Taubenexperte Ferry Wittke
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Taubenexperte Ferry Wittke aus Bad Abbach hat mit seinem Konzept die Plage auf dem Gelände der Universität Regensburg beemndet.

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Taubenplage auf Regensburger Campus nach zehn Jahren besiegt

Taubenplage auf Regensburger Campus nach zehn Jahren besiegt

Die einstige Taubenplage auf dem Universitätscampus in Regensburg ist Geschichte. Vor zehn Jahren wurde dort eine Kampagne gestartet, um die Tiere dauerhaft und auf natürlichem Wege zu dezimieren. Jetzt sprechen alle Beteiligten von einem Erfolg.

Die Universität Regensburg zieht zehn Jahre nach dem Start eines Taubenprojektes eine positive Bilanz: Die Umsiedelung mehrerer Taubenkolonien vom Campus in zwei Taubenschläge auf dem Uni-Dach ist als "dauerhaft erfolgreich" anzusehen, wie Sprecher Martin Postner bilanziert.

Herkömmliche Maßnahmen erfolglos

Die Hinterlassenschaften der Tiere hätten an der Uni früher Tiefgaragen, Fluchtbalkone, Fensterbrüstungen und die Anlieferflächen für Nahrungsmittel stark verschmutzt. Herkömmliche Mittel zur Vertreibung der Tiere hätten keinen dauerhaften Erfolg gebracht.

Die Tauben-Experten Ferry Wittke aus Bad Abbach und Frank Wilm aus Baldham starteten 2012 an der Uni dann ihr "Regensburger Modell". Sie errichteten zwei Taubenschläge auf dem Dach und lockten die verwilderten Stadttauben mit Hilfe von Zuchttauben an. Dort leben die Tiere seither, werden versorgt und hinterlassen nicht mehr so viel Dreck auf dem Campus.

Heute leben jeweils 50 bis 80 Tauben in zwei Volieren. Ansonsten sei das Uni-Areal taubenfrei - abgesehen von einzelnen "Zufliegern". Diese seien kein Problem, schließlich wohnt ein Habichtspaar auf dem Uni-Gelände, das sich ab und an eine Taube schnappt.

Eier werden ausgetauscht

Lediglich ab und an werden sie zu Freiflügen aus dem Schlag gelassen. Die Taubeneier werden überwiegend gegen Kunsteier ausgetauscht, so dass sich die Tiere kaum vermehren. Lediglich ab und zu darf ein Tauben-Paar seine Eier ausbrüten, um ein Erfolgserlebnis zu haben. Entnommene Eier gehen zum Verfüttern an Zoos und Fuchsaufzuchtstationen.

"Wir sind sehr stolz auf die Umsetzung des Konzeptes, weil es einen ganzheitlichen Ansatz verfolgt, der das Verhalten der Tiere berücksichtigt und selbstverständlich den Tierschutz", sagte Postner. Das ist auch Wittke ein Anliegen. Er will nicht nur gegen Taubenplagen vorgehen, sondern auch gegen Tierquälerei. Er habe schon viele üble Dinge gesehen, die Hausbesitzer Tauben angetan hätten.

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