BR24 Logo
BR24 Logo
Wissen

Schutz vor Tollwut: Bei Reisen in Risikogebiete - impfen lassen! | BR24

© colourbox.com

Die Tollwut gilt seit 2008 in Deutschland als ausgerottet. Dennoch bleibt die Prävention wichtig. Denn Tollwut kommt im Ausland immer noch vor und kann tödlich enden.

Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Schutz vor Tollwut: Bei Reisen in Risikogebiete - impfen lassen!

Seit über zehn Jahren gibt es in Deutschland keine Tollwut mehr. Leider ist das nicht in jedem Land so. Wenn man auf Reisen geht, ist deshalb der beste Schutz eine Impfung und die Beachtung einiger Verhaltensregeln.

Per Mail sharen
Teilen

In etwa 100 Ländern auf der Erde kommt die Tollwut noch vor: Asien, Mittel- und Südamerika, Afrika und Osteuropa. Jedes Jahr sterben laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) 59.000 Menschen an den Folgen einer Tollwut-Infektion, wobei eine hohe Dunkelziffer vermutet wird. Tollwut verläuft immer tödlich. Es greift das Nervensystem an, vor allem das Gehirn, und führt schließlich zu Lähmungen und zum Tod. Es gibt sehr wirksame Impfstoffe, aber sie müssen angewendet werden, bevor die Symptome auftreten.

Symptome der Tollwut

Zu den ersten meist uncharakteristischen Krankheitsanzeichen gehören Kopfschmerzen und Appetitlosigkeit, manchmal Fieber. Dann stellen sich eine ausgeprägte Wasserscheu ein, aggressive und depressive Verstimmungen oder Lähmungen. Unbehandelt fallen Patienten spätestens nach sieben Tagen ins Koma und sterben. Die Inkubationszeit variiert stark – von 20 bis 70 Tage. Tollwut kann aber schon nach wenigen Tagen oder erst ein Jahr später ausbrechen.

Deutschland gilt seit 2008 als tollwutfrei

Hier sind seit dem Jahr 2001 insgesamt sechs Tollwut-Erkrankungen an das Robert-Koch-Institut (RKI) übermittelt worden. Im Jahr 2007 ist ein Mann an der Krankheit gestorben, nachdem er von einem einem streunenden Hund in Marokko gebissen worden war. Alle Erkrankten hatten sich im Ausland angesteckt.

Im vergangenen Jahr ist ein Brite, ebenfalls in Marokko, von einer Katze gebissen worden. Er ist einige Wochen später an Tollwut gestorben, weil er nicht schnell genug behandelt worden war.

Tollwut wird über den Speichel übertragen

Mit Tollwut infizierte Tiere können mit ihrem Speichel den Menschen, aber auch andere Wild- oder Haustiere anstecken. Das Tollwut- oder Lyssa-Virus ist extrem anpassungsfähig, weshalb nahezu kein Säugetier vor ihm sicher ist.

Die bloße Berührung tollwütiger Tiere führt allerdings noch nicht zur Übertragung. Auch wenn Speichel der Tiere mit unserer Haut in Berührung kommt, können die Erreger lediglich durch kleine Verletzungen wie Kratzer oder Schürfungen eindringen. Meist erfolgt die Übertragung jedoch durch einen Biss.

Besonders hoch ist die Ansteckungsgefahr in Afrika und Asien

Die Gefahr, sich mit Tollwut anzustecken, ist bei Reisen nach Asien oder Afrika wesentlich höher, vor allem durch streunende Hunde oder Katzen. Eine gewisse Vorsicht ist immer bei ungewöhnlicher Zutraulichkeit von wilden Tieren geboten. Denn sie kann Hinweis auf die bekannteste Form der Erkrankung sein, die sogenannte rasende Tollwut. Die Tiere haben dann häufig Schaum vor dem Mund und verhalten sich untypisch. Die Funktion der Nervenzellen im Gehirn wird durch das Virus gestört. Daneben gibt es auch die stille Tollwut, die beim Tier unauffälligere Symptome wie zum Beispiel Lähmungserscheinungen hervorruft. Deshalb gilt die Regel: Fernhalten und keine unbekannten Tiere streicheln.

Was tun nach einem Biss?

Nach dem Kontakt mit einem auffälligen Tier muss unmittelbar danach eine Immunisierung erfolgen. Das gilt auch für geimpfte Personen.

Impfung gegen Tollwut

Für eine vorbeugende Impfung muss man sich über einen Zeitraum von 28 Tagen insgesamt dreimal impfen lassen und den Impfschutz nach zwölf Monaten auffrischen. Die vorbeugende Impfung schützt zwar zuverlässig vor Tollwut, hält aber nur etwa fünf Jahre vor. Wer Kontakt mit einem tollwutverdächtigen Tier hatte oder gebissen wurde, aber über keinen Impfschutz verfügt, muss mit fünf oder sechs Impfungen rechnen. Zusätzlich wird ein Antiserum gespritzt (Passivimpfung). Geimpft werden muss in den ersten Stunden nach dem Biss.