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Studie zu Covid-19: Coronaviren können auch das Herz befallen | BR24

© pa/dpa/Matthias Balk

Blutproben im Diagnostiklabor für die Covid-19-Studie der Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin der LMU München.

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    Studie zu Covid-19: Coronaviren können auch das Herz befallen

    Coronaviren können auch das Herz befallen und die Genaktivität infizierter Herzzellen verändern, so eine Studie des Uniklinikums Hamburg-Eppendorf. Inwieweit das den Krankheitsverlauf beeinflusst, ist unklar. Langzeitfolgen aber sind möglich.

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    Neue Erkenntnis von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE): Das Coronavirus kann auch Herzzellen infizieren und sich darin vermehren. Zudem ist es in der Lage, die Genaktivität infizierter Herzzellen zu verändern. Das geht aus einer aktuellen Studie unter der Leitung von Prof. Dr. Dirk Westermann aus der Klinik für Kardiologie in Zusammenarbeit mit dem Institut für Rechtsmedizin des UKE hervor.

    Untersuchungen an verstorbenen Corona-Patienten

    Für die Studie wurden laut UKE 39 verstorbene Herzpatienten untersucht, die mit SARS-CoV-2 infiziert waren. Bei rund zwei Drittel dieser Patienten (24) konnten die Forscher im Herzgewebe das Coronavirus SARS-CoV-2 nachweisen. In 16 Fällen fanden sie den Angaben zufolge das Virus in Mengen, die klinische Auswirkungen hätten haben können. Bei 5 dieser Patienten konnten sie zudem Anzeichen dafür finden, dass sich das Virus in Zellen vermehrt.

    "Bisher wusste man nicht, in wie vielen Fällen SARS-CoV-2 auch das Herz befällt und - wenn es das tut - ob es sich in Herzzellen vermehren und dort krankhafte Veränderungen hervorrufen kann. Mit den nun vorliegenden Untersuchungsergebnissen haben wir deutlich mehr Klarheit." Prof. Westermann

    Keine typischen Zeichen für Herzmuskelentzündung gefunden

    Durch die Infektion verändern sich zwar die Herzzellen. Ob dies allerdings Auswirkungen auf den Krankheitsverlauf hat, lässt sich noch nicht abschließend klären. Das Wissenschaftlerteam hatte die Aktivität von sechs entzündungsfördernden Genen genauer unter die Lupe genommen. Bei den 16 Patienten mit der höchsten Viruslast war die Aktivität dieser Gene deutlich erhöht.

    "Dies hätte auf das Vorliegen einer Herzmuskelentzündung schließen lassen können. Gleichwohl haben wir keine typischen Kennzeichen einer solchen Entzündung - etwa das Einwandern von Entzündungszellen aus dem umliegenden Gewebe in den Herzmuskel - finden können. Unsere Ergebnisse unterstützen die bisherige Beobachtung, dass eine Herzmuskelentzündung im Zusammenhang mit Covid-19 nur sehr selten auftritt." Prof. Westermann

    Langzeitfolgen für Patienten sind möglich

    Die durch die Infektion hervorgerufene veränderte Genaktivität in den Herzzellen könne allerdings Langzeitfolgen für die Gesundheit von Betroffenen haben. Um das zu klären, seien künftig Reihenuntersuchungen an lebenden Covid-19-Patientinnen und Patienten notwendig, so der Wissenschaftler.

    Studien-Patienten gehörten der Risikogruppe an

    Die für die Studie untersuchten verstorbenen Patientinnen und Patienten (23 Frauen, 16 Männer) waren im Mittel 85 Jahre alt. "Die Patienten repräsentieren mit ihren altersgerechten Vorerkrankungen wie Bluthochdruck und koronare Herzerkrankung die typischen Covid-19-Patienten in Deutschland", erläutert Prof. Dr. Stefan Blankenberg, Co-Autor der Studie und Ärztlicher Leiter des Universitären Herz- und Gefäßzentrums.

    Alle wurden zu Lebzeiten mit einem Rachenabstrich positiv auf das Coronavirus SARS-CoV-2 getestet und entwickelten die für Covid-19 typische Lungenentzündung. Nach ihrem Tod wurden sie zwischen dem 8. und 18. April gerichtsmedizinisch untersucht. Dabei wurden die für die späteren genetischen Untersuchungen notwendigen Gewebeproben entnommen.

    © dpa-Bildfunk/Eva Hecht

    Ulrike Ravens-Sieberer, Leiterin der sogenannten COPSY-Studie und Dirk Westermann, Leiter der Herz- Studie am UKE.

    Neue Studie: Wie Kinder in der Corona-Krise leiden

    Zeitgleich zu der Herz-Studie veröffentlichte das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf die Ergebnisse einer Umfrage, wie sich die Corona-Pandemie auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen bundesweit ausgewirkt hat.

    Mehr Stress, Angst und Depressionen

    Die Ergebnisse: Mehr als 70 Prozent der befragten Kinder und Jugendlichen fühlen sich durch die Corona-Krise seelisch belastet. Stress, Angst und Depressionen haben zugenommen. Die Ergebnisse im Einzelnen finden Sie hier.

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