich die Haut der Bachforellen dunkel. Kurz darauf sterben die Tiere.

    "Aufgrund dieses Krankheitsverlaufs vermuteten wir schon bald, dass es sich bei PDS um eine Viruserkrankung handelt.“ Ralph Kühn, Leiter der Studie und Professor am Lehrstuhl für Zoologie der TU München

    Modernste Technologie half den Wissenschaftlern dabei, den Virus aufzuspüren.

    Globaler Handel schuld an der Ausbreitung des Virus?

    Bei dem für die Bachforellen tödlichen Virus handelt es sich um einen sogenannten Piscine Reo-Virus. Dieser ist verwandt mit dem, der auch Lachse im Nordatlantik und im Pazifik befällt. Die Forscher wollen deshalb in weiteren Untersuchungen der Frage nachgehen, inwieweit der globale Handel mit Fischen die Ausbreitung des Virus begünstigt. Auch soll geklärt werden, warum das Virus nur in bestimmten Abschnitten der Alpenflüsse vorkommt.

    Die Studie, die jetzt von der TU München veröffentlicht wurde, ist bereits Ende Oktober 2018 im Fachmagazin "PLOS One" erschienen.