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Warum bleiben die bunten Farben von Tätowierungen erhalten, obwohl sich die Haut stetig erneuert? Wissenschaftler aus Frankreich haben herausgefunden, warum die Körperbilder so langlebig sind.

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Warum halten Tattoos so lange?

Warum bleiben die bunten Farben von Tätowierungen erhalten, obwohl sich die Haut stetig erneuert? Wissenschaftler aus Frankreich haben herausgefunden, warum die Körperbilder so langlebig sind.

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Wissenschaftler gingen lange davon aus, dass die Pigmente von Tätowierungen im Bindegewebe fest eingelagert werden. Doch das stimmt gar nicht: Sie landen in den Macrophagen, den Fresszellen. Diese sind ein wesentlicher Bestandteil des Immunsystems.

Wandernde Farb-Pigmente

Ein Team von Immunologen an der Universität Aix-Marseille ist nun dem Geheimnis der Langlebigkeit von Tattoos auf die Spur gekommen: Die Tattoo-Farbe wandert von einer Fresszelle zur nächsten und bleibt so im Körper aktiv. Tätowierungen werden lediglich unschärfer oder ein bisschen blasser, weil Fresszellen die wandernden Farb-Pigmente nicht immer vollständig einfangen können. Frei werdende Farbreste landen dann in den Lymphknoten oder in der Leber:

"Man schätzt, dass etwa 30 Prozent der Farbe in der Haut verbleiben. Der Tätowierte merkt das gar nicht, denn die Farben sind sehr intensiv. Der andere, größere Teil wird in den Körper abtransportiert: Ein Teil davon landet in den Lymphknoten, zum Teil auch in der Leber. Ein kleinerer Teil wird sicher ausgeschieden. Aber jeder, der sich tätowieren lässt, muss bedenken, dass ein nicht unerheblicher Teil der Farbe - samt der darin enthaltenden teilweise krebserregenden Stoffe - zum Teil ein Leben lang im Körper verbleibt." Wolfgang Bäumler, Medizinphysiker, Universität Regensburg