BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© colourbox
Bildrechte: colourbox

Schlaflose Nächte: Wenn die Hitze den Schlaf raubt

8
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Tipps für erholsame Nächte: So schlafen Sie auch bei Hitze gut

Zerwühlte Kissen, durchwachte Nächte: Hitze ist nicht für jeden ein Vergnügen. Viele Hitzeempfindliche fühlen sich tagsüber schlapp und müde, kriegen nachts aber kein Auge zu. Einige Tipps helfen, auch in tropischen Nächten Schlaf zu finden.

8
Per Mail sharen
Von
  • Marlene Riederer

Um einzuschlafen, muss der Körper seine Kerntemperatur senken. Normalerweise sorgt unsere biologische Uhr dafür, dass unser Körper nachts um gut ein Grad abkühlt, indem er Wärme über die Haut nach außen abgibt. Das funktioniert aber nicht, sobald die Außentemperatur zu hoch ist. Die Folge: Wir leiden unter Schlafstörungen, können nicht einschlafen, wälzen uns hin und her. Und sind wir dann endlich eingenickt, wachen wir viel zu früh wieder auf, gerädert von einem nur oberflächlichen Schlaf.

Tipps für erholsame Nächte:

Tagsüber abdunkeln

Frischluft ist gut. Das stimmt zwar grundsätzlich, doch hat es wenig Zweck, tagsüber die Fenster dauerhaft aufzureißen, wenn die Sonne dadurch das Zimmer zu einem Glutofen werden lässt. Machen Sie tagsüber grundsätzlich lieber die Schotten dicht und dunkeln Sie, wenn möglich, das Zimmer ab. Zumindest die Fensterscheiben, durch die die Sonne brennt, kann man mit selbsthaftender, reflektierender Folie vorübergehend bekleben. Lange Durchlüften sollten Sie erst, wenn es draußen abgekühlt ist - idealerweise in den frühen Morgenstunden vor Sonnenaufgang, ersatzweise am Abend, so einer der Tipps des Instituts für Betriebliche Gesundheitsberatung.

Nasse Laken am Fenster

Ein nasses Laken vor dem Fenster verbessert das Raumklima. Außerdem hält es Insekten und Mücken ab.

Frischluft ohne Zugluft

Wenn es Ihnen angenehm ist, lassen Sie das Fenster über Nacht auf, oder stellen Sie einen (leisen!) Ventilator auf. Achten Sie aber darauf, dass Sie Zugluft vermeiden, sonst können Sie sich eine unangenehme Sommererkältung oder Verspannungen einhandeln.

Helligkeit am frühen Morgen

Es ist nicht nur die Hitze, die uns den Schlaf raubt, sondern auch die Helligkeit. Dadurch, dass es abends lange und morgens früh hell ist, bleiben wir länger wach und wachen morgens früher auf - zumal, wenn die Fenster geöffnet sind, um kühlere Nachtluft reinzulassen. Wenn Sie sehr lichtempfindlich sind, hilft alles nichts, und Sie müssen ihr Zimmer über Nacht abdunkeln, damit Sie nicht schon frühmorgens von den ersten Lichtstrahlen aus den Schlaf gerissen werden.

Nackt schlafen - aber zugedeckt

Vorsicht auch, wenn Sie gerne nackt schlafen. Bei der Hitze ist das zwar verlockend, aber die Gefahr, sich zu erkälten, steigt, erst recht bei Zugluft. Sie sollten sich zumindest mit einem dünnen Laken abdecken. Ein weiterer Tipps zum Abkühlen: Machen Sie die Wärmflasche zur Kühlflasche: Füllen Sie eiskaltes Wasser ein oder stecken Sie sie für kurze Zeit in das Gefrierfach und legen Sie sie zu ihren Füßen ins Bett.

Lauwarm duschen

Vor dem Zubettgehen können Sie noch eine kühlende Dusche nehmen - aber nicht zu kalt. Das kühlt zwar den Körper, kurbelt aber auch den Kreislauf an und bringt ihn vermehrt zum Schwitzen. Eine lauwarme Dusche hingegen wirkt entspannend.

Wadenwickel und Wasser

Abkühlung verschaffen auch feuchte Wadenwickel oder ein Eimer Wasser neben dem Bett. Wenn es zu arg wird, kann man darin seine Armgelenke oder Füße abkühlen.

Kein Alkohol

Alkohol als Schlummertrunk? Das funktioniert schon nicht, wenn es nicht so heiß ist. Man schläft zwar schneller ein, der Schlaf ist aber weniger tief und damit nicht erholsam. Oft wacht man infolge des Alkoholkonsums frühmorgens auf und kann dann nicht mehr einschlafen.

Das richtige Abendessen

Essen Sie abends nicht zu gehaltvoll. Das belastet nicht nur an heißen Tagen. Kohlenhydrate machen angenehm müde, da durch sie das Glückshormon Serotonin stimuliert wird. Auch grüne Blattsalate enthalten Stoffe, die beruhigend auf das Nervensystem wirken. Kopfsalat zum Beispiel enthält schlaffördernde Pflanzenstoffe, von denen die meisten im Strunk stecken.

Der Schlaf aus der Kühltruhe

Zum Schluss ein Trick aus dem sonnigen Süden: Deponieren Sie Decken, Laken und Kissen bis zum Schlafengehen in der Kühltruhe. Das ist herrlich erfrischend.

Studie zum Thema Hitze in Augsburg

Rund 500 Haushalte im Augsburger Stadtgebiet hatten sich im Sommer 2019 an der Studie "Augsburg bleibt cool" beteiligt. Die Freiwilligen bekamen Thermometer, die über mehrere Wochen die Schlafzimmertemperatur im Verlauf des Tages aufzeichneten. Hintergrund der Studie der Universitäten Augsburg und Ulm war, dass viele Menschen bei warmen Temperaturen schlecht schlafen. Viele bringen dann am Tag darauf weniger Leistung und fühlen sich schlechter. Die Wissenschaftlerin Sabrina Beckmann und ihre Kollegen zogen im Sommer 2020 erste Bilanz.

Ältere Menschen gehen sorgloser mit Hitze um

Was die Wissenschaftler vorher schon wussten: In der Stadtmitte ist es am heißesten. Überraschend war für Sabrina Beckmann aber zum Beispiel, dass sich gerade ältere Studienteilnehmer des Risikos durch Hitze nicht bewusst sind. Dabei bringt Hitze viele gesundheitliche Risiken mit sich, wie etwa Kreislaufprobleme, Schlafstörungen oder die Gefahr eines Hitzschlags. Und für diese Risiken sind ältere Leute anfälliger als junge. Aus der Studie wurden Tipps generiert, wie man Hitze in den Wohnungen reduzieren kann.

Kampf gegen Hitze: Fenster auf, Klamotten aus

Beim Kampf gegen die Hitze setzen die Augsburger auf einfache Mittel: Ein Großteil kippt nachts das Fenster und die Hälfte der Befragten lüftet vor dem Schlafengehen nochmal. 15 Prozent duschen auch kalt, bevor sie ins Bett gehen. Am besten schlafen lässt die meisten aber entweder sehr dünne oder keine Bettwäsche – oder dünne oder keine Nachtkleidung.

© Bayerischer Rundfunk
Bildrechte: Christin Klose | picture-alliance/dpa

Immer mehr Menschen machen nachts kein Auge zu. Die Folge: Fast die Hälfte der Erwerbstätigen ist bei der Arbeit müde und erschöpft. Was tun bei Schlaflosigkeit? Wir geben Tipps für einen erholsamen Schlaf.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!