Zurück zur Startseite
Wissen
Zurück zur Startseite
Wissen

Männer sind die größeren Klimasünder als Frauen | BR24

© BR

Studie: Männer verbrauchen viel mehr Strom als Frauen

6
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Männer sind die größeren Klimasünder als Frauen

Die Höhe des Einkommens beeinflusst den Treibhausgas-Ausstoß laut einer neuen Studie weniger stark als bisher angenommen. Dafür kommt hier ein anderer Unterschied zum Tragen: Frauen verbrauchen demnach ein Viertel weniger Strom als Männer.

6
Per Mail sharen
Teilen

Wie groß ist der ökologische Fußabdruck eines jeden Einzelnen tatsächlich? Mit der landesweiten Umfrage "Schweizer Umweltsurvey" hat die Technische Hochschule ETH Zürich nach Antworten gesucht. Der Leiter der dortigen Forschungsgruppe Umwelt, Soziologe Andreas Diekmann, hat die Ergebnisse der Umfrage, die bereits 2007 erstellt wurde, noch einmal neu analysiert.

Einkommen macht keinen so großen Unterschied wie angenommen

Fast 3.400 Haushalte in der Schweiz waren über alle möglichen Umweltaktivitäten befragt worden, über ihr Umweltbewusstsein, Autofahren, Flugreisen, die Größe der Wohnung und vieles mehr. Bei der Auswertung der Daten haben die Züricher Forscher festgestellt, dass es deutliche Unterschiede gibt. Einige Haushalte leben sehr klimaschonend. Andere erzeugen einen siebenmal größeren ökologischen Fußabdruck. Dabei hänge der Ausstoß an Treibhausgasemissionen vom Einkommen ab, erklärt Andreas Diekmann: "Es ist so, dass die Leute, die mehr verdienen, einen sehr viel größeren ökologischen Fußabdruck haben. Das haben wir erwartet und hat uns auch nicht überrascht."

Schließlich sei es noch immer so, dass reichere Leute größere Autos fahren, öfter mit dem Flugzeug verreisen und auch meist in größeren Wohnungen wohnen.

"Was uns aber überrascht hat, ist dass der Einfluss des Einkommens gar nicht so groß ist wie erwartet. Die unterschiedlichen Einkommen der Haushalte erklären etwa ein Zehntel in den Unterschieden des ökologischen Fußabdrucks." Andreas Diekmann, Soziologe

Die Wissenschaftler haben die Gruppen der jeweils zehn Prozent mit dem höchsten und dem niedrigsten Einkommen verglichen. Dabei haben sie ermittelt: Die Gruppe mit dem höchsten Einkommen verursacht etwa 1,8 mal mehr Treibhausgase. Bislang habe man dem Einkommen einen größeren Einfluss zugeschrieben.

Männer verbrauchen viel mehr Strom

Aufhorchen lässt der Vergleich von Ein-Personen-Haushalten. Hier flossen auch die anonymisierten Daten eines Stromversorgers mit ein, wie Andreas Diekmann sagt.

"Da ist eindeutig, in dem einen ist also die Frau im Haushalt, im anderen ein Mann. Und tatsächlich haben die Frauen einen um etwa ein Viertel, 25 Prozent, geringeren Energie-, also Stromverbrauch als die Männer." Andreas Diekmann, Soziologe

Diese Differenz bleibe auch bestehen, wenn man den unterschiedlichen Einkommen und Wohnungsgrößen Rechnung trägt. Doch wie ist dieser Unterschied zu erklären?

"Ich könnte nur spekulieren, was es ist. Ist es vielleicht so, dass die Frauen weniger Geräte im Haushalt haben – Computer, elektrische Hightech-Geräte und so fort? Und dadurch weniger Strom verbrauchen. Oder nutzen sie die Geräte effizienter? Das sind alles Fragen, denen man jetzt genauer nachgehen könnte." Andreas Diekmann, Soziologe