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Trotz hoher Zeckenaktivität: 2019 gab es weniger FSME-Fälle | BR24

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Trotz hoher Zeckenaktivität 2019 weniger FSME-Fälle

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Trotz hoher Zeckenaktivität: 2019 gab es weniger FSME-Fälle

Trotzdem es im vergangenen Jahr viele Zecken gab, sind die Fälle von der Hirnhautentzündung FSME im Gegensatz zum Vorjahr gesunken. Experten raten zur Impfung in Risikogebieten.

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Trotz einer hohen Zeckenaktivität ist die Zahl der gemeldeten Gehirnhautentzündungen im vergangenen Jahr zurückgegangen. Vor allem in Baden-Württemberg gab es weniger Erkrankungen an der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), wie die Universität Hohenheim in Stuttgart mitteilte. 2019 wurden in ganz Deutschland 462 Fälle gemeldet, im Jahr zuvor waren es noch 607.

Was ist Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis ist eine virale Form der Hirnhautentzündung, bei der auch das Gehirn betroffen ist. Sie kann zu schweren neurologischen Schäden führen, in etwa zwei Prozent der Fälle verläuft sie tödlich. Eine medikamentöse Behandlung ist nicht möglich. Sie beschränkt sich allenfalls darauf, die Symptome zu lindern.

Symptome der FSME

Die Erkrankung FSME erfolgt typischerweise in zwei Phasen. Etwa fünf bis sieben Tage nach dem Biss treten bei einem Drittel der Infizierten uncharakteristische Beschwerden auf: Fieber, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Übelkeit, gelegentlich Magen-Darm-Probleme. Meist ist die Krankheit damit überstanden.

Bei jedem dritten Erkrankten bzw. jedem zehnten Infizierten befällt der Erreger jedoch das zentrale Nervensystem - in unterschiedlicher Ausprägung. Unterschieden werden die "Meningitis" (nur die Hirnhäute sind beteiligt), die "Meningoenzephalitis" (Beteiligung von Hirnhäuten und Gehirn) und die "Meningoenzephalomyelitis" (zusätzlich ist das Rückenmark betroffen). Die verschiedenen Formen unterscheiden sich durch ihre Symptome und ihren Verlauf.

Experten raten Betroffenen zur Impfung gegen FSME

Experten raten zu einer Impfung, wenn man in einem Risikogebiet wohnt oder sich dort länger aufhält. Auch für Berufsgruppen wie Förster, Waldarbeiter und Landwirte wird eine Impfung empfohlen.

Erklärung für den Rückgang von FSME geplant

Über die Gründe für den Rückgang von FSME wurde zunächst nichts bekannt. Die Universität will in der kommenden Woche aktuelle Statistiken zu den jüngsten FSME-Erkrankungen vorstellen und Forschungsergebnisse zu neuen tropischen Zeckenarten präsentieren. Im vergangenen Jahr baten die Forscher wegen der zunehmenden Ausbreitung der tropischen Hyalomma-Zecke darum, diese Art zu Forschungszwecken einzuschicken.

Gefährliche Tropenzecken in Deutschland

Die Hyalomma-Zecke ist doppelt bis dreimal so groß wie ihre europäischen Verwandten und hat auffällig geringelte Beine. Sie sei vermutlich von Vögeln eingeschleppt worden. Anders als europäische Zecken jagt die Hyalomma-Zecke aktiv und kann Warmblüter über mehrere hundert Meter verfolgen.

Die Hyalomma-Zecke überträgt schwere Krankheiten

In ihrem eigentlichen Verbreitungsgebiet in Afrika, Asien und Südeuropa überträgt die Hyalomma-Zecke Erreger des sogenannten Krim-Kongo Hämorrhagischen Fiebers, des Arabisch Hämorrhagischen Fiebers und einer Form des Zecken-Fleckfiebers (Rickettsien). Die aus der Bevölkerung eingeschickten Zecken seien auf diese Erreger getestet worden.

© BR

Heimische Zecken lauern im Gras oder Unterholz. Sie können Krankheiten wie die Hirnhautentzündung FSME und Lyme-Borreliose übertragen. Wie schützt man sich am besten vor den kleinen Parasiten?