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Nachbildung der Halle der Stiere aus der Höhle von Lascaux. Die Original-Gemälde sind rund 20.000 Jahre alt.
© MCC-CNP
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Nachbildung der Halle der Stiere aus der Höhle von Lascaux. Die Original-Gemälde sind rund 20.000 Jahre alt.

Seit rund 20.000 Jahren ziehen gewaltige Tierherden über die Felswände einer Höhle im Südwesten Frankreichs: Lascaux ist berühmt für die farbenprächtigen und detaillgetreuen Abbildungen, die Menschen der Altsteinzeit auf den Höhlenwänden hinterließen. Stiere, Pferde, ein Bär, Hirsche, die einen Fluss überqueren, und ein über fünf Meter großer Auerochse beleben die dargestellten Jagdgründe aus der Zeit von Neandertaler und Cro-Magnon-Mensch.

Besonders kunstvolle Höhlenmalerei

Die Gemälde in Lascaux sind keineswegs die ältesten Höhlenmalereien der Welt. Es gibt Tierdarstellungen auf Höhlenwänden, die etwa doppelt so alt sind. Doch die Lascaux-Malereien sind besonders ausdrucksstark und ästhetisch, besonders kunstvoll.

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1940 wurde die Höhle von Lascaux entdeckt. In ihr finden sich steinzeitliche Abbildungen von rund 2.000 farbenfrohen Tieren.

1940 wurde die Höhle von Lascaux entdeckt. In ihr finden sich steinzeitliche Abbildungen von rund 2.000 farbenfrohen Tieren.

Bereits 1963 musste die Höhle von Lascaux für Publikum wieder geschlossen werden.

Bereits 1963 musste die Höhle von Lascaux für Publikum wieder geschlossen werden.

Der Grund: Der Atem von Millionen Besuchern in Lascaux bedrohte die empfindlichen Originale. Durch die Feuchtigkeit entstand Schimmel.

Der Grund: Der Atem von Millionen Besuchern in Lascaux bedrohte die empfindlichen Originale. Durch die Feuchtigkeit entstand Schimmel.

Hier sehen Sie die Aufnahme eines Originals aus Lascaux: eine rote Kuh mit schwarzem Kopf.

Hier sehen Sie die Aufnahme eines Originals aus Lascaux: eine rote Kuh mit schwarzem Kopf.

2016 wurde Lascaux IV eröffnet - mit dem damaligen französischen Staatschef François Hollande. Der Nachbau löst Lascaux I von 1983 ab.

2016 wurde Lascaux IV eröffnet - mit dem damaligen französischen Staatschef François Hollande. Der Nachbau löst Lascaux I von 1983 ab.

Vier Jahre dauerte es, auf nachgestellter Felsenfläche die zahlreichen Malereien von Pferden, Stieren, Hirschen in Originalgröße abzubilden.

Vier Jahre dauerte es, auf nachgestellter Felsenfläche die zahlreichen Malereien von Pferden, Stieren, Hirschen in Originalgröße abzubilden.

Die Nachbildung ist für Besucher eine sinnliche Reise in die Vergangenheit: Feuchte Luft, Dunkelheit, Gerüche, gedämpfte Geräusche.

Die Nachbildung ist für Besucher eine sinnliche Reise in die Vergangenheit: Feuchte Luft, Dunkelheit, Gerüche, gedämpfte Geräusche.

Spektakulär in Lascaux ist auch die menschliche Gestalt mit Vogelkopf und erigiertem Glied. Menschen-Darstellungen sind in der Frühzeit selten.

Spektakulär in Lascaux ist auch die menschliche Gestalt mit Vogelkopf und erigiertem Glied. Menschen-Darstellungen sind in der Frühzeit selten.

Auch die Wanderausstellung, die von April bis September 2019 in München zu sehen ist, versucht, naturgetreuen Höhlenflair zu vermitteln.

Auch die Wanderausstellung, die von April bis September 2019 in München zu sehen ist, versucht, naturgetreuen Höhlenflair zu vermitteln.

Für die Ausstellung wurden nicht nur die Höhlenmalereien reproduziert, sondern auch die Felswände künstlich nachgebaut.

Für die Ausstellung wurden nicht nur die Höhlenmalereien reproduziert, sondern auch die Felswände künstlich nachgebaut.

Früher mussten für die Reproduktion die Felsmalereien umständlich abgepaust werden.

Früher mussten für die Reproduktion die Felsmalereien umständlich abgepaust werden.

Heute vereinfacht moderne Technik die Nachbildung: Mit 3D-Laser-Scans wurden die Höhlenmalereien von Lascaux exakt aufgenommen.

Heute vereinfacht moderne Technik die Nachbildung: Mit 3D-Laser-Scans wurden die Höhlenmalereien von Lascaux exakt aufgenommen.

Steinzeitkünstler waren genaue Beobachter

Die Höhlenmalereien zeugen von den feinen Maltechniken und der exakten Beobachtungsgabe ihrer Künstler. Zu sehen ist das etwa beim rotbraunen Fell der Wisente von Lascaux: Dargestellt ist hier der jahreszeitlich bedingte Fellwechsel der Tiere. Auch müssen die steinzeitlichen Urheber der Gemälde auf Gerüsten gestanden sein, um die Malereien im oberen Bereich der Höhlenwände anzubringen.

Lascaux-Höhle seit halbem Jahrhundert verschlossen

Erst 1940 wurde die Lascaux-Höhle in der Nähe von Montignac entdeckt - und schon 23 Jahre später für Besucher wieder geschlossen. Denn der feuchte Atem von Millionen Menschen setzte den historischen Gemälden zu: Die Höhlenmalereien drohten zu verschimmeln. Seit mehr als einem halben Jahrhundert sind die originalen Gemälde von Lascaux nicht mehr öffentlich zugänglich. Um sie dennoch zu zeigen, wurden sie aufwendig reproduziert: 1983 wurde Lascaux II eröffnet, die erste Nachbildung der ursprünglichen Höhlenmalerei. Seit 2016 gibt es Lascaux IV, einen originalgetreuen Nachbau der Höhle von Lascaux.

Wanderausstellung in München

Lascaux III, die Wander-Ausstellung der Höhlenmalereien, gibt es seit 2012. Mit ihr reisten Nachbildungen vieler Details der Höhle bereits in die USA, nach Kanada, Südkorea und China. Jetzt sind die Höhlenmalerei-Reproduktionen bei uns angekommen:

Vom 17. April bis 8. September 2019 sind die Lascaux-Nachbildungen in München in der Kleinen Olympiahalle zu sehen, in der Ausstellung "Lascaux - Die Bilderwelt der Eiszeit".

💡 Infos zur Ausstellung in der Kleinen Olympiahalle, München

  • 17.04.2019 - 08.09.2019
  • 10.00 - 17.00 Uhr
  • montags geschlossen, außer an Feier- und Ferientagen
  • Tel: 089 / 3000 51 51
  • www.lascaux-ausstellung.de