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Studie: Gut informierte Kinder haben weniger Angst vor Covid-19 | BR24

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Vielen Kindern macht die Corona-Krise Angst. Der oft ungewohnte Tagesablauf führt zu Unsicherheit und Alpträumen.

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Studie: Gut informierte Kinder haben weniger Angst vor Covid-19

Kinder, die ein Grundwissen über das Coronavirus haben, fürchten sich auch weniger davor – zu diesem Ergebnis kommt eine international durchgeführte Studie. Stark verunsichert hingegen seien diejenigen, die an Fake News glaubten.

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Das internationale Zentralinstitut für Jugend- und Bildungsfernsehen beim Bayerischen Rundfunk und die Stiftung Prix Jeunesse haben gemeinsam mit internationalen Wissenschaftlern erforscht, wie sich die Mediennutzung in Zusammenhang mit Covid-19 auf Kinder auswirkt. Das Ergebnis: Kinder, die sich gut mit dem Virus auskennen und wissen, wie man sich davor schützt, haben weniger Angst. Gleichzeitig sind Kinder, die kaum Fakten rund um das Virus kennen oder an Falschmeldungen wie "das Coronavirus wurde von einer fremden Regierung als Waffe erfunden" glauben, am stärksten beunruhigt.

Kinder in Deutschland weniger besorgt

Laut der Studie gehen Kinder in Deutschland vergleichsweise weniger besorgt mit dem Virus um als in anderen Ländern. 29 Prozent gaben zwar an, sich beunruhigt zu fühlen – der Anteil der "sehr besorgten" Kinder ist in Deutschland aber mit drei Prozent – zusammen mit Österreich – am niedrigsten. Zum Vergleich: In Tansania gaben drei Viertel der Kinder an, wegen des Coronavirus "sehr besorgt" zu sein. Dafür nimmt aber jedes fünfte Kind in Deutschland seine Eltern als "sehr besorgt" wahr – in Dänemark und Österreich beispielsweise ist es nicht mal ein Zehntel.

International ähnliche Ängste

Wenn es um die konkreten Ängste geht, geben die Kinder weltweit sehr ähnliche Antworten. Am meisten fürchten sich die Befragten davor, dass ein Familienmitglied krank wird. Außerdem haben sie Sorgen, dass sie für eine lange Zeit ihre Großeltern nicht sehen dürfen, Urlaubspläne abgesagt werden und sie beginnen, sich zu langweilen. Kinder in Deutschland haben im internationalen Vergleich weniger Angst davor, selbst zu erkranken oder zu viel Schulstoff zu verpassen.

Deutschen Kindern fehlen Anti-Stress-Strategien

Die Teilnehmenden aus Deutschland haben laut der Studie weniger konkrete Strategien, wie sie mit Stress in der Situation der vergangenen Wochen umgehen können. Fast die Hälfte hat hierzulande beispielsweise noch nie einen gemeinsamen Zeitplan für Aktivitäten in der Familie entwickelt.

Die befragten Kinder in Deutschland gaben an, zurzeit mehr als sonst das Handy, Tablet oder Youtube zum Vertreib der Langeweile zu nutzen. Die Kinder selbst empfinden diese Methoden laut Befragung als stressreduzierend – 77 Prozent der Jungen und 37 Prozent der Mädchen finden, dass die Fernseh-, Computer- und Internetnutzung sie entspanne. "Hier ist es wichtig, Kindern mehr Kompetenzen zum Umgang mit Stress und der besonderen Situation an die Hand zu geben", sagt Studienleiterin Maya Götz. Denn während in vielen Bereichen, zum Beispiel Wissen, die in Deutschland befragten Kinder vorne liegen, mangele es an Kompetenzen, um mit den Emotionen in der derzeitigen Situation umzugehen.

Über 4.300 Kinder aus 42 Ländern

An der Studie "Kinder, Medien und Covid-19" nahmen 4.322 Kinder aus 42 Ländern zwischen neun und 13 Jahren teil. 100 der Teilnehmenden kommen aus Deutschland. Abgefragt wurden vor allem Emotionen und Wissen zum Coronavirus. Zudem ging es um die Mediennutzung der Kinder sowie Strategien zur Stressreduzierung. Die Befragungen fanden in der Hochzeit des Lockdowns statt, also zwischen 31. März und 26. April.

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