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Tipps gegen Hitze: So lassen sich die Temperaturen aushalten | BR24

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Viele Menschen leiden bei der derzeitigen Hitze an geschwollenen Füßen und Knöcheln. Dr. Susanne Lehmeyer, Fachärztin für Innere Medizin vom Preventive Care Center in Fürth, erklärt warum die Füße anschwellen und was man dagegen tun kann.

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Tipps gegen Hitze: So lassen sich die Temperaturen aushalten

Tropische Temperaturen bringen Deutschland zum Kochen. Lüften in den Morgenstunden, Siesta am Mittag und lauwarm duschen - ein paar heiße Tipps, um abzukühlen.

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Tropische Temperaturen bringen Deutschland zum Kochen. Nicht nur Böden und Pflanzen darben. Auch Menschen leiden unter der Hitze und der hohen UV-Belastung.

Am heißesten ist es am späten Nachmittag

Am Mittag steht die Sonne am höchsten. Allerdings nicht um 12 Uhr, sondern wegen der Sommerzeit erst gegen 13 Uhr. Da ist es aber nicht am wärmsten. Die Lufttemperatur erreicht ihr Maximum erst mit einigen Stunden Verzögerung. Das liegt daran, dass sich Straßen, Dächer und Häuser erst im Laufe des Tages richtig aufheizen und dann viel Wärme abgeben. Das summiert sich. Gerade in den Städten werden erst zwischen 16 bis 18 Uhr die höchsten Temperaturen gemessen. Das heißt, am späten Nachmittag ist es am wichtigsten, sich vor Hitze zu schützen. Sonnenhut und das Eincremen nicht vergessen!

Warme Getränke und lauwarme Duschen helfen

Wer bei der Hitze kalt duscht, ins Freibad oder an den Badesee geht und eiskalte Getränke trinkt, senkt erst mal die Körpertemperatur. Das ist zwar wohltuend, aber der Effekt bleibt nur kurz. Die Blutgefäße ziehen sich bei Kälte zusammen, um einen Wärmeverlust zu verhindern. Das kühle Nass kurbelt den Kreislauf an. Außerdem stellt sich der Körper wieder auf die Außentemperatur ein und produziert noch mehr Schweiß als vorher. Deshalb trinken Nordafrikaner mit Vorliebe Pfefferminztee. Das zusätzliche Wärmesignal sorgt dafür, dass man ständig leicht schwitzt, was zu angenehmer Verdunstungskühle führt.

Abdunkeln, lüften und Laken kühlen bei Hitze

Gerade nachts ist es schwer, bei warmen Temperaturen einzuschlafen und sich zu erholen. Deshalb ist es wichtig, die Wohnung tagsüber abzudunkeln, um die Wärme draußen zu lassen. Decken, Laken und Kissen kann man bis zum Schlafengehen in der Kühltruhe deponieren. Das erfrischt und erleichtert das Einschlafen. In den frühen Morgenstunden gehen die Temperaturen am weitesten nach unten: die beste Zeit zum Lüften. Aber auch tagsüber kann man die Fenster kippen und für Durchzug sorgen. Aber nicht übertreiben mit der Zugluft, sonst droht eine Sommergrippe! Das kann auch passieren, wenn Klimaanlagen zu kühl eingestellt sind.

Siesta halten statt Sport treiben

Je heißer es wird, desto weniger sollte man sich im Freien körperlich anstrengen. Auch die bei Hitze erhöhten Ozonwerte können der Lunge zusetzen. Eine Siesta wird in Unternehmen zwar nicht eingeführt, aber die Mittagspause lässt sich trotzdem dafür nutzen, einen kühlen Ort aufzusuchen, nur leichte Kost zu sich zu nehmen und viel zu trinken.

Bei Hitze immer viel Flüssigkeit nachtanken

Gut zwei Liter sollte man täglich trinken - bei Hitze und Bewegung entsprechend mehr. Um den Wasserverlust bei Ausdauersport auszugleichen, raten Fachleute, pro Stunde Training etwa einen Liter Flüssigkeit zu trinken. Am besten geeignet sind Mineralwasser, Fruchtsäfte oder isotonische Getränke, weil sie dem Körper die verbrauchten Mineralstoffe zurückgeben.

Von den Tieren lernen und langsam machen bei Hitze

Rehe legen sich zurzeit faul in den Schatten des Waldes. Futter suchen sie in den kühlen Abend- und Morgenstunden. Wildschweine suchen feuchte Suhlen und seichte Teiche auf. Füchse bleiben bei der Hitze im Bau und legen eine lange Siesta ein. Hummeln setzen ihre Flügel wie Propeller ein und sorgen für ihre Brut durch hochtouriges Flügelschlagen wenigstens für ein bisschen Abkühlung. Das berichtet die Deutsche Wildtier Stiftung aus Hamburg.

Ventilatoren helfen nur bedingt bei Hitze

Wegen der Hitze decken sich derzeit viele Menschen mit Ventilatoren ein. Sie bringen die Luft in Bewegung und sorgen für einen Luftzug. Es kommt einem kühler vor, aber in Wirklichkeit sinkt die Raumtemperatur durch den künstlich erzeugten Wind nicht. Der Schweiß auf der Haut verdunstet im Luftzug schnell, was den Körper im schlimmsten Fall dehydrieren kann. Ventilatoren sollten also mit Vorsicht genossen werden.

Hitze gefährdet vor allem Säuglinge, Senioren und kranke Menschen

Gerade bei Säuglingen und kleinen Kindern müssen Eltern darauf achten, dass sich die Kinder im Schatten aufhalten, Sonnenschutz tragen, eingecremt sind und mehr Flüssigkeit als sonst aufnehmen. Ältere Menschen trinken generell wenig, was während der Hitzewelle besonders fatal ist. Wer Medikamente nimmt, sollte mit dem Hausarzt sprechen, ob bei extremer Hitze anders dosiert werden muss.

Schwächeanfall, Kreislaufkollaps und Sonnenstich vorbeugen

Bei hohen Temperaturen kann der Kreislauf schon mal schlappmachen. Ohne Sonnenhut kann es auch einen Sonnenstich geben. Man sollte das Verhalten der Mitmenschen im Auge behalten: Wirken sie verwirrt, klagen sie über Kopfschmerzen, haben ein gerötetes, heißes Gesicht, Muskelkrämpfe, Übelkeit und wirken abgeschlagen? Kühlende Wadenwickel, Luftzufächern, ein elektrolythaltiges Getränk und locker sitzende Kleidung können helfen. Falls es nicht besser wird, sollte man einen Arzt aufsuchen.

© Bayerischer Rundfunk / Gesundheit!

Die letzten Wochen hatten es in sich, mit Sonnenschein und Temperaturen von teils über 35 Grad. Auch wenn es gerade eine kurze Abkühlung gibt: Der Sommer ist noch lang. Doch Hitze ist nicht nur anstrengend, sondern oft eine unterschätzte Gefahr.