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Tag gegen Lärm: Hörverlust besser gleich vermeiden

Heute ist Internationaler Tag gegen Lärm. Gehörschäden sind schon lange mit die häufigste Berufskrankheit. Meistens ist Lärm am Arbeitsplatz schuld an der Schwerhörigkeit. Prävention könnte helfen - auch Jugendlichen, die zu laut Musik hören.

Über dieses Thema berichtet: Abendschau am .

Meistens merken es die Angehörigen zuerst. Die stellen fest, dass bei den Betroffenen der Fernseher viel zu laut läuft. Oder dass der- oder diejenige von einem Gespräch nichts mehr versteht, wenn die Hintergrundgeräusche laut sind.

Hörverlust passiert oft schleichend, über Jahre hinweg, die Betroffenen passen sich an und merken den Schaden oft nicht. Dabei ist jeder Fünfte bis jeder Vierte in der Altersgruppe 51 bis 60 Jahre in Deutschland von Gehörschäden betroffen, so wird geschätzt. Und die häufigste Ursache für Gehörschäden ist Lärm.

Gehörschutz muss praktikabel sein

Inga Bräuer ist Präventionsbeauftragte der Berufsgenossenschaft Bau. Auf der Baumesse in München, die vergangene Woche lief, hat sie Ohrstöpsel verteilt. Gerade Berufe auf dem Bau, wo häufig laute Maschinen zum Einsatz kommen, sind von Hörschäden betroffen.

Bräuer sagt: Gehörschutz wird dann getragen, wenn er praktikabel ist, also nicht drückt und zum Beispiel Brillenträger nicht zusätzlich einschränkt. Jeder Einzelne muss sich die Zeit nehmen, den für sich besten Gehörschutz zu finden – also Kopfhörer oder Ohrstöpsel in verschiedenen Formen. Das schont das Gehör dauerhaft.

Forscher untersuchen Rolle des Gehirns beim Hören

Dabei ist bis jetzt noch nicht ganz verstanden, wie das Gehirn das mit dem Hören macht. Das Gehirn kann dabei nämlich eine Menge: Es kann zwischen vielen verschiedenen Störgeräuschen eine bestimmte Stimme heraushören, es kann feststellen, woher diese Stimme kommt und es kann sogar Hall herausfiltern. Wie das genau funktioniert, untersucht Professor Bernhard Seeber an der Technischen Universität München.

Dafür hat er einen reflektionsarmen Raum gebaut. An allen Wänden, Decken und dem Fußboden dämpfen 30 Zentimeter tiefe Keile jeden Schall. In der Mitte ist die Experimentierfläche. Auf drei Leinwände kann eine Münchner U-Bahn-Station projiziert werden. Drei Probanden dürfen sich dann dort einfach unterhalten, während Seeber verschiedene U-Bahn-typische Geräusche einspielt. Er untersucht, wie die Probanden die Stimmen verändern, um verstanden zu werden, wie sie sich einander zuwenden und bewegen – wie Kommunikation bei Lärm funktioniert.

Am besten: Hörverlust vermeiden

Seebers Forschung hat praktischen Nutzen. Sein Lehrstuhl hat die Grundlagen entwickelt, um Hörgeräte und Cochlea-Implantate zu verbessern, zum Beispiel durch Verkoppelung der Hörgeräte oder optimierte Technik für Richtmikrofone, wie sie in Hörgeräten zum Einsatz kommen.

Besser allerdings ist es immer noch, Hörverlust so gut es geht zu vermeiden. Damit kann man schon als Jugendlicher anfangen. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass weltweit 1,1 Milliarden Jugendliche von Hörschäden bedroht sind – weil sie zu laut Musik hören, in Klubs und mit Kopfhörern. Dazu passt das Motto des diesjährigen Tages gegen Lärm: "Mach mal leise".

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