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Streit um die häufigsten Ursachen von Asthma

Ob Hausstaubmilben, Pollen oder Smog: Es vergeht kaum ein Tag, an dem kein Schuldiger für Asthma gefunden wird. Aber sind die Ursachen der Krankheit wirklich bekannt? Wissenschaftlich gesehen tappen Asthma-Forscher immer noch weitgehend im Dunkeln.

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Im letzten Jahrhundert ist es zwar gelungen, immer bessere Medikamente gegen die Symptome von Asthma zu entwickeln, bei den Ursachen hat sich die Wissenschaft aber immer wieder grundlegend geirrt. So auch als Epidemiologien anhand von Daten in der DDR zu beweisen versuchten, dass die dort wesentlich schmutzigere Luft Asthma ausgelöst hat.

"Und wir hatten sehr genau im Blick, was wir finden würden: nämlich mehr Asthma und Allergien im Osten im Vergleich zum Westen. Osten schlechte Luft, Westen gute Luft. Was wir gesehen haben, war genau das Gegenteil: Im Osten schlechte Luft und weniger Asthma, im Westen gute Luft, aber mehr Asthma. Das hat ja unser gesamtes Weltbild durcheinander gebracht." Epidemiologe Dr. Joachim Heinrich, Helmholtz Zentrum München

Mehr Kranke trotz besserer Luft

Und noch verwunderlicher: Mit der drastischen Luftverbesserung in den neuen Bundesländern stieg auch die Zahl der Asthmaerkrankungen.

"Es hat nach der Wiedervereinigung die Schwebstaubbelastung im Osten deutlich abgenommen und Asthma hat deutlich zugenommen. Die Erklärung, die man sehr rudimentär und lückenhaft dafür geben kann, ist, dass es sich um andere Lebensstilrelevante Faktoren handelt, die den Anstieg von Asthma hervorrufen. Feinstaub spielt in diesem Kontext gar keine, oder nur eine marginale Rolle." Dr. Joachim Heinrich Helmholtz Zentrum München

Zu den lebensstilrelevanten gehören Umweltfaktoren, wie das Wohnumfeld, Stress oder Nahrungsmittel. Bei genetischer Veranlagung gelten Ärzten Genmuster als verantwortlich, die nur in Kombination und unter individuellen Bedingungen zu einer Erkrankung führen.

"Sie sind mit einem bestimmten Gen-Pool geboren worden, einer Veranlagung zum Beispiel für Asthma, die Gene sind vielleicht vorher stumm und stören uns gar nicht, aber wenn der entsprechende Umweltfaktor, wie zum Beispiel Nikotin an die Gene Zugriff hat, wird das Gen aktiv geschaltet und die Erkrankung kann sich manifestieren." Kinderpneumologin Dr. Katja Tischer

Desensibilisierung im Kindesalter

Als aussichtsreichste Therapie gilt momentan beim allergischen Asthma eine Desensibilisierung, möglichst schon im Kindesalter. Auch erfolgreich, haben sich in Amerikanischen Studien, Entspannungsübungen wie Yoga gezeigt.