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Löst Salz Allergien wie Neurodermitis aus? | BR24

© picture alliance / empics/Fotograf: Nick Ansell

Ist zu viel Salz in unserer Nahrung der Grund dafür, dass es immer mehr Allergiker gibt? Eine Studie von Münchner Wissenschaftlern legt das nahe.

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    Löst Salz Allergien wie Neurodermitis aus?

    Eine salzreiche Kost könnte zu Allergien führen. Zumindest legen dies neueste Untersuchungen nahe. In einer aktuellen Studie konnte ein Forscher-Team belegen, dass Salz zur Entstehung von Immunzellen führt, die für Allergien verantwortlich sind.

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    In Industrieländern ist fast jeder dritte Mensch im Laufe seines Lebens von einer Allergie betroffen, jedes zehnte Kind leidet an einer Neurodermitis. Ein Team um Christina Zielinski von der Technischen Universität München (TUM) konnte anhand von Untersuchungen in Zellkulturen zeigen, dass Salz bestimmte Immunzellen aktiviert, wodurch Allergien ausgelöst werden könnten. Die Ergebnisse wurden im Februar 2019 im Fachmagazin "Science Translational Medicine" veröffentlicht.

    Allergien: Die Rolle der T-Zellen

    Bei Immunerkrankungen wie Allergien spielen die sogenannten T-Zellen eine wichtige Rolle. Sie sind ein Teil der weißen Blutkörperchen, der Lymphozyten. Wenn sie richtig funktionieren, wehren sie als Teil der körpereigenen Abwehr vor allem Infektionen ab. Sie können aber auch Fehlfunktionen entwickeln und sich dann gegen unseren Körper richten.

    Bildung von allergieauslösenden TH2-Zellen

    Genau diese Zellen haben die Wissenschaftler unter die Lupe genommen und festgestellt, dass sich die T-Zellen durch Salzeinfluss in Th2-Zellen verwandeln. Diese Th2-Zellen verursachen dann allergische Erkrankungen wie zum Beispiel Neurodermitis.

    Salz und Autoimmunerkrankungen

    Tatsächlich ist der Natriumwert, der auf den Salzgehalt im menschlichen Körper schließen lässt, in erkrankter Haut von Neurodermitis-Patienten um bis zu dreißigmal höher als bei gesunder Haut, wie die Forscher feststellen konnten. Inwieweit Salz auch Auswirkungen auf andere Allergien hat, ist noch unklar. Bisher hatten Forscher allerdings schon herausgefunden, dass Salz möglicherweise Einfluss auf die Entwicklung anderer Autoimmunerkrankungen, wie zum Beispiel Multiple Sklerose, hat.

    Salz fördert Neurodermitis

    Viel Salz in der Haut ist aber speziell für Neurodermitis-Patienten noch aus einem ganz anderen Grund ungünstig, wie Christina Zielinski, Dermatologin und Leiterin der Studie, weiß:

    "Es ist seit langem bekannt, dass Neurodermitis-Patienten eine starke Anreicherung des Bakteriums Staphylococcus aureus auf der Haut haben. Dieses Bakterium vermehrt sich unter salzigen Bedingungen, während Salz anderen Bakterien der Hautflora schadet."

    Salz als Allergieauslöser - noch viele offene Fragen

    Viel Salz in der Haut ist also ein guter Nährboden für Neurodermitis. Trotzdem sind noch viele Fragen offen. "Bislang konnten wir allerdings nicht nachweisen, wie die hohen Salzmengen in die Haut gelangen“, erklärt Studienleiterin Zielinski. "Ebenso wenig wissen wir, ob man durch eine salzarme oder salzreiche Ernährung die Entstehung oder den Verlauf der Neurodermitis oder anderer allergischer Erkrankungen beeinflussen kann." Das will Christina Zielinski nun in weiteren Studien gemeinsam mit ihrem Team herausfinden.